Lokalsport

Mit altem Pech ins neue Jahr

Basketball Die Knights müssen im Heimspiel gegen Paderborn morgen auf Seth Hinrichs verzichten. Der US-Amerikaner fällt mit einem Mittelhandbruch aus. Von Bernd Köble

Spielt oft unscheinbar, ist aber einer der Wertvollsten für das Kirchheimer Team: Seth Hinrichs fehlt den Knights nach einem Mit
Spielt oft unscheinbar, ist aber einer der Wertvollsten für das Kirchheimer Team: Seth Hinrichs fehlt den Knights nach einem Mittelhandbruch auf unbestimmte Zeit.Foto: Tanja Spindler

An eine mögliche Wende zum Besseren zu glauben, gehört für die meisten Menschen zum Jahreswechsel. Alles andere wäre Fatalismus. Bei aller Zuversicht, die Kirchheims Basketballer in der kurzen Weihnachtspause entwickelt haben mögen, das neue Jahr beginnt, wie das alte endete: mit personellen Sorgen. Diesmal hat es Seth Hinrichs erwischt und damit wieder eine der Tragsäulen im Spiel der Knights. Der US-Forward zog sich bei einer unglücklichen Aktion am Montag im Training einen Bruch der Mittelhand zu. Wie lange Kirchheims bisher effektivster Spieler wird pausieren müssen, steht derzeit nicht fest.

Coach Michael Mai muss im so wichtigen Heimspiel gegen Paderborn (Sonntag, 17 Uhr) also wieder umbauen. Jonathon Williams, der in Crailsheim zuletzt wegen einer hartnäckigen Erkältung fehlte, wird seine variable Rolle auf der Position drei wohl aufgeben und verstärkt auf den Flügel ausweichen müssen. Dafür kehrt Tim Koch nach sechs Spielen Pause wegen eines Bänderrisses wieder zurück. Der Dreier-Spezialist soll vor allem die zuletzt in die Kritik geratene Defensive stabilisieren. Michael Mai rechnet zwar mit der einen oder anderen zusätzlichen Verschnaufpause für den 27-Jährigen, der als einer der Konditionsstärksten gilt, sagt aber grundsätzlich: „Tim ist fit. Da mache ich mir keine Sorgen.“

Hinrichs Ausfall dagegen dürfte schwer wiegen. Gegen einen offensivstarken Gegner mit Schwächen unterm Korb ist der reboundstarke Amerikaner nur schwer zu ersetzen. Im Hinspiel Anfang November war Hinrichs mit 21 Punkten und fünf Rebounds auffälligster Spieler. In Paderborn lagen die Knights fast das gesamte Spiel über zurück, ehe ein starkes Finish zum knappen 80:75-Erfolg führte. Die Westfalen zu unterschätzen, wäre grob fährlässig. Die zuletzt drei Niederlagen der Baskets waren allesamt knapp. Zwei davon resultieren zudem aus Spielen gegen Crailsheim und den MBC. In beiden Vergleichen mit den Spitzenreitern ließ das Team von Uli Nächster deutlich weniger Federn als zuletzt die Kirchheimer.

Ein eingespielter Gegner

Paderborns Stärke: Die Mannschaft ist gefestigt, blieb zu Saisonbeginn fast unverändert. Einzig gewichtiger Neuzugang ist der 23-jährige Till Gloger, der für Paderborn bereits in der NBBL spielte und nach einem College-Jahr im Sommer aus den USA zurückkehrte. Er ergänzt das Führungs-Duo im Backcourt mit den beiden wurfstarken Amerikanern Chase Adams und Matt Vest. Gloger ist mit 14,6 Punkten und 3,9 Rebounds zugleich Topscorer der Uni Baskets im Moment.

Für Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt ist die morgige Partie ein Schlüsselspiel. Mit der fünften Niederlage in Folge würde der Januar nicht nur, was das Wetter betrifft, ein ungemütlicher Monat. Drei Heimspiele stehen an. „Wenn wir am Sonntag verlieren“, warnt Schmidt, „dann werden auch die anderen beiden sehr schwer.“

Der Trainer hat nach Weihnachten immerhin den nötigen Ernst im Team vernommen. „Wir haben ausgesprochen gut und konzentriert gearbeitet“, sagt Michael Mai, der sich vom momentanen Tief nicht beirren lassen will. „Am Ende einer Reise“, sagt er, „entscheidet immer das Gesamtbild, ob sie gut war oder schlecht.“

Anzeige