Lokalsport

Mit blauem Auge davongekommen

Kreisligaszene Spitzenreiter Neidlingen musste einem 0:2-Rückstand nachlaufen – Verfolger Dettingen schöpft neuen Mut – Nabern II sorgt für eine Überraschung – Spielabbruch nach Horrorverletzung. Von Klaus Schlütter

Jaaaa!!! Mit Urschrei und geballter Faust feiert Neidlingens junger Torwart Andreas Gienger, der Urlauber Torben Mende vertrat,
Jaaaa!!! Mit Urschrei und geballter Faust feiert Neidlingens junger Torwart Andreas Gienger, der Urlauber Torben Mende vertrat, den hart erkämpften 3:2-Sieg gegen den FC Nürtingen.Foto: Tanja Spindler

Puuuhhh, das war eng! Der TV Neidlingen, Spitzenreiter der Kreisliga A, kam gegen den Abstiegskandidaten FC Nürtingen gerade noch mit einem blauen Auge davon. Scheinbar hoffnungslos mit 0:2 lag die Elf vom Reußenstein bei Halbzeit hinten. 3:2 hieß es nach einer erheblichen Leistungssteigerung am Ende. Der Sechs-Punkte-Vorsprung auf Verfolger SF Dettingen war noch einmal gerettet. „Wir sind lange nicht ins Spiel gekommen, gerieten durch eigene Fehler in Rückstand“, so Spielertrainer Patrick Kölle. „Zum Glück haben wir nach der Pause eine deutliche Reaktion gezeigt.“

Der Konkurrenz ist nicht verborgen geblieben, dass Neidlingen nicht mehr so souverän auftritt wie in der Vorrunde. Der Dettinger Trainer Heiko Blumauer: „Ihnen fehlt die Breite im Kader. Wenn drei Stammspieler ausfallen wie diesmal, bekommen sie Pro- bleme.“ Er selber hat ebenfalls große Verletzungssorgen (zwei gerissene Kreuzbänder, zwei Leisten-OPs), kann diese Ausfälle aber besser kompensieren. So fegte seine ersatzgeschwächte Truppe den FV 09 Nürtingen II mit 5:0 vom Platz. Wer schoss wohl die meisten Tore? Na klar, einmal mehr Tim Lämmle! Der Dettinger Torjäger vom Dienst lochte gleich viermal ein - wie übrigens auch Carmelo Sessa vom TSV Grafenberg beim 6:1 gegen Schlaitdorf. Ermutigt vom glänzenden Start in die zweite Saisonhälfte mit zwei Siegen und 12:2 Toren, sagt Blumauer: „Das Rennen um die Meisterschaft ist noch nicht entschieden, wir schreiben uns noch nicht ab. Es sind noch 33 Punkte zu vergeben, und wir liegen nur sechs Punkte zurück.“

Mit der minimalsten Torausbeute holte der SV Nabern in zwei Heimspielen nacheinander das Maximalste heraus. Die erste Mannschaft entfernte sich mit einem 1:0 gegen Catania aus der Abstiegszone. Die Zweite sorgte mit demselben Resultat gegen die TG Kirchheim für eine große Überraschung. Auch Weilheim II verschaffte sich Luft nach unten, vergrößerte andererseits mit dem 3:1 die Abstiegssorgen Jesingens.

Eine Klasse tiefer würde sich Nabern II über einen Kasten Bier aus Unterlenningen freuen - als Belohnung dafür, dem Mitfavoriten TG Kirchheim einen Tiefschlag versetzt zu haben. Die Turbulenzen der letzten Wochen um die Vorkommnisse in Kohlberg mit langen Sperren haben beim Gegner offenbar ihre Spuren hinterlassen. Nach dem 8:0 in der Vorrunde war die TG jedenfalls nicht wiederzuerkennen. Sabrina Wohlleben auf der Trainerbank, die den privat verhinderten Tiago Santos-Aranjo vertrat, musste tatenlos mit ansehen, wie ihre Gambier saft- und kraftlos untergingen. Pure Freude dagegen bei Andreas Schuster, dem Spielertrainer von Nabern: „Das war eine superstarke Teamleistung von uns!“ Der TG-Killer war übrigens Jochen Weber.

In Notzingen kam die frohe Botschaft mit reichlich Verspätung an. „Wir haben die Spieler vorher bewusst nicht informiert. Die Mannschaft sollte sich voll auf das Spiel konzentrieren“, sagte Unterlenningens Spielleiter Marc Schmohl. Zur Information: Die Partie in Nabern fand zwei Stunden früher statt. Volle Konzentration war auch nötig, denn Notzingen warf für seine wohl letzte Chance, ganz vorne einzugreifen, alles in die Wagschale, machte dem TVU in einer kampfbetonten Partie das Siegen nicht leicht. Matchwinner war Doppel-Torschütze Kevin Rieke. Unterlenningen ist jetzt bei einem Spiel mehr und fünf Punkten Vorsprung zum ersten Mal „echter“ Tabellenführer der Staffel 6.

Die Horrormeldung des Tages kam aus Nürtingen. Das Spiel SPV 05 gegen TSV Oberlenningen war kaum 20 Minuten alt, als es zu einem folgenschweren Zwischenfall kam. Bei einem Pressschlag erlitt der Lenninger Spieler Özgir Oguz einen offenen doppelten Schienbeinbruch. Er wurde sofort ins Krankenhaus transportiert und unmittelbar danach operiert. Die Akteure beider Vereine standen unter Schock und sahen sich nicht in der Lage, weiterzuspielen. Die Begegnung wurde abgebrochen und wird wohl zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

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