Lokalsport

Nabern stellt die Tabelle auf den Kopf

Kreisligafußball Der Tabellendrittletzte ist nach einem 2:1 gegen den AC Catania Kirchheim zweitbeste Rückrunden-Elf in der A2. An der Spitze geht plötzlich wieder die Angst vor Grafenberg um. Von Reimund Elbe

Wieder einen Schritt zu spät: Die Catanesi bissen sich an Naberns Defensive die Zähne aus.Foto: Mirko Lehnen
Wieder einen Schritt zu spät: Die Catanesi bissen sich an Naberns Defensive die Zähne aus.Foto: Mirko Lehnen

Moritz Krasser heißt der junge Herr, der die Hälfte der Kreisliga A-Mannschaften aufatmen lässt. Mit seinem gestrigen Treffer zum 1:0 gegen den FV Faurndau sorgte der Neckartailfinger Bezirksligakicker nämlich dafür, dass es womöglich keinen Direktabsteiger in die Kreisliga A2 geben wird. Die Neckartailfinger, bei denen vor rund zwei Wochen Trainer Georgios Karatailidis seinen Dienst quittieren musste, bauten ihren Vorsprung auf den Tabellenviertzehnten auf sechs Zähler aus. Der Neckartailfinger Sieg sorgte insbesondere bei den Aufholjägern in Unterlenningen und Nabern für zusätzlichen Frohsinn. „Ich werden diesen Abend einfach nur genießen“, sagte Naberns Trainer Marcel Geismann nach dem 2:1-Coup beim AC Catania Kirchheim erleichtert.

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Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt für die Naberner nun lediglich noch zwei Punkte. Marco Hiller sorgte mit seinem Treffer kurz vor Schluss für eine Fortsetzung des Naberner Fußballmärchens. „Marco ist mit seiner Erfahrung und seinen Führungsqualitäten extrem wichtig für unser Team“, lobte Geismann den Siegtorschützen. Für den ersten SVN-Treffer hatte einer gesorgt, der im Sommer zum Bezirksligisten SGEH wechseln wird: Tim Sternemann. „Er hängt sich trotz des anstehenden Wechsels noch voll für uns rein, ist mit dem Kopf noch nicht auf der Alb“, betont sein Trainer, der Verständnis zeigt für die Entscheidung: „Da Tim nach seinen Verletzungsproblemen wieder fit ist, will er es nochmals höherklassig versuchen.“ Mit dem Sieg setzten sich die Naberner sogar auf Platz zwei der Rückrundentabelle - Zeugnis einer irren Aufholjagd.

Jesingen nach 1:6 unter Druck

SVN-Multifunktionär Axel Maier wirkte gestern zunächst als Co-Trainer, schaute sich danach die zweite Halbzeit in Jesingen an. Was er dort sah, wollte er nicht überbewerten. „Wir dürfen uns von diesem 1:6 der Jesinger nicht blenden lassen“, er rechne am Donnerstag „mit einer ganz anders auftretenden Jesinger Mannschaft.“ Die Naberner haben im Kellerduell Heimrecht, könnten die Jesinger per Sieg sogar tabellarisch überholen.

Extrem gute Laune beim TV Unterlenningen nach dem 6:1-Triumph. Mit gezielten, präzisen Offensivaktionen wollten die TVU-Kicker die Jesinger Defensive aushebeln - und genau dies gelang. Der im Nordosten Deutschlands im Urlaub weilende Abteilungsleiter Marc Schmohl war fernab der Lehenäcker begeistert. „Ich wurde per WhatsApp auf dem Laufenden gehalten, und es kamen fast ausschließlich gute Nachrichten aus Jesingen bei mir an“, berichtete der Unterlenninger schmunzelnd. Der TVU hat erstmals seit dem 11. Spieltag einen Direktabstiegsplatz verlassen. Auch die Lenninger werden einen Kicker an die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang abgeben: Kevin Rieke zieht es ebenso auf die Alb wie Naberns Sternemann.

An der Kreisliga A-Spitze geht derweil plötzlich wieder die Angst vor Grafenberg um. Der zuletzt schwächelnde Titelkandidat meldete sich mit einem 7:2 über die TSV Oberensingen II in der Titeljagd zurück. „Wir glauben zwar nicht, dass sich Dettingen angesichts von vier Punkten Vorsprung den Titel noch nehmen lässt“, wiegelt TSVG-Kapitän Sebastian Gugel ab, „doch die Dettinger wissen, dass sie sich nicht mehr viele Patzer erlauben dürfen.“

SFD-Abteilungsleiter Christian Renz sieht dies nach dem mauen 2:2 gegen den TSV Oberboihingen ähnlich. „Wir müssen uns jetzt einfach über die Ziellinie retten, dafür muss in den kommenden Partien allerdings leistungsmäßig mehr kommen als gegen Oberboihingen“, mahnt der Funktionsträger. Mit dem TV Unterlenningen und dem SV Nabern warten allerdings binnen weniger Tage die Mannschaften der Stunde auf den Tabellenführer.

Beim B-Ligisten TSV Ötlingen ist der Aufstieg gestern ein weiteres Stück wahrscheinlicher geworden. Erst erledigten die Ötlinger ihre Auswärtsaufgabe in Dettingen mit einem 4:0 souverän, anschließend fuhr der Ötlinger Tross als Zuschauer weiter talaufwärts nach Owen und erlebte dort eine Sternstunde des heimischen TSVO. „Die Owener haben uns mit dem Sieg über den Tabellenzweiten aus Beuren natürlich einen großen Gefallen getan“, kommentierte Ötlingens Trainer Benedetto Savoca strahlend den 5:2-Coup der Herzogstädter. Für die Owener brachte der Erfolg übrigens nicht nur eine Belohnung in Form von drei Punkten, sondern auch in Form eines isotonischen Getränks, spendiert von den Ötlingern. Am Donnerstag könnte der TSVÖ im Rübholz beim Hit gegen Beuren den Wiederaufstieg schon so gut wie perfekt machen.