Lokalsport

Neidlinger werden zum VfL-Angstgegner

Halbfinale: TVN überrascht – Jesinger souverän

Überraschung im Halbfinale: Bezirksligaabsteiger VfL Kirchheim musste sich Kreisliga-B-Meister TV Neidlingen geschlagen geben und seine Hoffnungen auf den ersten Turniersieg seit 2011 ebenso begraben wie die SF Dettingen, die zuvor am TSV Jesingen gescheitert waren.

Spielplan

TSV Jesingen – SF Dettingen 2:0 (0:0): In einem sehr intensiven und nie langweiligen Halbfinale siegte am Ende das Team mit der besseren Tagesform der jeweiligen Offensivkräfte. So machte unterm Strich Jesingens Christian Dangel den Unterschied aus, weil er am Sonntagmorgen deutlich wacher schien als sein SFD-Pendant Tim Lämmle. Bereits zu Beginn dominierten die Jesinger das Spielgeschehen und hatten ihre erste Chance in der zehnten Minute, als Dangel an SFD-Keeper Sebastian Klein scheiterte. Nach einer knappen Viertelstunde löste sich das Team aus der Schlossberggemeinde aus der Umklammerung und machte fortan das Spiel. Prompt verpasste Lämmle nach einer schönen Hereingabe des quirligen und schnellen Benjamin Hubert den Führungstreffer (13.). Elf Minuten später scheiterte zunächst Hubert an TSVJ-Keeper Florian Greiner, ehe Lämmles Nachschuss von Felice Galeota per Kopf auf der Torlinie geklärt wurde. Die Jesinger hatten in dieser Phase des Spiels wenig entgegenzusetzen und vertrauten wohl auch ein wenig auf das Glück des Tüchtigen. Nach dem Seitenwechsel gelang es den Jesingern, auf die Taktik der Sportfeunde – lange Bälle auf Lämmle und Hubert – besser zu reagieren und sich selbst wieder Chancen zu erarbeiten. Den Knackpunkt im Spiel markierte ein verwandelter Jesinger Foulelfmeter, nachdem Mittelfeldmotor Andreas Elsässer im Strafraum zu Fall gebracht worden war. In der Folge kassierten die nun entsprechend höher stehenden Dettinger per Dangel-Konter das 0:2 – und hatten damit im Duell der Kreisliga-A-Meisterschaftsaspiranten das Nachsehen. Tore: 1:0 Dirk Augustin (49., Foulelfmeter), 2:0 Christian Dangel (55.).

VfL Kirchheim – TV Neidlingen 1:2 (0:1): Als Antonino Singh in der 60. Minute per Freistoß den Kirchheimer Anschlusstreffer erzielte, schöpfte der VfL noch einmal Hoffnung. Doch vergebens: Zwei Minuten später rissen die Neidlinger Spieler jubelnd die Arme hoch. Gruppensieg (2:0) wiederholt, Endspiel erreicht – ein Riesenerfolg für den Aufsteiger gegen den favorisierten Absteiger aus der Bezirksliga. „Wir sind schwach ins Turnier gestartet, haben uns aber dann gesteigert. Mit dem ersten Spiel gegen Kirchheim hat sich die Mannschaft gefunden. Heute hat der größere Wille entschieden“, zog Spielertrainer Patrick Kölle sein Fazit. Auf dem Rasenplatz begann der ersatzgeschwächte VfL leicht feldüberlegen, doch der TV erzielte das erste Tor – mit einem Volleyschuss von Felix Kaiser nach Ecke von Christian Kuch. Danach Kirchheim im Pech. Kai Hörsting scheiterte am Pfosten (29.), einen Kopfball von Spielertrainer Markus Schweizer aus vier Metern fischte Neidlingens Torwart Andreas Rittmann reaktionsschnell aus dem unteren Eck (35.). Die Vorentscheidung in der 52. Minute. Die schönste Nellinger Kombination über Lucas Pflüger und Patrick Kölle schloss Christian Kuch zum 2:0 ab, allerdings stark abseitsverdächtig. Bei den Kirchheimern herrschte Katzenjammer. Spielertrainer Markus Schweizer beklagte sich über die Haltung einzelner Fans dem VfL gegenüber: „Teilweise schlägt uns blanker Hass entgegen. Das verstehe ich nicht.“ Mit der Leistung seiner Mannschaft war er in Anbetracht einiger verletzungsbedingter Ausfälle trotz des Ausscheidens zufrieden. Tore: 0:1 Felix Kaiser (23.), 0:2 Christian Kuch (52.), 1:2 Antonino Singh (60.).


Anzeige