Lokalsport

Kirchheims Schnellste im Familienglück

Porträt Anja Wackershauser heißt heute Schütz und ist inzwischen Lehrerin und Mutter.

Von der Tartanbahn ins Klassenzimmer: Anja Schütz.Foto: Ralf Görlitz
Von der Tartanbahn ins Klassenzimmer: Anja Schütz.Foto: Ralf Görlitz

Kirchheim. Gestern vor zehn Jahren ist die Kirchheimerin Anja Wackershauser überraschende Dritte im 200-Meter-Sprint bei den deutschen Meisterschaften in Nürnberg geworden. Doch was macht Kirchheims einstige Vorzeigeathletin eigentlich heute?

Der 5. Juli 2008 war der große Tag der Athletin des VfL Kirchheim. Trotz strömenden Regens lief Wackershauser in der Frankenmetropole neue persönliche Bestzeit. Es war ihr erster Aktivenstart und unmittelbar Bronze bei der deutschen Meisterschaft.

Eine Leistungsexplosion, die Wackershauser den Sprung zum VfB Stuttgart und in den Bundeskader ermöglichte. Weitere Erfolge waren bereits im Frühjahr 2008 der Gewinn des deutschen Juniorentitels und schließlich die Landesmeisterschaft zwei Jahre später in Böblingen. Inzwischen hat sie der Leichtathletik Lebewohl gesagt. Sie hat geheiratet und heißt heute Anja Schütz. Mit ihrem Mann Michael lebt sie in Wolfenhausen im Landkreis Tübingen. Seit Ostern ist die 30-Jährige in Elternzeit nach ihrem ersten Kind - einem Jungen. „Ich wollte den Fokus auf Heirat und Familie richten. Außerdem hatte ich damals Examen vor mir“, begründet sie ihr Karriereende mit 25. Dem Sport bleibt sie dennoch erhalten. Vor der Mutterzeit war sie LAV-Trainerin im Sprint und spielte Volleyball. Beides möchte sie danach weitermachen.

Ihrem frühen Abschied vom Leistungssport trauert Anja Schütz nicht nach: „Ich habe es nicht bereut. Mit dem Karriereende ist ein Punkt meiner Identität weggefallen. Ich habe Sport aber immer als Hobby und nicht als Sinn meines Lebens gesehen.“ 2015 machte sie ihr Referendariat in Tübingen und ist seither dort Lehrerin. Zuvor studierte sie in der Neckarstadt Sport, Theologie und Geografie auf Lehramt. In ihre Heimatstadt Kirchheim kommt sie immer wieder gerne zurück: „Viele Leute kennen mich, meine Eltern und Großeltern leben noch hier. Wie schön es um die Teck ist, wurde mir erst bewusst, als ich nicht mehr hier wohnte.“

Paul Buck

 

Foto: Ralf Görlitz

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