Lokalsport

Marschmusik mit „voller Kapelle“

Handball-Bezirksliga Wolfschlugens Reserve droht im Lenninger Fruststau größerer Schaden

Lenningen. Bruno Rieke ist nicht dafür bekannt, dass er mit einer klaren Meinung hinterm Berg hielte. Fairness im Sport bedeutet für ihn zwar in erster Linie Respekt vor dem Gegner. Wenn heute Abend jedoch Wolfschlugens „Zweite“ vor wie immer 300 erwartungsvollen Fans in der Lenninger Sporthalle sich in den Wind stellt, dann kann es für ihn nur eine Marschrichtung geben: Kampf bis zum Umfallen und am Ende ein klarer Sieg. „Als Landesliga-Absteiger darf Wolfschlugen für uns nicht der Maßstab sein“, sagt Lenningens Trainer nüchtern. „Da gibt‘s kein Pardon.“

Markige Sätze, adressiert an die Spieler. Nach drei Niederlagen hintereinander ist für den Coach der SG die Grenze des Tolerablen erreicht. „Gegen Owen und Esslingen kann man durchaus verlieren“, sagt Rieke. Am vergangenen Wochenende beim TV Denkendorf waren es vielmehr die Umstände, die den Weg zum Erfolg versperrten. Timo Haid war noch im Urlaub, Max Bächle schon nach wenigen Minuten nach einer Roten Karte auf der Bank. Zwei, die im Rückraum eine gewaltige Lücke reißen oder wie Rieke es griffiger formuliert: „Da wird‘s dann halt eng für meine Meter-Siebzig-Buben.“

Keine aufziehende Krise also in Lenningen. Alles erklärbar. Und trotzdem: „Mit der vollen Kapelle erwarte ich heute eine klare Reaktion“, sagt der Coach. „Die Halle wird wie immer beben. Die Einstellung muss stimmen. Vor allem kämpferisch.“ Zeit für eine klare Sprache. Nicht nur beim Verantwortlichen auf der Bank, auch auf dem Spielfeld. Immerhin hat das Lenninger Zwischentief bereits Luft für sechs Wochen. Am 23. Oktober war es das letzte Mal, dass das Bier nach dem Duschen nicht allein der Frustbewältigung diente. Seit dem 27:19 bei der TG Nürtingen sind die Lenninger von Platz zwei auf fünf durchgesackt. Heute in einer Woche geht es zum VfL in die Kirchheimer Walter-Jacob-Halle. Dort würde man ganz gerne in aller mentalen Frische das Spielfeld betreten und nicht als siechender Patient. Der Tabellendrittletzte aus Wolfschlugen also der richtige Gegner zur rechten Zeit? Die Antwort darauf gibt es heute Abend ab 20 Uhr in der Halle in Lenningen. Bernd Köble

So wollen sie spielen

SG Lenningen: Carrle, Lamparter, Bezold, Rieke, Renz, Schmid, O. Ringelspacher, Austen, Baumann, Haid, Bächle, Bächle, Pisch, Dieterich

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