Lokalsport

Korb im Kämmerle

Es war ein schöner Tag, mitten im Juli 1992. Im Schopflocher Kämmerle, wo heute aufgrund fehlender Aktivenmannschaft rauschende Fußballfeste nur noch auf Fotos im Clubheim und als Bilder im Vereinsarchiv betrachtet werden können, gastierte heute auf den Tag genau vor 25 Jahren die überregionale Fußballwelt. Im Kämmerle, unbestritten auch heute noch eine der heimeligsten Fußballstätten in der Region, duellierte sich am 25. Juli 1992 im württembergischen Verbandspokal der damalige A-Ligist TSV Schopfloch mit dem Fast-Verbandsliga-Aufsteiger SC Korb.

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„Unsere Qualifikation für den WFV-Pokal war schon eine großartige Sache“, erinnert sich Helmut Friess, damals wieselflinker Stürmer beim Kreisligisten TSVS. Nach einer erfolgreichen Bezirkspokal-Saison hatten die Schopflocher erfolgreich Kurs Richtung Verbandspokal genommen. Es war allerdings nicht der erste Auftritt des Alb-Teams auf württembergischer Ebene. Bereits rund zehn Jahre zuvor überstanden die Schopflocher sogar die erste WFV-Pokalrunde per 3:0 über die SF Dornstadt, scheiterten erst in der zweiten Runde am Heidenheimer SB, aus dem der heutige Zweitligist FC Heidenheim hervorging.

„Wir hatten uns damals gegen Korb durchaus Chancen ausgerechnet“, erinnert sich der Weilheimer Friess an das persönliche Highlight seiner Fußballlaufbahn. Regie bei den Schopflochern führte 1992 Spielertrainer Günter Hiller. Jener hatte die Marschroute zuvor festgelegt. „Kassieren wir weniger als fünf Tore, können wir als ein um zwei Klassen tiefer spielender Gegner zufrieden sein“, gab der Abwehrhüne vor dem Anpfiff im Teckboten-Interview zu verstehen.

Der Wunsch wurde ihm nicht erfüllt. 7:1 hieß es nach 90 Minuten für die Gäste aus Korb vor 150 Zuschauern, besonders in der ersten Hälfte hatten die Kicker aus der Fellbacher Ecke eben diesen Klassenunterschied eindrucksvoll demonstriert.

„Es hat trotzdem Spaß gemacht und war halt mal etwas anders“, resümierte damals ein trotz Klatsche nicht unzufrieden wirkender Spielertrainer Hiller. Im Schopflocher Team standen Kicker, die teils seit mehr als zehn Jahren in der lokalen Fußballwelt aktiv mitmischten. Namen wie Ehni, Mall, Lude (schoss gegen Korb per Elfmeter das einzige Schopflocher Tor), Algayer, Hoyler oder Hink standen an jenem 25. Juli 1992 auf dem Spielberichtsbogen in der Schopflocher Anfangsformation.

Über diesen großen Erfolg, den Einzug in die erste WFV-Pokalrunde, ist auf der Alb sprichwörtlich Gras gewachsen. Nach dem vor mehr als zehn Jahren vollzogenen Rückzug aus dem Spielbetrieb der Aktiven wird diese Geschichte aus den Neunzigerjahren wohl noch für lange Zeit die letzte große Story mit Gesprächswert im Kämmerle bleiben.Reimund Elbe