Lokalsport

Kommen und Bleiben in der Landesliga

Frauen-Fußballteams ziehen Vorrundenbilanz

Die einen wollen in die Landesliga kommen, die anderen drin bleiben: Nach Ende der Vorrunde hegen die beiden ranghöchsten Frauenfußballteams der Region unterschiedliche Ziele. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass der TSV Weilheim und die SGM Wendlingen-Ötlingen kommende Saison Klassenkameraden sein werden.

Kirchheim/Weilheim. Selbstzufriedenheit ist der erste Schritt zum Misserfolg – getreu dieses Credos findet Martin Bestenlehner trotz der beeindruckenden Vorrundenbilanz seiner Mannschaft noch ein Haar in der Suppe. Genauer gesagt vier – in so vielen Partien hat die von Bestenlehner trainierte SGM Wendlingen-Ötlingen in der Regionenliga nur remis gespielt. „Das ist fast wie verloren zu haben“, resümiert er, dessen Team dafür die restlichen sieben Partien allesamt gewonnen und die SGM so in einen elitären Zirkel katapultiert hat. Von den 73 Regionenligisten, die sich württembergweit auf sechs Staffeln verteilen, sind nach Vorrundenende nur vier ohne Niederlage – eine davon ist die SGM.

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Als Lohn darf die erst vergangenes Jahr aus der Bezirksliga aufgestiegene Mannschaft mit nur einem Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Ellenberg auf Tabellenplatz zwei überwintern und weiter vom großen Coup träumen: der Landesliga. „Wir wollen!“, unterstreicht Bestenlehner die Aufstiegsambitionen, für die er seine Mannschaft bereits am 13. Januar zur Rückrundenvorbereitung antreten lässt. „Der Aufstieg wird sich zwischen uns, Ellenberg und Ulm entscheiden“, prognostiziert der SGM-Trainer, der bei allen Landesliga-Planspielen nur einen Wunsch hat: bloß nicht gegen den TSV Weilheim in der Relegation antreten zu müssen. „Das muss nicht unbedingt sein“, lacht Bestenlehner.

Ausgeschlossen ist ein Duell ums letzte Landesligaticket im Juni 2016 nicht. Der TSV Weilheim hat in seinem vierten Sechstligajahr eine schwache Vorrunde hingelegt, belegt mit 13 Punkten aus elf Spielen just den Relegationsplatz neun – zu wenig für ein Team, in dem vor der Saison hinter vorgehaltener Hand von der Verbandsliga gesprochen wurde.

Davon konnte spätestens Ende Oktober jedoch keine mehr Rede sein, als der TSVW nach sechs Punkten aus sieben Spielen Vorletzter war und sich infolgedessen von Trainer Martin Schumacher trennte. Dessen Job übernahm mit Sandra Grill eine Weilheimer Spielerin, die an der Seitenlinie von Szenekenner Helmut Hartmann unterstützt wird – offenbar ein Erfolgsduo, denn seitdem gab‘s aus vier Spielen sieben Zähler und den Sprung auf Platz neun. „Hätten wir von Saisonbeginn so gespielt, würden wir vorne mit dabei sein“, glaubt Mannschaftsführerin Verena Kawelke, die eine Abkehr vom Schumacherschen Spielsystem mit Fünferabwehrkette hin zu einem 4-1-4-1 als einen der Gründe für die Kehrtwende sieht.

Der Aufwärtstrend soll den amtierenden Bezirkspokalsieger laut Kawelke („Alle Mannschaften sind für uns schlagbar“) in der Rückrunde Richtung Top Fünf spülen. Trainingsschweiß für dieses Vorhaben wird ab der ersten Februarwoche vergossen, wenn die Vorbereitung beginnt.

Verzichten muss der TSVW dabei auf die langjährige Leistungsträgerin Yonca Papadopoulos, die unter ihrem Mädchennamen Günkizil für Weilheim auf Torejagd gegangen war und nun aus familiären Gründen aufhört.