Lokalsport

Mit Wehmut von der Seitenlinie in die Amtsstube

Fußball Nach der Wahl zum Schlierbacher Bürgermeister bestreitet VfL-Jugendcoach Sascha Krötz sein letztes Spiel.

Freut sich über 62 Prozent genauso wie über drei Punkte: Sascha Krötz. Foto: Markus Brändli
Freut sich über 62 Prozent genauso wie über drei Punkte: Sascha Krötz. Foto: Markus Brändli

Kirchheim/Schlierbach. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben die A-Jugend-Fußballer des VfL Kirchheim vergangenen Sonntag die Bürgermeisterwahl in Schlierbach verfolgt. Einerseits drückten sie ihrem Trainer Sascha Krötz die Daumen und freuten sich am Ende über dessen Wahlerfolg. Andererseits bedeuteten die fast 62 Prozent für den 28-Jährigen, dass er sich am morgigen Sonntag ab 11 Uhr mit dem Heimspiel gegen Verbandsstaffel-Kellerkind Normannia Gmünd von den Kirchheimern verabschiedet.

„Ich hatte beim VfL vier wunderbare Jahre“, kommt beim künftigen Bürgermeister der im Kreis Göppingen liegenden Nachbargemeinde etwas Wehmut auf. Und das liegt nicht nur daran, dass seine Mannschaft vor dem letzten Saisonspiel Platz vier bereits sicher und gar noch geringe Chancen auf die Vizemeisterschaft hat. „Für mich geht eine wichtige Phase in meinem Leben zu Ende, in der ich unheimlich viele tolle und engagierte Menschen kennenlernen durfte“, sagt der ursprünglich aus dem Remstal stammende Noch-Hauptamtsleiter der Gemeinde Dettingen über seine Zeit beim VfL. Gleichzeitig kündigt er an, die vier Jahre nach der Partie mit seiner Mannschaft, den Eltern der Spieler und seinen Mitstreitern gebührend feiern zu wollen.

Die Wertschätzung ist allerdings nicht einseitig. „Mit Sascha verlässt uns einer unserer besten Trainer“, lobt VfL-Jugendleiter Christopher Andrä seinen bisherigen Mitstreiter und gesteht, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Einerseits verliere er nicht nur seinen A-Jugend-Coach und den Koordinator für die Altersgruppen U16 bis U19. Andererseits „freuen wir uns mit ihm und gönnen ihm den Erfolg von ganzem Herzen“.

Ehe Krötz nach genau 100 Pflichtspielen als Jugendtrainer des VfL am Sonntag kurz vor 13 Uhr servus sagt, stehen für ihn und seine Fußballer aber noch einmal 90 schweißtreibende Minuten an. Auch weil es für den Kontrahenten aus Gmünd noch gegen den Abstieg geht und die Kirchheimer im Kampf um den Klassenverbleib dem Nachbarn TSV Weilheim mit einem Heimsieg zum Saisonabschluss Schützenhilfe leisten können. Für den scheidenden Coach ist klar: „Ein Dreier ist Pflicht.“ Auch weil er die Krönung einer Saison wäre, mit der Sascha Krötz „absolut zufrieden“ ist.

Klassenerhalt als Höhepunkt

Überhaupt blickt er stolz auf seine sportliche Bilanz bei den Nachwuchsfußballern aus der Teckstadt zurück, die für ihn vor vier Jahren mit einem vierten Platz in der U15-Landesstaffel begann. Höhepunkt war das Erreichen des Klassenverbleibs vergangene Saison, als Krötz kurz nach dem Winter von der U17, mit der er damals auf Rang drei in der Verbandsstaffel lag und noch Titelchancen hatte, zur auf einem Abstiegsplatz stehenden U19 wechselte. Am Ende einer beeindruckenden Siegesserie stand der frühzeitige Klassenverbleib.

Auch deshalb will sich Schlierbachs künftiger Schultes morgen erfolgreich von der Jesinger Allee verabschieden. Hinzu kommt, dass es ja nicht nur für den 28-Jährigen die letzte Partie ist, sondern auch für seinen Co-Trainer Philipp Rößler sowie die Spieler Maksim Wolf, Marco Habram, Serdar Helvaci, Jonas Doll, Dilibirn Yilmaz, Simon Prinz, Andreas Hiller, Patrick Liebl, Danny Nguyen, Ibrahim Sidibe, Moritz Waggershauser, Felix Rühs, die allesamt in den Aktivenbereich wechseln. Niklas Müller zieht‘s derweil zum Studium nach München.Uwe Flegel

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