Lokalsport

Mit neuem Namen zu neuen Ufern

Fußball Der FC Nürtingen 73 geht ab der kommenden Saison als Türkspor Nürtingen 1973 auf Punktejagd in der Kreisliga.

Nürtingen. Es ist nicht das erste Mal in der 45-jährigen Vereinsgeschichte, dass der türkische Fußballklub aus Nürtingen namenstechnisch neue Wege geht. Für die Verantwortlichen war es jetzt aber mal wieder an der Zeit. Schließlich hat sich der Klub in den zurückliegenden Jahren sportlich nicht so weiterentwickelt, wie sich die Kicker vom HöGy das vorgestellt hatten. Nach dem Aufstieg in die Kreisliga A und dem sofortigen Wiederabstieg in der vergangenen Spielzeit lief es auch in der Vorrunde der laufenden Saison nicht rund. Ein frischer Wind sollte her. Und mit ihm ein neues Markenzeichen: Türkspor statt FC - neues Wappen mit inbegriffen.

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Politisch wollen die Nürtinger ihre Umbenennung in Zeiten angespannter deutsch-türkischer Beziehungen aber nicht verstanden wissen. „FC sagt nicht viel aus über die Mannschaft“, sagt Serdar Celik, Vorstandsmitglied bei den Nürtingern. „Fakt ist, dass wir ein türkischer Verein sind. Das weiß jeder, aber das wollten wir wieder in den Vordergrund stellen.“ Nach wie vor setze der Verein auf einen „guten Mix von türkischen und nicht-türkischen Spielern“, so Celik und nicht auf eine exklusive Gesellschaft, die sich allein an der Nationalität oder einer bestimmten politischen Strömung ausrichtet. „Vom Politischen trennen wir uns absolut. Natürlich hat jeder eine politische Einstellung in der Mannschaft, aber jeder eine andere. Uns geht es ausschließlich um den sportlichen Erfolg.“

Ex-Regionalligakicker als Coach

Letzterer hat inzwischen wieder eingesetzt. Der ist aber in erster Linie nicht mit einem neuen Vereinsnamen, sondern mit einem neuen Namen auf der Trainerposition verbunden. Seit der frühere Regionalliga-Kicker Domenico D’Andrea (VfB Stuttgart II, VfR Mannheim) in der Rückrunde das Amt von Sercan Tonbak übernommen hat, eilen die Nürtinger von Sieg zu Sieg. Aktuell auf Platz zwei, deutet drei Spieltage vor Saisonende in der Kreisliga B 4 alles auf eine Teilnahme an der Aufstiegsrelegation hin. „Die Mannschaft ist hungrig“, sagt Celik, der hofft, dass sich der Klub im Falle eines erneuten Aufstiegs wieder in höheren Klassen etablieren kann. Dazu müsse der Verein aber wachsen. Mit der Namensänderung hoffen die 73er, neue Sponsoren und neue Strahlkraft gewinnen zu können. Celik spricht von einem Fünf-Jahres-Plan. „Erst mal wollen wir die erste Mannschaft stärken. In den nächsten Jahren soll auch eine Jugend dazukommen.“

Planungssicherheit herrsche zumindest schon mal für die neue Saison: D’Andrea habe seinen Verbleib bestätigt, unabhängig von der Ligazugehörigkeit, zudem sei man bereits mit drei Zugängen so gut wie einig.Alexander Schmid