Lokalsport

Medaille im Visier

Mountainbike: Manuel Fumic und die deutsche Staffel starten in die WM

Als Medaillenaspirant, aber nicht als Titelkandidat geht das deutsche Mountainbike-Quartett bei der Weltmeisterschaft in Andorra am morgigen Mittwoch (Start 11 Uhr) in den Team-Wettbewerb. ­Manuel ­Fumic und Co. hoffen auf ­Edelmetall und möglichst viele Weltranglistenpunkte.

Erfrischung tut Not: Wollen Manuel Fumic und seine deutschen Staffelkollegen bei der WM um eine Medaille mitfahren, muss morgen
Erfrischung tut Not: Wollen Manuel Fumic und seine deutschen Staffelkollegen bei der WM um eine Medaille mitfahren, muss morgen in Andorra alles passen. Foto: Küstenbrück

Vallnord. „Auf dem Papier sind die Schweizer und die Franzosen stärker einzuschätzen als wir. Wenn alles gut geht, dann werden wir mit den Italienern um Bronze kämpfen können. Vielleicht haben auch die Tschechen noch eine Chance“ schätzt Bundestrainer Peter Schaupp die Möglichkeiten der deutschen Staffel ein. Manuel Fumic stimmt ihm zu. „Wir sind nicht die Favoriten, aber wenn alles perfekt läuft, dann können wir eine Medaille holen. Wenn nicht, dann haben wir wieder eine Erfahrung gesammelt“, sagt der Kirchheimer.

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Kaum einer weiß aber besser als die Deutschen, wie man sich verrechnen kann. Mal ganz abgesehen von Defekten, die auf einer einzigen Runde eigentlich nicht zu kompensieren sind, ist just diese eine schnelle Runde was anderes als ein komplettes Cross-Country-Rennen.

Dazu kommt, dass sich die Fahrer mental anders einstellen müssen. Abgesehen vom letzten Fahrer, der vermutlich auch diesmal wieder Manuel Fumic heißen wird, darf man nicht auf Position fahren. Im Grunde ist der Team-Wettbewerb ein Einzelzeitfahren mit Gegnern, die einen im Singletrail aufhalten können oder im günstigen Fall auch Windschatten und Motivation geben können. Vor allem für den unerfahrenen Junior ist es oft schwer einzuschätzen, wie er sich die eine Runde einteilen muss.

Das deutsche Team wird gegenüber der Gold-Staffel von der EM auf zwei Positionen verändert werden. Sofern nicht aktuell noch was dazwischenkommt, wird auf der Junioren-Position Robin Hofmann für seinen Wombacher Vereinskameraden Max Brandl zum Einsatz kommen, der sich auf sein Einzelrennen am Freitag konzentrieren will.

Die Rolle der Dame im Quartett übernimmt die 43-jährige Sabine Spitz von Helen Grobert. Nachdem die dreifache Olympia-Medaillengewinnerin beim Weltcup-Finale in Val di Sole nur 16. geworden war, Helen Grobert und Adelheid Morath aber auf den Plätzen neun und sechs das Ziel erreicht hatten, hatte man beim BDR nochmals überlegt. Doch Spitz hatte für ihre etwas schwächere Leistung eine gute Erklärung. Eine Magen-Darm-Grippe hatte sie beeinträchtigt. Das dürfte am morgigen Mittwoch keine Rolle mehr spielen und zudem gilt Spitz als Athletin, die mit der Höhenlage von rund 1 900 Metern bestens klarkommt. Sie hat vor zwei Jahren im Bikepark Vallnord auch das Weltcup-Rennen gewonnen.

Lange galt das Staffel-Rennen, das nur bei EM und WM gefahren wird, als nettes Beiwerk. Zumindest in Deutschland. Doch seit man 2010 im kanadischen Mont Sainte Anne zum ersten Mal WM-Edelmetall gewann und der Team-Wettbewerb ins Nationenranking zählt, das für die Olympia-Startplätze relevant ist, geht man das auch seriöser an. In Andorra birgt das Team Relay zusätzliche Brisanz, weil bei den Herren die Deutschen und die Italiener im Nationenranking sehr eng beieinander liegen. So würde man den Azzurri gerne möglichst viele Punkte abknöpfen. „Die sind wichtig, klar. Für mich ist die Runde aber auch die Möglichkeit, unter Rennbedingungen zu fahren. Daraus lassen sich noch mal Rückschlüsse ziehen“, erklärt Fumic.

Einen echten Schwachpunkt hat das deutsche Team eigentlich nicht. Aber auch keine überragende Figur. Sollte das Team mit einer Medaille in die Meisterschaft starten, würde das natürlich auch die Atmosphäre positiv beeinflussen. „Das lockert die Stimmung“, weiß Fumic aus Erfahrung – er hat im Team bis jetzt bei der WM Silber und Bronze und bei der EM Gold gewonnen.