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Lokalsport

Linn Kazmaier schnappt sich WM-Titel im Langlauf

Parasport Die 16-Jährige aus Lenningen setzt mit Gold und Silber bei der nordischen Ski-WM in Schweden ihre Medaillenjagd fort. Von Bernd Köble

Ende eines einsamen Rennens: Linn Kazmaier und ihr Guide Florian Baumann im Ziel nach 18 Langlauf-Kilometern. Nach Gold bei den Paralympics ist die 16-Jährige nun Weltmeisterin. Foto: Ralf Kuckuck

Linn Kazmaier macht bei der WM in Schweden dort weiter, wo sie bei den Winter-Paralympics in Tokio aufgehört hat: Gold und Silber im 18-Kilometer-Langlaufrennen und im Biathlonsprint für die 16-Jährige aus Oberlenningen. Am Auftaktwochenende der nordischen Para-WM in Östersund sorgte die deutsche Mannschaft mit insgesamt zehn Medaillen für einen Paukenschlag. Gleich zu Beginn der zehntägigen Titelkämpfe gelang den deutschen Frauen im Biathlonsprint über 7,5 Kilometer ein Dreifacherfolg. Dabei erkämpften sich die sehbehinderte Linn Kazmaier und ihr Begleitläufer Florian Baumann aus Balzholz Silber, nur zehn Sekunden hinter der 19-jährigen Freiburgerin Leonie Walter und vor Johanna Recktenwald (21) aus Sankt Wendel, die Dritte wurde. Mit 2:44 Minuten Rückstand auf Platz vier landete die fünffache Paralympics-Siegerin Oksana Shyshkova aus der Ukraine. „Auf der Schlussrunde wäre ich fast gestorben,“ gestand Kazmaier als Jüngste im Team nach dem Rennen.

Am Sonntag dann drehte sie im Langlaufrennen im klassischen Stil über 18 Kilometer den Spieß um. Mit einem deutlichen Vorsprung von mehr als viereinhalb Minuten auf ihre Teamkollegin Leonie Walter lief die junge Lenningerin bei eisigen Temperaturen von minus zwölf Grad völlig ungefährdet ihrem ersten WM-Titel entgegen. Bronze ging diesmal an die Ukrainerin Shyshkova, die bereits einen Rückstand von mehr als elf Minuten ins Ziel brachte. Die deutschen Männer gingen am Sonntag leer aus.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, irgendwann dachte ich nur, hoffentlich erfriere ich nicht,“ meinte die frischgebackene Weltmeisterin im Ziel. Ihr Begleitläufer Florian Baumann musste seine Partnerin, die in den ersten drei Runden ein mörderisches Tempo anschlug, mehrfach einbremsen. „Auf uns wartet in den nächsten Tagen noch ein hartes Programm“, meinte Baumann. „Wenn man den Luxus hat, auch mal rausnehmen zu können, dann muss man ihn auch nutzen“. Am Montag ist in Östersund Ruhetag. Für Linn Kazmaier gehen die Wettkämpfe am Dienstag mit dem Langlaufsprint weiter.