Lokalsport

„Mutmacher für die Szene“

Michael Jung.Foto: Markus Brändli
Michael Jung.Foto: Markus Brändli

Michael Jung gilt bereits mit 38 Jahren als einer der erfolgreichsten deutschen Reitsportler aller Zeiten. Olympiasieger, Weltmeis­ter, Europameister - zig weitere hochkarätige Titel hat der Horber bereits errungen. Zwar liegt sein Schwerpunkt auf dem Vielseitigkeitssport (früher ­Military genannt), doch immer mal wieder tritt er auch in reinen Spring- und Dressurprüfungen an. In Weilheim testete Jung am Samstag bei idealen äußeren Bedingungen einige Sprung-Nachwuchspferde.

 

Herr Jung, eigentlich wären Sie ­gerade von den Olympischen Spielen in Tokio zurückgekehrt und schon wieder bei überregionalen Wettkämpfen unterwegs. Welche Rolle spielen in diesen schwierigen Zeiten solche regionalen Events wie in Weilheim?

Michael Jung: Sie spielen eine ganz wichtige Rolle. Zum einen zeigen die regionalen Veranstalter wie der RFV Weilheim, dass sie das Beste aus der Situation machen, und sie sind damit auch Mutmacher für die Reitsportszene; zum anderen bieten sich den Sportlerinnen und Sportlern endlich wieder Wettkampfmöglichkeiten. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass manche Turniere zurzeit spontan aus dem Boden gestampft werden. Dies unter­streicht die große Motivation und sendet ein positives Signal.

Was fehlt Ihnen in dieser Krisenzeit als Sportler am meisten?

Natürlich die Zuschauer. Oft ist die Besucherzahl bei den Turnieren begrenzt oder es sind gar keine Zuschauer zugelassen. Als Sportler ist dies ein ganz ungewohntes Wettkampfgefühl. Andererseits entwickeln sich in der Krise neue Ideen. So bieten sich durch verstärkte Liveübertragungen von Reitturnieren im Internet plötzlich auch andere Optionen, ein Event mitzuverfolgen.

 

Wie stellt sich die aktuelle Lage im Ausland dar?

Vielfach sind die Reisemöglichkeiten eingeschränkt, zudem müssten die Teams in etlichen Ländern in Quarantäne. Vor allem hochkarätige Turniere gibt es deshalb aktuell kaum.

 

Wie sieht Ihre Planung für die Olympia-Saison 2021 aus?

Wir Reiter müssen die Situation genauso annehmen wie alle anderen Sportler auch. Im Winter werden wir als Reiter in der Halle wohl weiter mit Einschränkungen leben müssen - aber ich bleibe trotz allem positiv gestimmt, was das Wettkampfjahr 2021 betrifft.Reimund Elbe

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