Lokalsport

Vom Motzer zum MacherKommentar

Mit der Umstellung auf das Delegiertensystem will der VfL Kirchheim vor allem für Jüngere attraktiver werden – ein richtiger, weil überlebenswichtiger Schritt, ist mit 2 061 Mitgliedern doch mehr als die Hälfte aller VfLer jünger als 18. Da die Jugendlichen von heute die Erwachsenen von morgen sind und den Verein in Zukunft gestalten und führen sollen, hat der VfL folgerichtig entschieden, dass sich jedes Mitglied ab 16 zum Delegierten seiner Abteilung wählen lassen kann.

Unabhängig davon, wie alt ihre Delegierten am Ende tatsächlich sein werden, bietet sich den Abteilungen im Zuge der am Montag beschlossenen Satzungsänderung eine große Chance zu qualitativ besserer Teilhabe. Gelingt es den 17 unter dem VfL-Dach zusammengefassten Sportarten, für die Delegiertenjobs gleichermaßen streitbar-eloquente wie konstruktiv-visionäre Mitglieder zu gewinnen, muss es einem um den Verein nicht bange sein.

Oder etwas doch? Da die meisten Abteilungen nicht erst seit gestern Probleme haben, alle Posten mit willigem Personal zu besetzen, droht der gute basisdemokratische Grundgedanke hinter dem neuen System schnell zu verpuffen. „Was, wenn wir gar nicht so viele Delegierte zusammen bekommen, wie uns zustehen?“, fragte Fußballfunktionär Christoph Rapp bei der Hauptversammlung.

In diesem Zusammenhang sind alle im VfL organisierten Mitglieder aufgefordert, sich zu fragen, ob ihnen ihr Verein nicht wichtig genug ist, um aktiv an dessen Zukunftssicherung mitzuarbeiten. Vor allem all jenen, die es schon immer besser gewusst haben, bietet sich nun eine einmalige Gelegenheit. Der Weg vom Motzer zum Macher ist beim VfL seit Dienstag freier denn je.PETER EIDEMÜLLER

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