Lokalsport

Maßkrüge schleppen anstatt Maßflanken schlagen

Der Mix macht‘s: Beim Kreisliga B-Spitzenreiter TSV Owen hält der Höhenflug an. A-Liga Tabellenführer VfL Kirchheim sammelt derweil genauso eifrig Punkte, muss aber in den kommenden Partien aus einem bemerkenswerten Grund auf einen wichtigen Akteur verzichten.

Owener Torjubel.Fot:o: Markus Brändli
Owener Torjubel.Fot:o: Markus Brändli

Owen/Kirchheim. Owens Sprecher Jürgen Rebmann kennt und nennt die Erfolgsformel. „Die Mischung aus älteren und jüngeren Spielern passt ganz einfach in dieser Saison“, sagte der Vereinsfunktionär des B-Ligisten nach dem überzeugenden 4:2 im tabellarischen Gipfeltreffen gegen den TSV Schlierbach. Fünf Siege in Serie: Es ist der beste TSVO-Start aller Zeiten im Punktspielbetrieb. „Wir feiern jeden Erfolg“, betont Rebmann, „aber diesen natürlich ganz besonders.“ In der vergangenen Runde hatten die Herzogstädter nach fünf Partien gerade einmal sieben Zähler.

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Relevantes für die Klub-Historie haben auch die Fußballer des AC Catania geleistet. Das gestrige 15:1 gegen den TSV Holzmaden II brachte ACC-Abteilungsleiter Pasquale Martinelli ins Grübeln. Doch auch nach längerem Nachdenken fiel ihm kein ähnlich hoher AC-Sieg ein. „Einerseits freue ich mich natürlich über den hohen Sieg“, bilanzierte Martinelli, „aber noch mehr gefällt mir, dass die Mannschaft trotz der klaren Führung nicht einen auf Primaballerina gemacht, sondern weiter konsequent weitergespielt hat.“ Holzmadens Stephen Adoton blieb zumindest der Ehrentreffer vorbehalten. Owen versus Catania? Ein Zweikampf dieser beiden Teams um den Titel ist denkbar. Wenn ein Torwart Geburtstag hat und an diesem Tag kickt, will er möglichst gewinnen und kein Tor kassieren. Für VfL-Keeper Martin Habram, seit gestern 34 Lenze, gingen beim 3:0 in Frickenhausen alle diesbezüglichen Wünsche in Erfüllung. Und noch eine Geschichte vom ungeschlagenen Kreisliga A-Tabellenführer VfL Kirchheim. Das Oktoberfest hat unmittelbare Auswirkungen auf den Kader. Stammkraft Michael Schweizer fällt über zwei Wochen aus. Der bemerkenswerte Grund: Der Mittelfeldrenner kellnert auf der Wiesn. Maßkrüge tragen statt maßgerechte Flanken sozusagen, Theresienwiese statt Fußballplatz.

Erleichterung bei der TG Kirchheim nach dem ersten Punktgewinn in der Kreisliga A. Allerdings fällt Kapitän Michele Canora (Gelb-Rot) am kommenden Sonntag beim Gastspiel in Unterlenningen aus. Turngemeinde-Sprecher Claus Stepan ärgerte sich insbesondere, dass seinem Team ein „klarer Elfmeter“ verweigert worden war. Am Abend saßen die Kicker der ersten und zweiten Mannschaft trotzdem ganz gemütlich im Vereinsheim zusammen. Auch die TG-„Zweite“ sammelte beim 1:1 in Neuffen einen Zähler.

In der Bezirksliga kommt die SGEH immer besser in Schwung. Das Team von Trainer Georgios Karatailidis besiegte den TSV RSK Esslingen überzeugend 3:1. Und der kommende SGEH-Gegner ist in einem absoluten Tief. Das punktlose Schlusslicht TSV Berkheim kam gestern in Donzdorf (1:9) fürchterlich unter die Räder. Beim sieglosen TSV Wendlingen saß gestern erstmals der Abteilungsleiter in Doppelfunktion als Spieler und Trainer auf der Bank. Nach der Trennung von Coach Thomas Köhrer wenige Tage zuvor – die erste Trainerentlassung in der laufenden Bezirksliga-Saison – ist nun Sascha Strähle eingesprungen. Köhrer hatte einst 2014 den zum TSV Jesingen wechselnden Klaus Müller abgelöst. Zur Premiere gab es für Strähle und Co. ein respektables 1:1 beim Titel-Geheimfavoriten SGM T/T Göppingen. „Wir werden frühestens in zwei Wochen entscheiden, wie es auf der Trainerposition weitergeht“, betonte Strähle gestern Abend. Eine Dauerlösung mit Strähle ist eine der Optionen.