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Michael Mai und die Knights fordern in Heidelberg Frenkie Ignjatovic heraus

Zwei grundverschiedene Typen, ein gemeinsames Problem: Um sich eine frühe Krise vom Hals zu halten, müssen die Basketballtrainer Michael Mai und Frenkie Ignjatovic am Sonntag beide gewinnen. Problem Nummer zwei: nur einer kann.

Kirchheim. Jede Uraufführung hat ihre Generalprobe. Sozusagen die letzte Chance, am Stellrad zu drehen. Wenn dann der Ernstfall eintritt, läuft gelegentlich dennoch manches anders als geplant. Genau darauf setzt am Sonntag Michael Mai. Bei der Generalprobe im September ging Kirchheims Headcoach mit seinem Team noch als Verlierer vom Platz. Seit jenem Sonntag beim Vorbereitungsturnier in Oberelchingen ist allerdings vieles passiert. Die Knights haben gezeigt, dass der erste Saisonsieg gegen Nürnberg kein Zufall war, auch wenn seitdem nichts Zählbares mehr zustande kam. Die Frage jetzt lautet: Kann die Mannschaft auch dreckig oder bleibt es bei brotloser Kunst?

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Michael Mai weiß, was zu tun ist. „Mit unserem Offensivspiel war ich zufrieden“, sagt er. „Wir haben diese Woche verstärkt am Defensiv-Verhalten gearbeitet.“ Die richtigen Antworten zu finden in Situationen wie am Sonntag, als der Hamburger Will Barnes plötzlich heiß lief und in der Schlussphase zum „Man of the match“ wurde. In beiden erfolglosen Partien am vergangenen Wochenende leistete sich die Mannschaft zudem zu viele Ballverluste, die den Gegner zu Fastbreaks und leichten Punkten einluden. „Das müssen wir abstellen“, sagt Michael Mai.

Am Sonntag wird sein Team erstmals komplett sein. Keine nennenswerten Blessuren nach der Doppelbelastung, das war die gute Nachricht zu Wochenbeginn. Im ersten Training am Dienstag waren einige noch etwas steif, Jannik Lodders fehlte zudem mit einer Erkältung. „Aber wir haben keine Verletzten“, ist der Coach zufrieden. Auch Tobias Heintzen hat diese Woche beschwerdefrei trainiert. Für den 19-Jährigen, der nach einem Zusammenprall zuletzt über Kopf- und Nackenschmerzen klagte, hat die Saison noch gar nicht begonnen.

Für einen anderen ist sie bereits wieder unterbrochen: Der Ausfall von Center Chris Gadley trifft den sonntäglichen Gegner ins Mark. Heidelbergs zentraler Mann war am Sonntag gegen Vechta bereits nach zwei Minuten umgeknickt und fällt mit einer Außenbanddehnung übermorgen aus. Glaubt man Frenkie Ignjatovic, ist die interessanteste Frage aus Kirchheimer Sicht also beantwortet: „Chris wird definitiv nicht spielen können“, bestätigt Ignjatovic, für den es unter der Woche noch dicker kam. Dreier-Spezialist Nico Adamczak, mit 21 Punkten Topscorer gegen Vechta, musste wegen einer hartnäckigen Erkältung komplett passen, soll bis Sonntag allerdings wieder fit sein.

Alles andere als ein wunschgemäßer Saisonauftakt für Kirchheims Ex-Coach, der gestern seinen 48. Geburtstag feierte. „Gegen Essen haben wir deutlich zu hoch verloren, ohne Gadley und mit großen Foulproblemen sind wir gegen Vechta dann in den letzten fünf Minuten eingebrochen.“ Für Ignjatovic kein Anlass zu grundlegender Sorge. „Von einer Krise zu reden, wäre übertrieben“, sagt er. „Wir haben eine komplett neue Mannschaft, und die Saison hat gerade erst begonnen.“ Einen Favoriten sieht er am Sonntag nicht. „Ein klassisches Fifty-fifty-Spiel, bei dem es keine taktischen Überraschungen geben wird.“