Lokalsport
Luca Schwarzbauer peilt die Top Ten an 

Mountainbike Der Reuderner Profi hat sich für den Weltcup im Val di Sole eine Platzierung unter den besten Zehn vorgenommen. Auch Kira Böhm hat Ambitionen. Von Armin Küstenbrück

Mit dem Weltcup-Finale im Val di Sole, westlich der norditalienischen Stadt Trient, steht am kommenden Wochenende das letzte große internationale Mountainbike-Rennen auf dem Programm des Weltradsportverbandes UCI. Für den Reuderner Luca Schwarzbauer (Team Canyon-CLLCTV) gibt es nach zwei verpatzten Meisterschaften – der Europameisterschaft in München und der Weltmeisterschaft in Les Gets – zwei klare Ziele: den dritten Platz in der Shorttrack-Weltcup-Gesamtwertung und einen Platz in den Top Ten in der Cross-Country-Gesamtwertung. Und trotz des aktuellen Formtiefs – ausgerechnet zum Höhepunkt der Saison – stehen die Chancen für den 25-Jährigen nicht schlecht, diese Ziele auch zu erreichen, selbst wenn er nicht an die guten Leistungen aus dem Frühjahr und Sommer herankommen sollte.

„Es wäre genial, wenn beides klappen würde“, freut sich Schwarzbauer über die realistische Perspektive: „Bei der Weltmeisterschaft habe ich gemerkt, dass es keinen Bock macht, hinten mitzufahren. So ein Erlebnis will ich nicht noch mal haben.“ Entsprechend hoch ist die Motivation, schon am heutigen Freitag unter die besten Acht zu fahren, was am Sonntag einen Startplatz in der ersten Reihe garantieren würde. Gleichzeitig würde er damit den dritten Platz im Shorttrack-Gesamtweltcup erreichen. Er profitiert dabei von der Abwesenheit des derzeit Drittplatzierten, des Schweizers Mathias Flückiger, der wegen Dopingverdachts vorläufig suspendiert ist, während die beiden Führenden, der Südafrikaner Alan Hatherly (1142 Punkte) und der Schweizer Filippo Colombo (1080 Punkte) für Schwarzbauer (920 Punkte) selbst bei einem erneuten Sieg kaum mehr einzuholen sind.

Sein Vorsprung gegenüber seinen Verfolgern in der Gesamtwertung ist aber ähnlich souverän: Der Franzose Titouan Carod, der Rumäne Vlad Dascalu und der Däne Sebastian Fini Carstensen liegen rund 100 Punkte zurück. Schwieriger wird es allerdings, die Top Ten in der prestigeträchtigeren Cross-Country-Gesamtwertung zu erreichen, in der neben den Shorttrack-Ergebnissen auch die Resultate aus den Rennen der olympischen Distanz einfließen. Hier ist Schwarzbauer derzeit Elfter mit 895 Punkten. Aktuell fehlen dem schwäbischen MTB-Profi 51 Punkte auf den zehnten Platz.

Kira Böhm erstmals im Trentino

Während Schwarzbauer die Strecke rund um die Talstation der Daolasa-Seilbahn schon bestens aus den Vorjahren kennt – 2018 wurde er noch in der U 23-Kategorie 28., im Jahr 2019 in der Elite 22. und bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr 21. –, ist es für Kira Böhm ihr erster Auftritt auf der traditionsreichen Strecke im Trentino. „Der Kurs ist schon echt cool, aber auch ganz schön anstrengend“, war ihre erste Reaktion nach einer Streckenbesichtigung am Mittwoch. „Viele Kurven berghoch wie bergab, Wurzeln und Steine. Da habe ich noch nicht überall die perfekte Spur gefunden“, sieht die 19-jährige Abiturientin aus Weilheim noch ein wenig Trainingsbedarf, ehe sie am Sonntagmorgen in den letzten Weltcup der Saison starten darf. Ob es dann ihr letztes Rennen der für sie durch das Abitur kurzen Saison sein wird, steht noch nicht ganz fest. Sicher ist, dass sie im September erst einmal nach Freiburg in eine Sportler-WG ziehen wird, um dann zum Wintersemes­ter ihr Lehramtsstudium aufzunehmen. Und obwohl Böhm den ersten Weltcup der Saison im brasilianischen Petropolis ausgelassen hat, sind auch für sie die Top Ten im Gesamtweltcup der U 23-Frauen in Reichweite: Nur 51 Punkte fehlen der mit 263 Zählern derzeit auf Platz 13 liegenden Fahrerin vom Walcher Racing Team auf den zehnten Platz.