Lokalsport

Nichts zu verlieren in Kanada

Mountainbike-Weltcup in Mont Sainte Anne als Generalprobe für Manuel Fumic

Vor dem Saisonhöhepunkt in Rio ist der Mountainbike-Weltcup am Sonntag in Kanada für Manuel Fumic die letzte Möglichkeit, Selbstvertrauen zu tanken.

Mont Sainte Anne. Weltmeister Nino Schurter und Olympiasieger Jaroslav Kulhavy werden am Sonntag in Mont Sainte Anne vermisst. Sie haben einen anderen Weg nach Rio gewählt. Doch für Manuel Fumic bleiben in Mont Sainte Anne genügend Gradmesser. Julien Absalon zum Beispiel, der den Klassiker fünf Mal gewinnen konnte. Oder dessen französischer Landsmann Maxime Marotte, der in den bisherigen vier Weltcup-Rennen je zweimal Zweiter und Dritter war.

Wunderdinge wird man vom Kirchheimer nicht erwarten können. Mont Sainte Anne war noch nie das Terrain, auf dem Manuel Fumic auftrumpfen konnte. Vergangenes Jahr konnte er als Achter sein bis dato bestes Resultat verbuchen. Das wäre unter den gegebenen Voraussetzungen schon ein positives Signal in Richtung Olympische Spiele.

Vom Rennen in London, das er als „solide“ bezeichnet, hat Fumic zumindest ein positiveres Gefühl mit auf die Reise nach Kanada mitgenommen. „Ich freue mich jetzt auf den Weltcup und hoffe, dass ich da noch mal einen Schritt nach vorne machen kann“, sagt Fumic. „Der Countdown läuft.“

In der Weltrangliste ist Manuel Fumic auf den 21. Platz abgerutscht, als Vierter war er ins Jahr 2016 gestartet. Auch deshalb würde eine gute Platzierung nicht nur mental eine gute Basis bringen. Eine reichhaltige Punktausbeute würde auch im Blick auf die Startaufstellung in Rio gut tun. In London war wieder zu sehen, wie wichtig ein guter Start ist und wie schwer man aus den hinteren Reihen nach vorne kommt. „Ich habe in Mont Sainte Anne nichts zu verlieren“, weiß Fumic. Diese Haltung könnte ihn zu einer offensiveren Fahrweise veranlassen.

Christian Pfäffle schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Der 23-Jährige bewährt sich in seinem ersten Jahr in der Elite-Kategorie weitaus besser als man das vor der Saison erwarten konnte. In der Weltrangliste hat er sich seit Anfang des Jahres von Position 552 bis auf 100 nach vorne gearbeitet. Nur die beiden

Defekte bei den deutschen Meisterschaften und beim US-Cup in Walpole versalzten jeweils die Suppe ein wenig. „Ich kann mir nicht erklären, woher die Defekte auf einmal kommen“, fragt sich Pfäffle, der eigentlich kein typischer Plattfuß-Fahrer ist, wie man den einen oder anderen kennt.

Dennoch kann der Neuffener sehr positiv gestimmt in den Weltcup-Klassiker gehen. „Mont Sainte Anne ist meine Lieblings-Weltcupstrecke, da konnte ich bisher immer recht gut fahren“, zeigt er sich optimistisch. Und da er am Sonntag erstmals unter den besten 50 aufgestellt wird, ist die Ausgangsposition noch mal besser als in den den Weltcup-Rennen zuvor.

Luca Schwarzbauer ist vor seiner Mont-Sainte-Anne-Premiere ebenfalls positiv gestimmt, nachdem es in Walpole für ihn gut gelaufen war. Beim Boston Rebellion war er auch am Sonntag beim Short Track Race über 25 Minuten an den Start gegangen, eine Art Mountainbike-Kriterium, und Zehnter geworden.

„Ich versuche mich gut vorzubereiten und gut erholt an den Start zu gehen. Insgesamt fühle ich mich bereit für das Weltcup-Rennen“, lässt Schwarzbauer wissen. Seine Startposition hat sich deutlich verbessert. Erstmals kann er von 20. Position ins Rennen gehen und sich damit den mühsamen Weg nach vorne so gut wie sparen. In der Weltrangliste ist der Reuderner von Platz 783 auf 293 geklettert.

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