Lokalsport

Mit qualmenden Reifen gegen den Stillstand

Motorsport Der Notzinger Kevin Funk hat sich mit seiner Stuntshow einen Namen in der Szene gemacht und will andere Menschen für seinen Sport begeistern. Von Aline Müske

Burnout – was für viele wie eine erschreckende Diagnose klingt, lässt Biker-Herzen höher schlagen. Der Notzinger Kevin Funk sorgt während seiner Stuntshows aber nicht nur für qualmende Reifen an seinem Trial-Motorrad, sondern bringt auch den Atem seiner Zuschauer zum Stocken. Normalerweise kommen Trial-Motorräder im Motorsport bei der Bewältigung von Geschicklichkeits-Parcours zum Einsatz. Nicht so bei dem 26-Jährigen: Dieser hat das Trial kurzerhand zweckentfremdet, um für den Sport mithilfe von Stuntshows zu begeistern.

„Meine große Leidenschaft begann mit acht Jahren, als ich auf einer Fahrradtour mit meinem Papa an einem Trial-Gelände in Wendlingen vorbeifuhr. Nachdem mir dort angeboten wurde, das Trialfahren auszuprobieren, klappten die ersten Versuche ganz gut“, erinnert er sich. Dass er jedoch auch über das nötige Talent verfügte, wurde in den darauffolgenden Jahren durch etliche Titelgewinne bestätigt. Bereits 2003 und 2004 konnte er seine sportlichen Träume erfüllen und wurde zweimal hintereinander Deutscher Meister.

Im Jahr 2006 machte es sich der Notzinger zur Aufgabe, seine Begeisterung für den Sport nach außen zu tragen, andere Menschen damit anstecken zu wollen. Er entwickelte aus einer anfänglichen Idee ein Showkonzept, das nicht nur klassische Vorführungen wie „Wheelies“ (Fahren auf dem Hinterrad), „Stoppies“ (abruptes Abstoppen auf dem Vorderrad) und „Burnouts“ (Durchdrehen des Hinterrads), sondern auch aus spektakulären Sprüngen auf Autos und über bis zu 15 Personen hinweg besteht. Untermauert werden die waghalsigen Manöver durch Musik und dem Einsatz von Pyrotechnik.

Mittlerweile hat sich Kevin Funk in der Motorsportbranche mit seiner Marke „Stuntfunk“ einen Namen gemacht und ist dafür viele Wochenenden im Jahr unterwegs. Zu seinen größten Erfolgen im Showbusiness zählen bislang Auftritte bei MotoGP am Red Bull-Ring oder auf dem roten Teppich beim Tiroler Werbepreis, bei dem er mit dem Trial sogar über TV-Moderatorin Sonya Kraus sprang.

Aus seinem Erfolgsrezept macht er dabei kein Geheimnis. Neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen sei genau sein Ding: Gemäß seines Mottos „Stillstand ist Rückschritt“ hat der Notzinger nun einen Wheelie-Simulator konstruiert. Hierbei handelt es sich um ein fixiertes Motorrad, dessen Hinterrad auf einer Prüfstandrolle steht. Wird das Gas aktiviert, hebt sich das Vorderrad und die Zuschauer können den Kick am eigenen Leib erfahren. Angst, dass das Motorrad umkippen könnte, braucht man hierbei aber nicht zu haben, da es durch ein Stahlseil gesichert ist.

Unterstützung für die Shows und bei der Realisierung neuer Projekte erfährt er vor allem von seinen Eltern. Während sein Vater die Shows moderiert, hilft die Mutter wo immer sie gebraucht wird. An diesem familiären Zusammenhalt wird sich auch im Jahr 2017 nichts ändern, wenn das neueste Projekt umgesetzt werden soll: „Ich möchte meine Erfahrungen und meine Leidenschaft für den Motorsport auch an die Kleinsten weitergeben.“ Deshalb soll 2017 ein Jahr werden, in dem die Jugendförderung eine wichtige Rolle spielt. Funk: „Unter anderem ist ein Kinder-Parcours bei meinen Shows geplant, bei dem die Kleinsten auf einem Quad ihr fahrerisches Geschick unter Beweis stellen können. Natürlich nach einem altersgerechten Konzept.“

Mit Töchterchen Laila ist dieses Jahr ein neuer „Stuntfunk“ geboren – ob sie auch einmal auf dem Kinder-Quad ihre Runden durch den Parcours dreht und später an Papas Erfolg im Trial-Sport anknüpfen wird? Kevin Funk kann sich ein Lachen nicht verkneifen und fügt augenzwinkernd hinzu: „Vielleicht?

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