Lokalsport

Nabern macht‘s wie Bielefeld

Kreisligafußball In der A2 steuern der TV Neidlingen und die SF Dettingen nach dem Titel-Knockout des TSV Grafenberg auf ein Herzschlagfinale zu. Von Klaus Schlütter

Am Drücker: Benjamin Hubert und die SF Dettingen sind in der Kreisliga A einen Aufstiegskonkurrenten los. Foto: Mirko Lehnen
Am Drücker: Benjamin Hubert und die SF Dettingen sind in der Kreisliga A einen Aufstiegskonkurrenten los. Foto: Mirko Lehnen

Der SV Nabern und Arminia Bielefeld sind seit gestern Brüder im Geiste. Die einen hievten mit dem Kantersieg über Braunschweig den VfB Stuttgart und Hannover 96 so gut wie in die Bundesliga. Die anderen machten in der Kreisliga A mit dem überraschenden 1:0 bei Wahnsinnsverfolger Grafenberg den Weg frei für die beiden Aufstiegsfavoriten TV Neidlingen und SF Dettingen.

Schöner Nebeneffekt für die Naberner: Sie haben damit die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Trainer Maurizio Mantineo fand: „Ein verdienter Sieg. Wir wollten einfach mehr als der Gegner.“ Enttäuscht war er vom 92-Tore-Sturm der Grafenberger: „Sie haben nur einmal auf unser Tor geschossen.“

Profiteur TV Neidlingen sagt Dankeschön für die Nachbarschaftshilfe. „Nun geht es vielleicht etwas leichter nächsten Sonntag gegen Grafenberg“, hofft Spielertrainer Patrick Kölle. Mit seiner Mannschaft feierte er einen ungefährdeten 4:1-Erfolg in Neuffen. Kölle, der sein 25. Saisontor zum Sieg beisteuerte: „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf wider. Wir haben wieder einen Lauf.“

Das gibt der Elf vom Reußenstein neuen Mut für die restlichen drei Spiele. Einen Punkt hinter dem TVN lauern nach wie vor die Sportfreunde Dettingen. Aber sie tankten beim mühsamen 1:0 gegen die Elf aus Grötzingen kein frisches Selbstvertrauen. „Bei denen geht’s um nichts mehr. Die konnten befreit aufspielen und haben uns alles abverlangt“, beteuert Trainer Heiko Blumauer. Seine Truppe ist von vielen Verletzungen geschwächt. Nochmal der Coach: „Ich musste drei Angeschlagene auswechseln und dafür zwei Verletzte bringen, die eigentlich nicht spielen sollten.“

Unter diesen Umständen ist es umso wichtiger, dass sich Dettingen auf einen Torjäger wie Tim Lämmle verlassen kann. Auf Vorarbeit von Robin Spranz erzielte er das goldene Tor, sein 49. in dieser Saison. Ein überragender Kapitän, ein Ausnahmestürmer, eine Motivationsmaschine, wie ihn Blumauer charakterisiert. Es liegt auf der Hand, dass er diesmal die 50-Tore-Schallmauer durchbricht und für einen neuen Rekord sorgt. Im Vorjahr kam er auf 45 Ligatreffer.

Neidlingen hat 63, Dettingen 62 Punkte. Noch sind neun Zähler zu vergeben. Das Restprogramm erscheint für beide von ähnlicher Qualität. Dettingen muss zweimal auswärts antreten - in Bempflingen und beim FC Nürtingen 73. Am Ende ist der VfB Neuffen zu Gast. Neidlingen erwartet Grafenberg, spielt beim FV 09 Nürtingen II und könnte zuletzt zu Hause gegen Schlaitdorf alles klar machen.

Vorentscheidung in der B6

Dagegen ist in der sechsten Staffel der Kreisliga B eine Vorentscheidung gefallen. Der TV Unterlenningen machte mit dem 4:2 gegen SGOH II drei Big Points, während sich Verfolger TG Kirchheim im Beurener Lettenwäldle mit einem 1:1 zufriedengeben musste. Sein Rückstand ist bei einem Spiel weniger auf sieben Punkte angewachsen. Nächsten Sonntag kommt es zum Showdown der beiden Spitzenteams in Kirchheim. Nur mit einem Heimsieg kann die TG eine minimale Chance wahren, den TVU doch noch abzufangen.

Davon abgesehen: In Unterlenningen wird schon eifrig für die nächste Saison geplant. Die Gespräche mit Spielern laufen. Es wird einige Veränderungen geben - nur beim Trainergespann nicht. Timo Stümpflen und Yusuf Cetinkaya, der mit 42 noch im defensiven Mittelfeld spielt, machen gleichberechtigt einen guten Job. „Das funktioniert bei uns ohne Probleme“, betont Stümpflen. Wer‘s nicht glaubt, schaut auf die Tabelle.

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