Lokalsport

Mächtig Bammel, wenig Klarheit

Fußball Nicht nur in den Vereinen in der Teckregion bietet das Saisonfinale die volle Bandbreite an Spannung und Unterhaltung. Von Reimund Elbe

Szenen wie diese aus dem vergangenen Jahr wird es in der neuen Landesliga-Saison wieder geben: Der SC Geislingen (in Weiß) wird
Szenen wie diese aus dem vergangenen Jahr wird es in der neuen Landesliga-Saison wieder geben: Der SC Geislingen (in Weiß) wird nach einem Jahr in der Bezirksliga wieder Gegner des TSV Weilheim.Foto: Markus Brändli

Nachdem sich der TSV Weilheim den Abstiegssorgen in der Landesliga entledigt hat, lohnt ein Blick auf die künftige Konkurrenz. Zuwachs aus der Verbandsliga? Dürfte es kaum geben. Calcio Leinfelden-Echterdingen arbeitet mit 36 Zählern kräftig an der Rettung, der TSV Essingen hat mit 34 Punkten ebenfalls gute Perspektiven. Garantierten Zuwachs wird es aus den vier Bezirksligen geben. Der SC Geislingen ist eines der wenigen Teams, die schon im Partymodus sind. Mit dem 1:1 am Sonntag in Neidlingen zementierte der Sportclub den Meistertitel. „Wir sind für unsere harte Arbeit belohnt worden“, jubilierte Trainer Jasko Suvalic, während Spieler Pascal Volk auch deshalb feierte, weil er vorher „immer nur mit der Jugend Meister wurde“.

Anzeige

Geislingen wieder oben, ein anderer Ex-Oberligist trudelt dagegen dem Finale entgegen. Für den SV Bonlanden, seit dem zweiten Spieltag Spitzenreiter im Bezirk Stuttgart, ist spätestens nach der 2:3-Niederlage bei der Spvgg Cannstatt vergangenen Sonntag akute Gefahr im Verzug. Der Abstand auf Verfolger Türkspor Stuttgart beträgt nur noch einen Zähler. Am 3. Juni kommt es in Filderstadt zum Showdown im direkten Duell. Etwas mehr Luft hat in der Bezirksliga Donau/Iller der TSV Neu-Ulm, der vom Lokalrivalen Türksport Neu-Ulm (drei Punkte Rückstand) auf Trab gehalten wird. Vor dem erstmaligen Landesliga-Aufstieg steht der SV Waldhausen. Das Team aus der östlichen Stadtecke Aalens würde den Weststädtern von der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach Gesellschaft leisten.

Ganz eng geht um den Aufstieg in die Bezirksliga Neckar/Fils einher. Das Duell zwischen den SF Dettingen, dem TSV Grafenberg und AC Catania Kirchheim in der Staffel 2 ist nicht der einzige Spannungsbringer. In der A3 fasziniert der Zweikampf zwischen Spitzenreiter FC Rechberghausen (64 Punkte) und dessen Verfolger TSG Salach (63). Am 27. Mai duellieren sie sich im Salacher Tobel. In der A1 sieht es seit dem vergangenen Wochenende ganz nach dem Titelgewinn für den TSV Denkendorf aus. Der Ex-Landesligist vergrößerte den Vorsprung gegenüber Verfolger ASV Aichwald auf solide vier Punkte.

In der Kreisliga A2 zurück ist der TB Neckarhausen - und mit ihm eine Menge Fußball-Tradition. Der Verein, einst in der zweiten Amateurliga zu Hause, ist Heimatklub des verstorbenen VfB-Nationalspielers Erwin Waldner - nach ihm ist seit 2008 die Sportanlage am Neckar benannt. Staffelleiter Rudi Cserny (Lenningen) überreichte am Sonntag dort bereits den Meisterwimpel. Der TSV Ötlingen hat die Rückkehr in die Kreisliga A bereits ebenso fixiert. Vor einem historischen Moment steht der TV Tischardt: Nur noch zwei Siege fehlen zum erstmaligen Aufstieg in die Kreisliga A. Einer der Strippenzieher im Hintergrund: Werner Achtzehner, Ur-Tischardter und Ex-Coach des TV Neidlingen.

Aufwind im Aspen

Der TV Hochdorf ist seit Sonntag wieder A-Ligist. Das 6:0 bei den Wernauer SF bescherte den vorzeitigen Titel in der B2. Ein Auf und Ab gehört zum Aspen und zu der TV-Historie. Ende der Siebzigerjahre stieg der TV erstmals in die Bezirksliga auf, 1984 folgte der Fall in die Kreisliga B. In der Saison 1990/91 gelang unter Trainer Dieter Wahler der erneute Bezirksliga-Aufstieg. 1993/1994 verpasste der Verein den Landesliga-Aufstieg nur um einen Punkt. Alex Hübbe übernahm für eine Saison das Traineramt, danach coachte unter anderem Peter Kuch das Team. 1999 dann erneut der Abstieg in die Kreisliga, 2008 in die Kreisliga B. Seitdem pendelt der Heimatklub des einstigen Bundesligaprofis und VfL-Mittelfeldrenners Rüdiger Kauf zwischen den Kreisligen. Jetzt zeigt der Kompass wieder einmal Richtung Norden.rei