Lokalsport

Neidlinger Glückseligkeit

Kreisligafußball Ein Spieltag nach dem Geschmack des Spitzenreiters: AC Catania leistet Schützenhilfe im Titelrennen. Der neue Jesinger Trainer wartet weiter auf den ersten Sieg Von Reimund Elbe

Ein Adventssonntag voller Überraschungen für Kreisliga A-Spitzenreiter TV Neidlingen: Das Match beim abstiegsgefährdeten TSV Raidwangen fand nicht, wie zunächst befürchtet, auf dem kleinen Nebenplatz statt, sondern auf dem Hauptspielfeld. Für den zweiten Aha-Effekt sorgte die 0:1-Niederlage des ärgsten Titelrivalen SF Dettingen beim AC Catania Kirchheim.

TVN-Spielertrainer Patrick Kölle setzte mit seinem Treffer zum 1:0 in Raidwangen zudem sein persönliches Highlight. „Der Ball ist mir förmlich vor die Füße gefallen“, sagte der kickende Coach schmunzelnd zur Szene, als er eine abgefälschte Flanke von Christian Kuch zum Führungstreffer nutzte. Kölle hatte zuvor schon mit Wohlwollen festgestellt, dass die Raidwangener doch den größeren Hauptplatz als Spielfläche auserkoren hatten. „Allerdings glich der Rasen auch hier eher einer Matschlandschaft“, einfach zu spielen sei es nicht gewesen. Die Neidlinger, bei denen Torjäger Lukas Pflüger sein Comeback kurzfristig nun doch auf die kommende Partie verschob, arbeiteten die Aufgabe in Raidwangen trotz schwieriger Bedingungen per 2:0 ordentlich ab. Nach dem Schlusspfiff galt das größte Interesse der Ersatzbank: Dort tummelten sich jene Informanten, die über den Verlauf der Partie zwischen dem AC Catania Kirchheim und den SF Dettingen per Liveticker stets im Bilde waren – und der Blick aufs Handy bestätigte Sekunden später die SFD-Niederlage. „Sie zeigt, dass im Titelkampf immer wieder mit Überraschungen zu rechnen ist, wobei ich im Vorfeld Catania durchaus gute Chancen eingeräumt hatte“, bilanzierte ein über den Verlauf des Spieltags äußerst zufrieden wirkender Kölle.

Bei den Kirchheimern beflügelt der Heimsieg die Fantasie: Als neuer Tabellenfünfter hat das Team von Spielertrainer Michel Forzano nur noch acht Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz zwei. Catania-Chef Pasquale Martinelli war vor allen Dingen auf einen Aspekt stolz. „Wir haben gegen eine bekannt offensivstarke SFD zu null gespielt“, resümierte er, „und dies, ohne zu defensiv zu agieren.“ Der ACC macht in der Tat erhebliche Fortschritte in puncto Tabelle und Stabilität. Höhere Ambitionen? Martinelli relativiert. „Wir haben keinen so breit aufgestellten Kader“, betont er, deshalb sei man mit der aktuellen Entwicklung „absolut zufrieden.“ Nach Vier-Spiele-Sperre mischte gestern Spielertrainer Forzano wieder mit, war in einem teils zerfahrenen Match ein wichtiger Stabilisator. „Jetzt wollen wir auch in Jesingen etwas holen, dann können wir beruhigt in die Winterpause gehen“, unterstreicht Pasquale Martinelli.

Die Dettinger müssen in der kommenden Partie (zu Hause gegen den TSV Grafenberg) auf Sebastian Renz verzichten. Der SFD-Akteur fing sich in der Nachspielzeit eine Gelb-Rote-Karte ein, ist folglich für die nächste Begegnung gesperrt. Noch auf seinen ersten Sieg als Trainer des TSV Jesingen muss derweil Neu-Coach Harry Wolter warten. Auf dem Kunstrasenplatz beim Hölderlin-Gymnasium gab es für ihn zumindest den ersten Punkt. Zwei Wochen nach der bitteren 0:5-Niederlage in Grötzingen hieß es diesmal beim FC Nürtingen 1:1.

In der Kreisliga B6 hat Tabellenführer TV Unterlenningen seinen Job (fast) perfekt gelöst. „Nach dem 2:3-Anschlusstreffer der Naberner wurde es zwar kurzzeitig eng, doch dann haben wir die Situation wieder schnell in den Griff bekommen“, resümierte TVU-Trainer Timo Stümpflen nach dem 5:2-Triumph. Die Kicker des SV Nabern II blieben ihm noch aus der Hinrunde im Gedächtnis. „Auch damals taten wir uns gegen sie schwer.“ Stümpflen will mit seinem Team unbedingt als Spitzenreiter in die Winterpause gehen. „Wir müssen deshalb unsere Aufgabe am kommenden Sonntag in Neidlingen erfolgreich gestalten“, blickt der TVU-Trainer voraus, zudem auf ein Remis zwischen den Verfolgern TSV Notzingen und TG Kirchheim im Wiederholungsspiel am 11. Dezember hoffend. Denn: „Oben bleiben“ heißt die Devise auf dem Bühl.

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