Lokalsport

Nervenkitzel beim Nachsitzen

Jesinger Fußballer wollen heute gegen den VfB Oberesslingen erste Relegations-Hürde nehmen

Nachsitzen – in der Schule eine Strafe, für die Fußballer des TSV Jesingen die Belohnung für eine bemerkenswert gute Verbandsrunde. Könnte doch am Ende der Zugabe für den Vizemeister der Kreisliga A der Aufstieg in die Bezirksliga Neckar/Fils stehen. Das Anhängsel beginnt heute, 18 Uhr, in Ebersbach gegen VfB Oberesslingen/Zell.

Die Jesinger wollen hoch hinaus, doch keiner hebt ab.Foto: Jörg Bächle
Die Jesinger wollen hoch hinaus, doch keiner hebt ab.Foto: Jörg Bächle

Kirchheim. „Für uns ist die Relegation ein Zubrot, das sich die Mannschaft durch ihre guten Leistungen verdient hat, nachdem wir im Vorjahr fast abgestiegen waren“, sagt Trainer Klaus Müller. „Wir sind nicht unbedingt in der Favoritenrolle, dazu haben wir zu viele Verletzungsprobleme. Aber wir nehmen die Herausforderung an und wollen so weit wie möglich kommen.“

Auf gleich vier Stammkräfte muss der Coach seit Wochen und Monaten verzichten. Philipp Nuffer und Denis Gomes kurieren ihre Kreuzbandrisse aus, Steffen Olpp und Kevin Goller beklagen beide Bänderrisse im Sprunggelenk. Zu allem Übel plagt sich Nico Bitter auch noch mit einer Zerrung herum, die seinen Einsatz fraglich macht. Durch die Ausfälle ist vor allem die Defensive betroffen.

Das machte sich zuletzt beim 3:3 gegen Grötzingen bemerkbar, auch vorher schon bei der 0:2-Niederlage in Unterlenningen. Die Minimalchance auf den Direktaufstieg hatte Jesingen aber bereits am drittletzten Spieltag auf eigenem Platz mit einem 1:1 gegen Meister SGEH vergeben.

Abgehakt, vergessen. „Auf ein Neues!“ heißt die Losung. Wichtig ist das nächste Spiel, dem ein zweites und sogar ein drittes folgen können. Bei einem Sieg über den Zweitplatzierten der Kreisliga A, Staffel 1, wäre am Sonntag, 14. Juni, in Wernau der FC Heiningen II (15 Uhr) die nächste Hürde auf dem Weg nach oben. Die endgültige Entscheidung fiele am Sonntag, 21. Juni, in Weilheim gegen den VfL Kirchheim. Ein absolutes Highlight nicht nur aus Sicht des Vorortvereins.

Viele Fans mögen schon davon träumen. Für die Aktiven gilt mehr denn je der Standardspruch aller Fußballer und Trainer: „Wir denken von Spiel zu Spiel.“ Sie wissen genau: Nur eine Niederlage und schon verwandeln sich Träumer in Tranfunzeln. Steffen Olpp und Christian Dangel haben das im Vorjahr schon erlebt, als sie mit dem TV Neidlingen in der Aufstiegsrelegation am FV 09 Nürtingen II scheiterten. Das soll kein zweites Mal passieren.

Müller hat sich vor zwei Wochen bei der 1:2-Niederlage gegen Oberboihingen ein Bild vom Gegner gemacht. „Ich kenne die Mannschaft auch noch aus der Bezirksliga, aus der sie vor zwei Jahren abgestiegen ist. Sie hat sich kaum verändert. Ich denke, es wird ein ausgeglichenes Spiel“, unkt der TSV-Trainer.

Etwas verwundert ist er über die sture Haltung der Verantwortlichen im Bezirk. Die Spielansetzung – 18 Uhr an einem Wochentag – ist denkbar ungünstig. Die Spieler kommen direkt von der Arbeit auf den Platz. Eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Deshalb hatte der TSV vorgeschlagen, den Spielbeginn auf 18.30 Uhr oder 19 Uhr zu verlegen - abgelehnt.

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