Lokalsport

Nach Höhen und Tiefen wieder auf Kurs

Bei der Segelflug-WM der Junioren in Australien liegt Kirchheims Sebastian Nägel auf Platz zwei

Wolf-Hirth-Pilot Sebastian Nägel steuert bei der Segelflug-WM der Junioren in Australien auf Medaillenkurs. Nach sechs Wertungstagen liegt der 25-jährige Kirchheimer auf Rang zwei der Standardklasse.

„Abgerechnet wird zum Schluss“: Wolf-Hirth-Pilot Sebastian Nägel will seinen momentanen zweiten Gesamtrang in der Standardklasse
„Abgerechnet wird zum Schluss“: Wolf-Hirth-Pilot Sebastian Nägel will seinen momentanen zweiten Gesamtrang in der Standardklasse bei der WM über die Zeit bringen. Foto: Team Germany

Narromine. Höhen und Tiefen erlebte Sebastian Nägel an den letzten drei Flugtagen der Segelflugweltmeisterschaften der Junioren im australischen Narromine. So führte Sebastian Nägel mit seinen Teamkameraden Simon Briel und Thilo Scheffler am vierten Wertungsflug das Feld lange an. Doch den entscheidenden Aufwind zum schnellen Endanflug fand das Führungstrio nicht, sodass die Konkurrenz, höher ankommend, vorbeiziehen konnte, während die deutschen Piloten im schwachen Steigen viel Zeit verloren. Einzig Scheffler fand noch einen gut tragenden Warmluftlift und rettete sich auf den neunten Tagesplatz (122,10 km/h/940 Punkte), während Nägel mit Tagesplatz 25 (114,49 /820) und Briel auf Tagesplatz 26 (114,25/816) die Schlusslaterne schmückten. „Das war bitter, nachdem wir die ganze Zeit die Führung innehatten“, so Nägel.

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Exzellentes australisches Segelflugwetter gab es an Flugtag fünf, der mit einer 611 Kilometer langen Racingtask aufwartete. Entgegen der Wettervoraussage entwickelte sich das Segelflugwetter bei Wolkenbasishöhen von mehr als 3 000 Metern und fünf Metern Steigen pro Sekunde besser als erwartet. Die deutschen Standardklassepiloten flogen im Nachhinein zu früh ab, während die Spätabflieger traumhafte Rennbedingungen nutzen konnten. Mit seinem um 40 Minuten späteren Abflug hatte der Pole Mateusz Siodloczek den Joker gezogen und querte nach 3.58,2 Stunden und einem Schnitt von 153,92 km/h die Ziellinie. Die 142,56 km/h von Briel waren alles andere als langsam, doch reichte es im engen Luftrennen nur für Tagesplatz 20. Scheffler flog auf Tagesplatz 22 (142,20). Nägel landete wieder auf Tagesplatz 24 (141,90).

Doch der Optimismus kehrte beim Kirchheimer nach dem sechsten Flugtag zurück. Die viereinhalbstündige Aufgabe mit mehreren Wendekreisen meisterte Nägel mit Tagesplatz drei und 103,60 km/h. Die Höhe hatte gerade noch zum Überflug des Zielkreises gereicht. Der dritte Platz katapultierte den Junior aus Kirchheim wieder auf den zweiten Gesamtplatz mit 5 510 Zählern.

Die Aufgaben hatten in den letzten Tagen immer wieder Favoritenstürze gebracht. So werden die sechs deutschen Piloten nun den kommenden Ruhetag nutzen, um in der zweiten Hälfte der Junioren-WM zumindest wieder unter die Top Ten zu fliegen. Zu genau wissen die Piloten, dass eine Meisterschaft meist erst am letzten Tag entschieden wird und noch manche Überraschung bringen kann. „Abgerechnet wird zum Schluss“, sagt Nägel optimistisch, der seinen Podestplatz gerne ins Ziel bringen möchte.

Sein Teamkollege Simon Briel musste am sechsten Flugtag kurz vor dem Ziel eine Außenlandung verschmerzen, die nach 509 Kilometern Tagesplatz 15 und damit einen Punktverlust von 651 Zählern brachte. Auch Thilo Scheffler musste sich nach einer Außenlandung (503 Kilometer) mit Tagesplatz 18 begnügen.