Lokalsport

Klares Votum macht den Weg frei

Vereinsprojekt Die Mitglieder des TC Kirchheim sprechen sich mit großer Mehrheit gegen eine Neuausschreibung beim Verkauf ihres Vereinsgrundstücks aus. Investor legt verbessertes Angebot auf den Tisch. Von Bernd Köble

Kein Aushängeschild: Am Vereinsheim des TC Kirchheim nagt der Zahn der Zeit.Foto: Carsten Riedl
Kein Aushängeschild: Am Vereinsheim des TC Kirchheim nagt der Zahn der Zeit.Foto: Carsten Riedl

Der Tennisclub Kirchheim (TCK) behält seinen eingeschlagenen Kurs bei und wird Teile seines Vereinsgeländes zu neu ausgehandelten Konditionen an den seitherigen Investor veräußern. Mit dem Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks, auf dem auch das bisherige Vereinsheim steht, sollen die Neugestaltung der Tennisanlage und der Bau eines neuen Klubhauses finanziert werden. Mit einem klaren Votum von 63 Ja-Stimmen bei nur drei Gegenstimmen stellten sich die TCK-Vertreter in einer außerordentliche Mitgliederversammlung hinter die Pläne des Vorstands. Darauf ruhen gleichzeitig Hoffnungen auf das Ende eines seit Monaten schwelenden Streits zwischen Klubführung und einer kleinen Gruppe ehemaliger TCK-Mitglieder um den ehemaligen Vorsitzenden Ewald Metzger, die den Verein vor Weihnachten aus Protest verlassen hatte. Der in ungewohnter Schärfe ausgetragene Konflikt hatte sich an der Höhe des Verkaufspreises für das Vereinsgrundstück entzündet, auf dem der Investor Wohn- und Geschäftsgebäude errichten will. Die Seite hatte darauf gedrängt, das Grundstück öffentlich auszuschreiben, um einen höheren Preis zu erzielen, obwohl der Investor planerisch bereits in Vorleistung gegangen war.

Was den Mitgliedern jetzt zur Abstimmung vorlag, ist das Ergebnis wochenlanger Verhandlungen mit der Projektbau Heiss/Himmelhaus GmbH, die mit knapp 2,1 Millionen Euro ein um 400 000 Euro verbessertes Angebot auf den Tisch gelegt hatte, inklusive bereits geleisteter Vorplanungen in gleicher Höhe. Pläne, die ein neuer Investor hätte ablösen müssen, wäre das Grundstück neu ausgeschrieben worden. Andernfalls hätte dem Verein ein langwieriger Rechtsstreit gedroht. Wohl mit ein Grund, weshalb die Mitglieder einer Ausschreibung eine klare Absage erteilten. Verbunden mit der Hoffnung, dass nun zügig gebaut werden kann.

Erst muss neu gerechnet werden

Im Vorstand um die Doppelspitze Ralf Pörtner und Benjamin Dröge zeigt man sich erleichtert angesichts des klaren Auftrags, der das Vereinsprojekt nun auf die Zielgerade schicken soll. „Alle sind froh, dass wir wieder inhaltlich arbeiten und dass es weitergeht“, meint Dröge. Rund 2,5 Millionen Euro waren für die dringend nötige Modernisierung der vereinseigenen Anlage an der Arnulfstraße hinter dem Krankenhaus bisher veranschlagt. Das Gelände, auf dem das marode Vereinsheim und zwei der insgesamt acht Plätze liegen, ist vom Mühlbach durchschnitten. Für das Geld sollen die Plätze nördlich des Kanals zusammengelegt und erneuert, die bestehende Tennishalle saniert und ein neues Klubhaus mit Büro, einem kleinen Gymnastikraum und einer Gaststätte gebaut werden. Jetzt heißt es Pläne überarbeiten und neu rechnen, denn seit der letzten Kostenschätzung sind zwei Jahre vergangen. „Klar ist, wir wollen uns als Verein nicht verschulden“, betont Ralf Pörtner.

Eine Frage ist dagegen nach wie vor ungeklärt, obwohl an ihr der Zeitplan hängt: Voraussetzung für beide Bauprojekte - von Investor und Verein - ist eine Erschließung von Norden, wo die Stadt „In der Au“ ein neues Gewerbegebiet plant. Die Erschließung ist allerdings ins Stocken geraten, weil die Maßnahmen zum Hochwasserschutz, die das Landratsamt fordert, auf Basis der augenblicklichen Planung viel zu teuer wären. Jetzt sucht die Stadt nach Alternativen, und das kann dauern. Die Hoffnungen des TCK ruhen nun auf einem Kompromissvorschlag, den die Rathausspitze offenbar mit den kreiseigenen Medius-Kliniken ausgehandelt hat. Demnach könnte die Zufahrt übergangsweise über ein Grundstück beim Personalwohngebäude der Klinik erfolgen, bis es im neuen Gewerbegebiet Straßen gibt. Ein Deal, den die Verwaltung im Dezember in Aussicht gestellt hat, zu einem Zeitpunkt als die Oberbürgermeisterin noch Angelika Matt-Heidecker hieß. Jetzt sitzt Pascal Bader im Chefsessel im Rathaus. Ende des Monats kommt das Thema deshalb erneut auf den Tisch. Ralf Pörtner hat die Hoffnung nicht aufgegeben: „Mit etwas Glück“, sagt er, „werden wir im Sommer nächsten Jahres mit dem Bau beginnen.“

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