Lokalsport

Nürtingerin fliegt um WM-Meriten

Segelfliegen Bei den Weltmeisterschaften der Frauen zählt Cornelia Schaich ab kommender Woche in Tschechien zu den Favoritinnen auf Edelmetall. Von Hagen Eichler

Geht für Deutschland in die Luft: Cornelia Schaich. Foto: DAeC
Geht für Deutschland in die Luft: Cornelia Schaich. Foto: DAeC

Die Segelfliegerinnen des Deutschen Aero Clubs (DAeC) zählen die Tage: Heute in einer Woche fällt der Startschuss für die neunte Auflage der Frauen-WM im tschechischen Zbraslavice. Bis zum 4. Juni gehen dort 50 Pilotinnen aus elf Nationen im Streckensegelflug ins Rennen.

Eine von ihnen ist Cornelia Schaich aus Nürtingen, die mit reichlich Erfahrung im Gepäck anreist: Bereits 1980 saß sie beim „Sportflieger Club Stuttgart“, der noch heute ihr Verein ist, zum ersten Mal im Cockpit eines Segelflugzeugs. Auf Wettbewerben fliegt sie seit 1986 mit. Seither ist Schaich zweimal deutsche Meisterin geworden, einmal Vizeweltmeisterin und einmal Weltmeisterin: in der Standard-Klasse in Tschechien. Das war 2003. Jetzt, 14 Jahre später, könnte sie den Erfolg in diesem Land wiederholen.

Zur Vorbereitung auf die WM will Schaich die Regeln genau studieren und „thermisch aktive Gebiete“ auf der Karte markieren. Die Trainingswoche vor der Meisterschaft werde sie für Flüge vor Ort nutzen. Um an dem Wettbewerb teilnehmen zu können, muss die zweifache Mutter und Berechnungsingenieurin zwei Wochen Urlaub und eine Woche Sonderurlaub nehmen. „Möglich wird das nur, weil ich einen freundlichen Arbeitgeber habe“, sagt Schaich.

Die 54-Jährige nimmt die Mühen auf sich, weil sie das Fliegen liebt. „Dabei spüre ich manchmal, wie klein ich bin, fühle mich aber andererseits auch kraftvoll und groß“, sagt Schaich. „Mich fasziniert, dass man mit einem kurzen F-Schlepp oder Windenstart den ganzen Tag mit Sonnenenergie unterwegs sein kann.“

Über den Vergleich mit anderen im Wettbewerb sagt Schaich, sie sehe so jeden Tag, ob die eigenen Ideen funktioniert haben oder ob andere noch einen besseren Weg gefunden haben. Das Miteinander nach der Landung schätze sie ebenfalls - so wie ganz generell Teamwork. „Am liebsten fliege ich mit einer vertrauten Person im Team.“ Einerseits lasse sich so die Nervosität besser kontrollieren. „Andererseits kann man die schönen Ausblicke und Erlebnisse zusammen intensiver erleben.“

In Zbraslavice geht Schaich in der Standard-Klasse an den Start. Um auf dem ersten Platz zu landen, muss sie sich gegen 13 Konkurrentinnen aus sechs Ländern durchsetzen.

Bundestrainer Wolfgang Beyer ist zuversichtlich, dass alle zehn deutschen Spitzensportlerinnen gute Chancen bei der Frauen-Segelflug-WM haben. „Bei der deutschen Meisterschaft haben unsere Frauen gezeigt, welche Qualitäten sie haben. Und die spielen wir jetzt aus.“

Über 100 000 Luftsportler unter einem Dach

Geht für Deutschland in die Luft: Cornelia Schaich. Foto: DAeC
Geht für Deutschland in die Luft: Cornelia Schaich. Foto: DAeC

Der DaeC (Deutsche Aero Club) ist der Spitzenverband des Luftsports und der Allgemeinen Luftfahrt und der zweitgrößte Luftsportverband Europas. Seine Hauptaufgabe sind die Interessenvertretung und das Ausrichten sportlicher Wettbewerbe. Als Verhandlungspartner von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft vertritt der DAeC mehr als 100 000 Sportler. In der nationalen Sportpolitik arbeitet er eng mit dem Deutschen Olympischen Sportbund zusammen. Auf internationaler Ebene gehört er zu Europe Airsports und dem Weltluftsportverband FAI.

DAeC-Mitglieder sind in allen Luftsportarten aktiv, die es gibt: Segelfliegen, Motorfliegen, Modellfliegen, Fallschirmspringen, Ballonfahren, Ultraleicht-, Drachen- und Gleitschirmfliegen.pm

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