Lokalsport

„Mitmachen ist einfach Pflicht“

Radsport Die Vorfreude auf das morgige Jedermannrennen im Rahmen der Deutschland-Tour ist auch bei Teilnehmern aus der Teckregion riesig. Von Peter Eidemüller

Auf los geht's los: Das Jedermann-Rennen im Rahmen der Deutschland-Tour lockt auch viele Teilnehmer aus der Teckregion. Symbolbi
Auf los geht's los: Das Jedermann-Rennen im Rahmen der Deutschland-Tour lockt auch viele Teilnehmer aus der Teckregion. Symbolbild: pixabay

Einmal auf den Spuren der Profis den Asphalt unter die Räder nehmen - für über 3 500 Hobbypedaleure wird dieser Traum am morgigen Sonntag wahr. Im Rahmen der letzten Etappe der Deutschland-Tour von Lorsch nach Stuttgart dürfen die „Jedermänner“ mit Start und Ziel in der Landeshauptstadt auf zwei Strecken durch die Region flitzen, die letzten knapp 50 Kilometer sogar auf der Strecke, auf der auch die Stars um Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas und Co ihre Kräfte messen.

Dass die 117,5 Kilometer lange Runde dabei auch durch Kirchheim und das Umland führt (siehe Infografik), macht das Event nicht zuletzt für die rund 30 Teilnehmer aus der Teckregion zu etwas ganz Besonderem. „Wenn so eine tolle Veranstaltung bei uns stattfindest, hast du einfach die Pflicht, mitzumachen“, sagt Bernd Zapf aus Oberlenningen. Der 57-Jährige will das Rennen möglichst unter vier Stunden bestreiten. „Das ist keine einfache Sache, die Strecke ist anspruchsvoll. Da musst du auch mit dem Kopf fahren“, weiß er um die Wichtigkeit, sich die Kräfte richtig einzuteilen.

Ähnlich sieht‘s Andreas Rottmann aus Weilheim, der die Strecke darum in Teilen bereits abgefahren ist. „Eine wirklich interessante Herausforderung“, sagt der 55-Jährige, der hauptsächlich aus Spaß an der Freude und der Natur an den Start geht - und der Zuschauer wegen. „Sonst finden solche Rennen ja meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.“ Die Familie will ihn am Wasserturm zwischen Kirchheim und Notzingen anfeuern. „Vielleicht halt‘ ich kurz an und sag‘ Hallo“, so Rottmann.

Zu viel Zeit darf man sich allerdings nicht lassen - da die Profis den Amateuren nach der Streckenzusammenführung bei Waiblingen im Nacken sitzen werden, schreibt das Reglement eine Mindest-Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 km/h vor - wer vom Besenwagen überholt wird, muss das Rennen verlassen.

Dieses Schicksal dürfte Andreas Miller nicht blühen. Der 46-Jährige aus Jesingen gilt in der Szene als einer der Ambitioniertesten, hat er doch in den vergangenen Jahren vor allem bei Bergrennen in den Alpen immer wieder für Topergebnisse gesorgt. Neben dem Lokalkolorit beim morgigen Jedermannrennen („Da muss man als Hiesiger schon Farbe bekennen“) treibt Miller auch der sportliche Ehrgeiz an. „Wenn ich mitfahre, habe ich schon den Anspruch, vorne mit dabei zu sein.“

Auch Stephan Fischer aus Kirchheim will die 117,5 Kilometer so schnell wie möglich absolvieren. „Aber ob ich am Ende 20. oder 200. werden, ist mir völlig egal“, sagt der 54-Jährige, der als Geschäftsführer eines Radladens auch um die sportpolitische Dimension der Veranstaltung weiß. „Die Dopingdiskussion der vergangenen Jahre hat auch dem Breitensport stark geschadet. Aber durch so etwas wie das Jedermannrennen im Rahmen der Deutschland-Tour wird dieser schöne Freizeitsport wieder in ein besseres Licht gerückt.“

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