Lokalsport

Knock out nach Verlängerung

Basketballer Die Knights liegen beim 86:90 gegen Heidelberg fast aussichtslos zurück, finden zurück ins Spiel und vergessen, sich am Ende zu belohnen.

Die beiden dominierenden Akteure im gestrigen Spiel: Kirchheims Kapitän Andreas Kronhardt (links) gewann das direkte Duell mit P
Die beiden dominierenden Akteure im gestrigen Spiel: Kirchheims Kapitän Andreas Kronhardt (links) gewann das direkte Duell mit Phillipp Heyden, das Spiel aber ging an die Gäste.Foto: Tanja Spindler

Da war alles drin: Kirchheims Basketballer sahen im dritten Spiel der Finalserie gegen Heidelberg gestern Abend lange Zeit bereits wie der sichere Verlierer aus. Die Gäste vom Neckar schafften es jedoch nicht, eine deutliche Führung über die reguläre Spielzeit zu retten. 28 Sekunden vor Schluss glich Carrington Love mit einem Dreier zum 75:75 aus. Der Retter im Schlussviertel wurde danach zum tragischen Helden in der Verlängerung: In einer dramatischen und taktisch geprägten Schlussphase hatte Kirchheims Spielmacher zwei Sekunden vor Ablauf der Uhr an der Freiwurflinie die erneute Chance zum Ausgleich. Doch Love setzte beide Würfe ans Brett und verhalf der Mannschaft von Frenkie Ignjatovic damit erstmals zur Führung im dritten Aufeinandertreffen in der Finalserie.

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Die Academics haben am Samstag nun die große Chance, mit dem dritten Sieg vor eigenem Publikum den Einzug ins Halbfinale zu schaffen. Der Sieger dieser Paarung würde am 21. April auf den großen Titelfavoriten, den Mitteldeutschen BC, treffen, der sich gestern Abend auch im dritten Spiel gegen Köln deutlich mit 97:68 durchsetzte. Gelingt den Kirchheimern am Samstag die Revanche, käme es am Ostermontag in der Sporthalle Stadtmitte zum alles entscheidenden fünften Duell.

Im Schlüsselspiel der Play-off-serie waren beide Teams hochkonzentriert gestartet. Kaum Fehlwürfe und eine konsequente Verteidigung auf beiden Seiten sorgten für ein völlig ausgeglichenes Spiel, das beim Stand von 23:24 aus Kirchheimer Sicht ins zweite Viertel ging. Die kleine Kirchheimer Rotation musste jedoch früh dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Im zweiten Abschnitt gelangen den Gastgebern nur noch zehn weitere Zähler. Eine Mischung aus Mann- und Zonenverteidgung setzte den Teckstädtern sichtlich zu, während auf Heidelberger Seite immer wieder Center Philip Heyden gesucht und gefunden wurde. Er war mit 21 Zählern erfolgreichster Werfer bei den Gästen. Beim Halbzeitstand von 43:33 ging es in die Kabinen.

Die Ritter schienen müde und auch der Start in die zweite Hälfte missglückte. Heidelberg erhöhte den Vorsprung auf 16 Zähler. Ein Schlüsselmoment, den plötzlich waren die Ritter zurück, verkürzten Punkt um Punkt und der Gegner zeigte sich plötzlich verunsichert. Youngster Niklas Würzner rettete einen knappen 57:56 Vorsprung ins Schlussviertel.

Was nun folgte war ein offener Schlagabtausch mit einem dramatischen Finale, in dem den Kirchheimern am Ende die letzte Kraft und auch die Nervenstärke an der Freiwurflinie fehlten. Carrington Love vergab alleine fünf Gelegenheiten in der Schlussminute. Wie intensiv das Spiel geführt wurde, belegt auch die Foulstatistik: Mit Brian Wenzel und Seth Hinrichs auf Kirchheimer Seite sowie Phillipp Heyden und Niklas Würzner auf Seiten der Gäste mussten gleich vier Spieler vorzeitig vom Parkett. Heidelbergs überragender Mann an diesem Abend, Shyron Ely, setzte eine Sekunde vor Schluss mit zwei verwandelten Freiwürfen den Deckel auf den Heidelberger Auswärtssieg.

„Dies war ein ganz entscheidendes Spiel, das wir unbedingt gewinnen wollten“, meinte ein enttäuschter Kirchheimer Coach nach dem Spiel. Michael Mai: „Heute haben Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entschieden.“ Am Samstag besteht die Chance, zurück zu schlagen. Der Fanbus bietet den Ritterfans die Möglichkeit, ihr Team nach Heidelberg zu begleiten. tb/cs