Lokalsport

Knights einig mit Adeberg

Basketball: Ex-Heidelberger verlängert um ein Jahr in Kirchheim

Sebastian Adeberg wird auch in der kommenden Pro A-Saison das Knights-Trikot tragen. Der 27-jährige Forward, der zu Saisonbeginn 2010 als Kapitän des USC Heidelberg nach Kirchheim wechselte, unterschrieb gestern einen Einjahresvertrag.

Kirchheim Knights - CuxhavenSebastian Adeberg (Kirchheim) im Zweikampf gegen Joleik Schaffrath (Cuxhaven)
Kirchheim Knights - CuxhavenSebastian Adeberg (Kirchheim) im Zweikampf gegen Joleik Schaffrath (Cuxhaven)

Kirchheim. Die Baustellen werden weniger. Nach der Verpflichtung des Nürnbergers Dominik Schneider bereits Ende Mai haben sich Kirchheims Basketballer auch mit Sebas­tian Adeberg auf eine weitere Zusammenarbeit geeinigt. Damit sind die Saisonplanungen zumindest auf der Flügelposition vier, der des Power Forwards, vorerst abgeschlossen. „Sebastian war unser Wunschkandidat“, sagt Sportchef Michael Schmauder. „Er hat viel Erfahrung und passt menschlich perfekt zu uns.“ Adeberg gilt als Musterprofi: Kämpferisch, physisch und auch charakterlich. Deshalb und wegen seiner Defensivstärke stand er im vergangenen Jahr ganz oben auf der Wunschliste von Knights-Coach Frenkie Ignjatovic.

Die Saison verlief dann anders, als sich das beide Seiten vorgestellt hatten. Adeberg bestritt nur 17 von 30 Begegnungen, fiel ab Februar mit einer hartnäckigen Entzündung im Knie für den Rest der Saison aus. Das scheint nun behoben, nachdem ihm Anfang Mai ein Knorpelstück im Knie operativ entfernt wurde. „Ich gehe davon aus, dass die Sache damit erledigt ist“, urteilt der angehende Mediziner, der sich zurzeit auf seine Examensprüfung im Herbst vorbereitet. Adeberg trainiert wieder, auch wenn er derzeit mehr auf dem Rad sitzt als mit dem Ball hantiert. Dass er den obligatorischen Medizin-Check im August problemlos besteht, daran zweifelt eigentlich niemand mehr. Die Sorge um seine Fitness nach der langen Verletzungspause war der Grund, weshalb die Vertragsentscheidung mehrmals vertagt wurde.

Nach Monaten im Wartestand wächst der Hunger nach Erfolgen. Kirchheim sei für ihn die Erfolg versprechendste Option in der Pro A gewesen, nennt er den Grund, weshalb er seinem Ex-Klub USC Heidelberg erneut die kalte Schulter gezeigt hat. Obwohl er dort an der medizinischen Fakultät die besten Bedingungen für seine berufliche Entwicklung vorgefunden hätte. Im August zieht er nun ganz nach Kirchheim und betont: „Ich fühle mich wohl hier.“

Bei den Knights konzentriert sich nun alles auf die Suche nach einem neuen Center. Nach Wunschkandidat Phillipp Heyden, der bei BBL-Absteiger Mitteldeutscher BC bereits unterschrieben hat, soll nun auch Marcus Smallwood ein Angebot aus Weißenfels vorliegen. Damit sinken die Chancen auf eine mögliche Rückkehr des US-Amerikaners, der weiterhin auf eine Offerte aus der ersten Liga spekuliert. Auch für den Fall, dass es dazu nicht kommen sollte, dürften die „Wölfe“ gegenüber Kirchheim finanziell die deutlich besseren Karten haben. Michael Schmauder verspürt keinen Zeitdruck: „Gut möglich, dass wir die Saison mit nur einem Amerikaner unterm Korb beginnen.“ Gut möglich auch, dass schon Mitte Juli ganz andere, bisher unbekannte Namen auftauchen werden. Dann nämlich, wenn Headcoach Frenkie Ignjatovic von einer dreiwöchigen USA-Reise zurückkehrt.

Ein anderer ehemaliger Kirchheimer hat dieser Tage Fakten geschaffen und einen neuen Arbeitgeber gefunden: David Michalczyk wird künftig als Spielmacher der „White Wings „aus Hanau in der Pro B auf Korbjagd gehen. Für Wiedersehensfreude der unerwarteten Art sorgt das Lizenzgeschacher in der zweiten Liga in diesem Jahr (siehe Extra-Artikel). Nach der Lizenzverweigerung für die Klubs aus Freiburg und Osnabrück verzichten die Dragons aus Rhöndorf und die UBC-Tigers Hannover freiwillig auf einen Platz in der Pro A. Damit treffen die beiden Neu-Kirchheimer Ahmad Smith und Dominik Schneider in der neuen Saison völlig überraschend auf ihren Ex-Klub aus Nürnberg, der als erster Nachrücker feststeht und den sie der höheren Spielklasse wegen erst vor Wochen verlassen haben. Zusätzliche Pikanterie am Rande: Im Trikot der Franken wird auf diese Weise auch Ryan DeMichael sein Comeback in der Sporthalle Stadtmitte feiern. Der Amerikaner mit deutschem Pass war während des Saisonfinales bei Trainer und Mannschaft in Ungnade gefallen und vorzeitig suspendiert worden.

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