Lokalsport

Morgens in Gelb unterwegs, abends Rotwein genießen

Mountainbike Manuel Fumic und Henrique Avancini verteidigen beim Cape Epic in Südafrika dank Rang drei auf der zweiten Etappe die Gesamtführung. Von Erhard Goller

Zum dritten Mal haben sie am Dienstag das Gelbe Trikot mit den schwarzen Streifen bekommen, der Schwabe und der Brasilianer vom Team Cannondale Factory Racing. „Das hätte niemand von uns erwartet, aber wir haben heute wieder bewiesen, dass das bisher kein Zufall war“, zog Manuel Fumic nach den Siegen beim Prolog und der ersten Etappe sowie Rang drei auf dem zweiten Teilstück der Cape Epic Bilanz.

Zugute kommt dem Kirchheimer und seinem brasilianischen Partner, dass sie hitzebeständig sind - Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad sind zu einem bedrohlichen Gegner beim Cape Epic geworden. So mussten am Montag 70 Teilnehmer nach oder während der Etappe medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Die Organisatoren entschieden deshalb, die Dienstags-Etappe von Hermanus nach Greyton bereits in Caledon enden zu lassen und damit um 40 Kilometer auf 62 zu verkürzen. Dabei hatten Fumic und Avancini sich eine Strategie ausgedacht. Am längsten Anstieg, der bei Kilometer 35 in eine Bergwertung mündete, wollten sie ihre schärfsten Rivalen unter Druck setzen - mit Erfolg. Am Hinterrad von Weltmeister Nino Schurter passierten Fumic und Avancini die Kuppe und gewannen damit die Bergwertung. Dahinter folgte Schurters Teamkollege Matthias Stirnemann, sodass sie mit 20 Sekunden Vorsprung auf Christoph Sauser/Jaroslav Kulhavy in eine fünf Kilometer lange Singletrail-Abfahrt gingen.

Auf der folgenden langen Flachpassage überließen Fumic und Avancini den beiden Schweizern den Großteil der Führungsarbeit. „Sie wollten den Etappensieg und mussten was dafür tun“, erklärte Fumic. Es war allerdings zu wenig, denn hinter ihnen dampfte die „Lokomotive“ Kulhavy, dessen Fähigkeiten auf Flachpassagen gefürchtet sind. Zehn Kilometer vor dem Ziel war die Lücke geschlossen und der Kampf um den Etappensieg eröffnet.

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel griffen Kulhavy und Sauser an. Fumic, an letzter Position fahrend, konnte nicht gleich reagieren, und es entstand eine Lücke von knapp zehn Sekunden. Doch dann blieben Sauser und Kulhavy in einem Sandloch stecken, Schurter ging’s genauso. Doch gelang es dem Verfolger-Quartett 300 Meter vor dem Ziel, wieder Anschluss zu finden. Das enge Zielgelände erlaubte allerdings keinen Sprint mehr. So holten sich der Tscheche und der Eidgenosse nach 2.33,16 Stunden den Etappensieg, 0,8 Sekunden vor dem Schweizer Duo Schurter/Stirnemann und zwei Sekunden vor Fumic/Avancini.

„Für uns ging es nur darum, das Trikot zu sichern“, sagte Manuel Fumic gut gelaunt. Mit 2.39,7 Minuten Vorsprung auf Christoph Sauser und Jaroslav Kulhavy sowie 5.22,9 Minuten auf Schurter/Stirne­mann gehen die beiden am heutigen Mittwoch in die dritte Etappe. Die führt mit Start und Ziel in Greyton über eine 78-Kilometer-Runde mit 1 650 Höhenmetern. „Da gibt es mehr Single­trails, das liegt uns mehr“, gibt sich Fumic zuversichtlich, noch einen weiteren Tag im Gelben Trikot verbringen zu können - und abends einen Rotwein genießen zu dürfen. Denn das hat Team-Chef Daniel Hespeler als Prämie gesetzt. „Das ist Motivation genug“, sagt Fumic lachend.

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