Lokalsport

Lokalmatadoren im Bullentäle unter Druck

Mountainbike Vor dem Heim-Weltcup in Albstadt hat Manuel Fumic seinen Fehlstart vor einer Woche abgehakt – auch, weil er weiß, was schief gelaufen ist. Von Erhard Goller

17, Fumic, Manuel, Cannondale Factory Team, , GER
Foto: Armin Küstenbrück

Wenn man einen Cross-Country-Biker nach dem Rennen nach seinen Einschätzungen fragt, dann muss man sich im Klaren sein: Er ist noch voller Adrenalin und hat eine Menge Emotionen zu verarbeiten. Dass dies nicht der Zeitpunkt für messerscharfe Analysen ist, versteht sich. Die Gründe für Manuel Fumics (Foto: Küstenbrück) unerklärlichen Leistungseinbruch bereits in der ersten Runde beim Weltcupauftakt am vergangenen Sonntag in Tschechien blieben im Dunkeln. Inzwischen weiß man mehr.

Was weder Kameras einfingen, noch die meisten Zuschauer an der Strecke bemerkten: Dem Schweizer Matthias Stirnemann riss bereits 40 Meter nach dem Start die Kette. Sie wurde beim Startsprint derart aus der Führung gerissen, dass sie dem seitlich dahinter fahrenden Kirchheimer gegen den Brustkorb knallte. Das war nicht nur schmerzhaft, sondern brachte den 35-Jährigen derart aus dem Rhythmus, dass er in dieser entscheidenden Phase zahlreiche Plätze verlor. Als er versuchte, verlorenen Boden wiedergutzumachen, überzog er. „Dass mich dieser Moment so aus dem Konzept gebracht hat, das hätte nicht passieren dürfen,“meint er.

Fumics englischer Trainer Phil Dixon stellte in dieser „etwas konzeptlosen“ Phase auch den einen oder anderen Fahrfehler fest, der wertvolles Tempo und Energie kostete. „Es hat sicher auch mental eine Rolle gespielt. Manuel ist ein sehr guter Starter. Wenn der Start misslingt, dann ist seine größte Stärke weg“, meint Dixon, der für den Sonntag in Albstadt Zuversicht ausstrahlt. „Ich bin überzeugt, dass seine Form gut ist. In Albstadt ist es wegen der eingeschränkten Überholmöglichkeiten nach dem Start auch einfacher, seine Position zu verteidigen.“

Der Coach glaubt an ein gutes Rennen, auch wenn das Profil seinem Schützling eigentlich nicht liegt. Dafür hat man die Strecke auch schon mit dem Hardtail getestet. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, meint Dixon. Eines ist klar: Nach dem verpatzten Saisonstart ist am Sonntag (Start um 14.20 Uhr) der Druck vor heimischem Publikum umso größer. Fumic formuliert sein Ziel so: „Ein einstelliges Ergebnis traue ich mir zu.“

Für den Neuffener Christian Pfäffle sind die eingeschränkten Überholmöglichkeiten in Albstadt eher ein Problem. Er muss von weit hinten kommen und braucht eigentlich den Platz zum Überholen. Dass das auch in Albstadt gehen kann, hat der Neuffener im Vorjahr gezeigt, als er mit Startnummer 128 auf den 47. Platz nach vorne fuhr. Ein hartes Stück Arbeit, aber Pfäffle glaubt fest daran, dass ein Top-30-Resultat drin ist. „Das kann ich anpeilen. Es kommt drauf an, wie die Startphase verläuft, aber ich brauche mir keine Sorgen zu machen, dass die Form nicht stimmt“, meint er. Die sei besser als er erwartet hatte, auch wenn ihm in Nove Mesto gleich mehrere Missgeschicke passierten, die zum Sturz führten.

U23-Fahrer Luca Schwarzbauer wird eher von seiner aktuellen Verfassung gebremst als durch langsamere Konkurrenten. „Ich muss eingestehen, dass meine Form nicht da ist. Das ist offensichtlich. Warum, das ist im Moment nicht klar“, sagt der Reuderner vom Lexware-Team. So erwartet er am Samstag (14 Uhr) in Albstadt von sich keine Heldentaten. Seinen Freunden und Fans verspricht er aber: „Es ist Heimweltcup und ich werde alles geben, auch wenn am Ende kein super Ergebnis dabei herauskommt.“ Danach beginnt für ihn der Neuaufbau.

Ebenfalls am Samstag - bereits um 12.15 Uhr - ist der Weilheimer Pirmin Sigel im internationalen Junioren-Rennen am Start. Das Rennen nimmt er mit, weil es vor der Haustür ist und im Rahmen des Weltcups stattfindet. Sein Training allerdings ist auf die Deutschen Meisterschaften im Juli ausgerichtet. „Im Moment steht Grundlagentraining auf dem Programm, deshalb werde ich am Wochenende nicht mit hundert Prozent am Start stehen“, sagt Sigel. Die Weltcup-Atmosphäre dürfte dennoch die einen oder anderen Reserven locker machen. Bereits am heutigen Freitag findet in Albstadt der Alb-Gold-Juniors-Cup statt, bei dem etliche Nachwuchskräfte aus der Region am Start sein werden.

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