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Lenninger Handballer brauchen Sieg und Schützenhilfe im Abstiegskampf

Selbst gewinnen und auf einen Patzer der Konkurrenz hoffen: Die Ausgangslage für die abstiegsbedrohten Landesliga-Handballer der SG Lenningen vor dem letzten Saisonspiel bei der HSG Rietheim-Weilheim ist klar. Zum Zünglein an der Waage könnte dabei ausgerechnet der ehemalige SG-Trainer Michael Rehkugler mit seinem TSV Grabenstetten werden.

Lenningen. Nachdem Trainer Markus Hornung und die Mannschaft die Niederlage gegen Weilstetten vom vergangenen Samstag aufgearbeitet haben, tritt die SG Lenningen heute Abend ab 19.30 Uhr in der Ludwig-Uhland-Halle in Tuttlingen zum letzten Saisonspiel gegen die HSG Rietheim-Weilheim an.

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Ob es auch der vorerst letzte Auftritt in der Landesliga sein wird, haben die SG-Ballwerfer nicht mehr selbst in der Hand. Aktuell steht die Tälessieben auf dem drittletzten Tabellenplatz, der den Gang in die Bezirksliga bedeuten würde. Die Konkurrenten TV Weilstetten II (11.) und SG Herrenberg-Kuppingen II (10.) haben jeweils einen Pluspunkt mehr auf dem Konto. Damit die SG noch einen Platz gutmachen und am rettenden Ufer anlegen kann, muss heute ein eigener Sieg her – bei gleichzeitigem Patzer der Konkurrenz.

Der TV Weilstetten II empfängt den Tabellenfünften HSG Böblingen-Sindelfingen. Die steht im Niemandsland der Liga, ohne Motivation und Risiken nach oben oder unten. Eine gefährliche Konstellation, welche die motivierten Weilstettener sicherlich zu nutzen versuchen. Die Chance auf Schützenhilfe ist also eher gering.

Die zuletzt mit Spielern der Drittligamannschaft aufgefüllte SG Herrenberg-Kuppingen II gastiert beim TSV Grabenstetten – ob die „Höllablitz“ per Sieg für Unterstützung für die SG sorgen können? Pikant: Die Grabenstettener werden vom ehemaligen Lenninger Coach Michael Rehkugler betreut, dessen Abgang vor Saisonbeginn nicht völlig geräuschlos vonstatten gegangen war.

Die Lenninger müssen ihren Part derweil heute Abend ab 19.30 Uhr bei der HSG Rietheim-Mühlheim erfüllen. Die HSG steht derzeit auf dem siebten Rang und wird unabhängig vom Ergebnis der Partie diesen Tabellenplatz auch nach Spielende behalten – also ein Spiel um nichts für die Handball-Spielgemeinschaft? Mit Sicherheit nicht. Zum einen wollen sich die Gastgeber mit einer ansprechenden Leistung vom eigenen Publikum verabschieden und für die Treue während der Saison bedanken. Zum anderen hat die HSG keinerlei Druck, kann die Begegnung locker angehen. Das Tuttlinger Team verfügt über eine effektive Achse zwischen Rückraummitte und Kreis. Zudem besteht in der Halle absolutes Harzverbot, was sicherlich ein Vorteil für die Heimsieben ist.

Anders als bei den unbekümmert aufspielenden Gastgebern stellen sich hingegen Gemütslage und Adrenalinspiegel bei der SG dar. Die Lenninger müssen einen starken Auftritt hinlegen, um beide Punkte aus der Tuttlinger Uhland-Halle zu entführen. Die spielerische Klasse und die Herausforderungen in der Landesliga haben Appetit auf mehr gemacht. Unabhängig von einer im Fall des Klassenerhalts ähnlich schweren Saison 16/17: Die Spieler sind heiß auf die letzte Partie.

Wie üblich bei entscheidenden Duellen ist die SG-Fangemeinde mit einer Vielzahl von Sympathisanten unterwegs. Ein Bus nach Tuttlingen ist bereits gechartert, ein zweiter muss eventuell kurzfristig organisiert werden. „Das Team wird kämpfen wie die Löwen“, ist sich SG-Abteilungsleiter Jochen Häussler sicher. Zusätzliche Motivation: In diesem Jahr steht das 25-jährige Jubiläum der SGL im Kalender. Und vielleicht haben die Lenninger am letzten Spieltag auch das notwendige Quäntchen Glück, das bei vielen Spielen im Verlauf der Saison gefehlt hatte.rs

SG Lenningen: Carrle, Reichle – K. Ringels­pacher, P. Müller, Marc Bächle, Max Bächle, Baumann, Pisch, O. Ringelspacher, Haid, Austen, Luca Bächle, Renz, Schmid