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Kleiner Hexenkessel

Frickenhausener Tischtennis-Cracks ringen Jülich nach Aufholjagd ein 5:5 ab

Zweites Spiel, zweites Unentschieden: Der TTC Frickenhausen bleibt in der Zweiten Tischtennis-Bundesliga ungeschlagen. Nach dem 5:5 gegen den TTC Jülich fühlte sich die Gastgeber-Truppe sogar als moralischer Sieger.

Obwohl Frickenhausens Tadakatsu Ikeda nicht seinen besten Tag erwischte, hatte er hinterher Grund zum Jubeln.Foto: Urtel
Obwohl Frickenhausens Tadakatsu Ikeda nicht seinen besten Tag erwischte, hatte er hinterher Grund zum Jubeln.Foto: Urtel

Frickenhausen. „Ihr habt den Punkt mit gewonnen“, dankte Manager Jürgen Veith nach dem letzten Ballwechsel den Zuschauern. Zuvor hatte der TTC Frickenhausen nach einem 2:5-Rückstand unter akkustscher Mithilfe der Fans zur Aufholjagd geblasen. Am Ende hieß es wie zuvor in Dortmund 5:5. „Es war ein gefühlter Sieg“, sagte Frickenhausens Betreuer Sebastian Koch. Chefcoach Derd Soos lobte den „Kraftakt“ seines Teams. „Alle Spieler haben heute einen tollen Einsatz gezeigt.“

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Überglückliche Gastgeber, enttäuschte Gäste: Die Jülicher haderten mit dem Spielverlauf. „Das war für uns ein verlorener Punkt“, bilanzierte Trainer Miroslav Broda, der den „Knackpunkt“ der Partie im Spitzenspiel zwischen Filip Zeljko und dem Belgier Lauric Jean gesehen hatte. Lauric führte 2:0 nach Sätzen und 8:6 im dritten Satz, doch der Kroate im Frickenhausener Trikot kämpfte wie ein Löwe und drehte den Spieß noch um. Danach stand es 3:5 – die Initialzündung für die Kehrtwende.

Hätte Zeljko verloren, wäre Jülich mit einem 6:2-Erfolg nach Hause gefahren, denn Frickenhausen blieb etwas überraschend in den beiden Doppeln ohne zählbaren Erfolg. Anschließend verkürzte zwar Zeljko gegen Yoshihiro Ozawa auf 1:2, als er dem Japaner nur einen Satz überließ, doch Ikeda bekam gegen Laudric Jean kein Bein auf den Boden und unterlag glatt 0:3.

Nach der Pause verkürzte Alfreda Udra mit einer Spitzenleistung gegen den Niederländer Ewout Oostwouder auf 2:4, nachdem am Nebentisch Marton Szita dem Jülicher Hermann Mühlbach in vier Sätzen unterlegen war. Da Ikeda auch gegen seinen Landsmann Ozawa ohne Chance blieb, hieß es 2:5 – kaum einer gab mehr einenn Pfifferling auf die Frickenhausener.

Das hintere Paarkreuz sorgte für das Happy-End aus Sicht der Gastgeber. Zunächst kämpfte Alfredas Udra Hermann Mühlbach mit 12:10, 11:9 und 11:9 nieder und ließ sich auch durch dessen nicht ganz regelkonformen Aufschläge nicht irritieren – 4:5 und die Spannung und Begeisterung in der Halle stiegen. Der auch mental bärenstarke Marton Szita gewann gegen Oostwouder den ersten Durchgang mit 12:10, musste den nächsten Satz mit 8:11 abgeben und sicherte dann mit 11:6 und 11:9 seinen Erfolg, seinem TTC das 5:5-Remis und damit einen Punkt.

„Das war heute eine Super-Leistung unserer Mannschaft, und man hat gesehen, dass die richtige Einstellung und große Begeisterung Berge versetzen kann“, freute sich TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann. „Max“ Veith resümierte: „Ich bin völlig durchgeschwitzt, aber das hat heute richtig Spaß gemacht. Das Match hätte 500 Zuschauer verdient gehabt, aber ich bin sicher, wenn sich die Leistungen des neuen TTC herumsprechen, kommen auch wieder die Fans in die Halle.“ Tatsächlich kamern diesmal nur 120.

Der TTC Frickenhausen gastiert am 4. Oktober in Hilpoltstein, das nächstes Heimspiel steht am 25. Oktober gegen den Meisterschaftsfavoriten Fortuna Passau auf dem Programm.