Lokalsport

Letzte Ausfahrt Biberach

Volleyball Der TTV Dettingen trifft am Sonntag in Oberschwaben im Finale des württembergischen Pokals auf den Oberliga-Meister MTV Ludwigsburg. Von Reimund Elbe

Hat er das passende Erfolgsrezept im Kopf? TTV-Trainer Roland Hunger und sein Team treffen mit dem MTV Ludwigsburg auf einen Geg
Hat er das passende Erfolgsrezept im Kopf? TTV-Trainer Roland Hunger und sein Team treffen mit dem MTV Ludwigsburg auf einen Gegner im Erfolgsrausch.Foto: Carsten Riedl

Dem kollektiven Durchschnaufen folgt der systematische Spannungsaufbau: Rund eineinhalb Monate nach dem triumphalen Einzug ins württembergische Pokalfinale wird es für die Volleyballerinnen des TTV Dettingen am Sonntag ernst. In der Biberacher Wilhelm-Leger-Halle duelliert sich der Tabellenvierte der Regionalliga Süd ab 14 Uhr mit dem frischgebackenen Oberliga-Meister MTV Ludwigsburg.

Dettingens Trainer Roland Hunger ahnt in etwa, was ihn erwartet. Der MTV legte eine Saison hin, in der allein die Zahlen eine erhöhte Pulsfrequenz verursachen: 20 Siege aus 20 Spielen (davon 14 mit 3:0), 14 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfB Ulm, ein Satzverhältnis von 60:9. „Deshalb wird niemand von uns den Gegner auf die leichte Schulter nehmen“, betont Hunger, der es auch in der kommenden Regionalliga-Runde mit dem Aufsteiger zu tun bekommen wird.

„Der Meistertitel und die Art und Weise, wie er zustande kam, bestätigt, dass wir eine gute Arbeit gemacht haben“, freut sich derweil Ludwigsburgs Coach Sasa Stanimirovic. Der ehemalige Fellbacher Zweitliga-Volleyballer bildet mit seinem Kollegen Waldemar Zgraja das Erfolgstrainer-Gespann in der Barockstadt. Das Duo hat es in den vergangenen Monaten und Jahren geschafft, den Nachwuchs erfolgreich im Kader zu integrieren. Der verdiente Lohn zuletzt: Eine Traumrunde, die am Sonntag mit dem Pokalsieg garniert werden soll.

Weniger ist manchmal mehr: Auf Dettinger Seite hat Coach Roland Hunger seinen Spielerinnen nach der 0:3-Niederlage im letzten Punktspiel im badischen Umkirch eine dreiwöchige Auszeit verordnet, um neue Kräfte zu schöpfen. „Die Pause über Ostern hat allen gut getan“, sagt der Trainer, dessen Mannschaft sich im Pokal-Halbfinale in einer dramatischen Partie in eigener Halle gegen den Regionalliga-Konkurrenten FV Tübinger Modell durchsetzte.

Celeryn steht bereit

Es gibt aber auch schlechte Nachrichten: Verzichten müssen die Dettingerinnen am Sonntag in Biberach auf ihre Außenangreiferin Lyubka Sharalieva, die bereits in ihrer Heimat Bulgarien ist. Dafür ist Rückkehrerin Michaela Celeryn wieder vollständig fit. Beim Saisonfinale Mitte März in Umkirch stand die TTV-Akteurin nach einer Verletzungspause zum ersten Mal wieder in der Mannschaft und konnte zwischenzeitlich ihren Trainingsrückstand wettmachen. „Wir haben gut trainiert“, ist Roland Hunger zufrieden und gleichzeitig überzeugt, dass sein Team - trotz Ludwigsburger Qualitäten - eine reelle Chance auf den Pokalsieg hat.

Zum Showdown in Oberschwaben wird der TTV-Tross am Sonntagvormittag in Dettingen starten. Man wolle „zwei Stunden vor Spielbeginn in der Halle sein“, merkt Hunger an. Zahlreiche Unterstützer wollen dem Vernehmen nach ebenfalls den Trip ins Oberschwäbische antreten. Biberach - nächste und letzte Ausfahrt im württembergischen Pokalwettbewerb für die TTV-Frauen. Das Dettinger Vereinsgeschichtsbuch wird am Sonntag auf jeden Fall um eine maßgebliche Story reicher sein. Ob sie von glorreichen Taten erzählt, wird man am Sonntagabend wissen.

Umweg Regional-Pokal

Der Pokalsieg im württembergischen Wettbewerb ist im Volleyball kein direktes Ticket für den bundesweiten DVV-Pokal. Anders als in vielen anderen Sportarten qualifiziert sich der Sieger des VLW-Verbandspokals zunächst für den Regional-Cup. Dort warten Mannschaften aus anderen süddeutschen Verbänden. Nur wer sich hier durchsetzt, nimmt schließlich am DVV-Pokal teil.rei

Anzeige