Lokalsport

Nachbarschaftshilfe mit Eigennutz

Kreisligafußball Die Lage im Kampf um Meisterschaft und Klassenerhalt wird immer spannender und birgt an diesem Spieltag einige Überraschungen. Von Reimund Elbe

Das hat gesessen: Naberns dreifacher Torschütze Diaz Oelkrug (vorne) lässt sich feiern.Foto: Markus Brändli
Das hat gesessen: Naberns dreifacher Torschütze Diaz Oelkrug (vorne) lässt sich feiern.Foto: Markus Brändli

So sieht optimale Nachbarschaftshilfe aus: Die Naberner haben in der Kreisliga A per 3:1-Coup gegen den Aufstiegsaspiranten TSV Grafenberg nicht nur ihre Klassenerhalt-Hoffnung erhalten, sondern auch fleißig Symphatiepunkte beim Spitzenreiter SF Dettingen gesammelt. Naberns Teammanager Axel Maier warf dabei im wahrsten Sinne des Wortes einen großen Stein in Nachbars Garten. Nur wenige Meter von ihm in Jesingen entfernt wohnt nämlich Dettingens Fußball-Abteilungsleiter Christian Renz. Letztgenannter lobte die Naberner ob des Sensationssiegs verständlicherweise über den grünen Klee. „Das ist halt Nabern“, sagte der SFD-Funktionär, „sie geben alles, auch wenn sie mit vermeintlich weitem Abstand aktuell Tabellenletzter sind.“

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Axel Maier („Wahnsinn dieser Sieg“) kündigt im Kampf um den Ligaverbleib eine neue SVN-Offensive an, auch weil sein Team aktuell zwei Partien weniger ausgetragen hat als ein Teil der Konkurrenz. „Das Spiel gegen Grafenberg war unser absolut bestes Saisonspiel“, sagt Maier, „ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir noch eine Chance im Abstiegskampf haben.“ Den Freundschaftsdienst für Nachbar Renz hat Maier nach eigenem Bekunden und augenzwinkernd „gerne verrichtet, aber mindestens genauso gerne für meinen Ex-Klub AC Catania“ - Die Kirchheimer Italiener rückten nämlich per 6:2 beim abstiegsgefährdeten TSV Weilheim II nun bis auf zwei Zähler an den Tabellenzweiten Grafenberg heran. „Ich rechne noch mit Catania im Titelkampf“, glaubt Christian Renz.

Die Dettinger mussten gestern in Grötzingen einen harten Job verrichten, ehe sie mit 2:1 gewannen und damit das Polster auf den TSV Grafenberg auf vier Zähler ausbauen konnten. Nicht nur der Naberner Triumph über den TSV Grafenberg verdeutlichte, wie erbittert und leidenschaftlich die Teams um den Ligaverbleib ringen. Wenn es nämlich einen Wermutstropfen für den SV Nabern gab, dann den, dass auch viele Konkurrenten kräftig absahnten.

Der TSV Jesingen bot beim 6:5 in Nürtingen einmal mehr Spektakelfußball, kassierte drei Punkte und veranlasste TSVJ-Trainer Stefan Haußmann zu einem Sonderlob. „Die Mannschaft wirkt immer gefestigter und hat aus den vergangenen drei Partien sieben Zähler geholt“, unterstreicht der einstige VfL-Verbandsligatrainer. Punkte, die die Jesinger freilich bitter nötig haben, denn einige Konkurrenten sind ebenso der Zählersammelleidenschaft verfallen - wie die Kicker des TV Unterlenningen beispielsweise.

Das 4:1 gegen Germania Schlaitdorf war der zweite Sieg binnen drei Tagen für den TVU, zudem für Neu-Trainer Klaus Müller der zweite Dreier im dritten Spiel. Dass sein Vorgänger Timo Stümpflen mit dem Treffer zum 4:1 zum erfolgreichen Auftakt Müllers beitrug, machte die Sache aus TVU-Sicht so richtig rund. „Klaus Müller ist ein Trainerfuchs und hilft uns mit seiner Erfahrung weiter“, lobt Unterlenningens Pressebeauftragter Marc Schmohl.

Ötlingen II freut sich über fünf

In der Kreisliga B, Staffel 5, hat der TSV Ötlingen II sein primäres Ziel gegen die Liga-Tormaschine erreicht. „Wir hoffen, dass wir nicht abgeschossen werden“, hatte TSVÖ-Trainer Marco Geißler vor dem Spiel gezittert, das 1:5 gegen Tabellenführer Tischardt (nun 110 Tore), die erstmals in ihrer Vereinsgeschichte vor einem Aufstieg in die Kreisliga A stehen, fiel moderat aus.

Unveränderte Situation für die Ötlinger derweil in der Staffel 6. Weil alle drei Spitzenteams (Beuren, TSVÖ und SFD II) siegten, bleiben der TSV Ötlingen als Liga-Zweiter erster Jäger der Beurener. „Wir haben in dieser englischen Woche mit neun Punkte das Optimum geholt“, erklärte TSVÖ-Trainer Benedetto Savoca nach dem gestrigen 4:1 über den TV Neidlingen II. Der 1. Mai soll für die Ötlinger ein ganz besonderer Tag der Arbeit werden. „Beim Nachholspiel in Oberlenningen wollen wir spätestens die Tabellenspitze zurückerobern“, blickt der Coach voraus, anschließend komme es zu den Topspielen in Dettingen und daheim gegen Beuren. Savoca: „Die Entscheidung im Titelkampf rückt näher.“