Lokalsport

Nur die Frauen bleiben treu

Handball-Teckbotenpokal ohne Männer

Sind Frauen treuer als Männer? Die Frage, an der sich Heerscharen von Küchenpsychologen schon abgearbeitet haben, kann klar mit Ja beantwortet werden – zumindest mit Blick aufs diesjährige Teckbotenpokal-Turnier im Handball. Veranstalter VfL Kirchheim beschränkt sich aufs Frauenturnier am Sonntag. Die Männer gehen fremd.

Handball-Teckbotenpokal Frauen , Finale . SV Vaihingen (weisse Trikots) - SG Suessen-Gingen .
Handball-Teckbotenpokal Frauen , Finale . SV Vaihingen (weisse Trikots) - SG Suessen-Gingen .

Kirchheim. Einfach war es selten in den vergangenen Jahren, diesmal gar unmöglich, vernünftig zu planen. Der VfL hat die Konsequenzen gezogen und das Männerturnier am Samstag kurzerhand abgesetzt. Kaum Meldungen gab es zuvor, von lokaler Färbung ganz zu schweigen. „Aus der näheren Umgebung hielt nur der TSV Owen zur Stange“, zeigt sich VfL-Abteilungsleiter Uwe Hamann enttäuscht. Württembergligist TSV Grabenstetten, der vom Ex-Kirchheimer Ralf Wagner trainiert wird und als Zugpferd dienen sollte, zog seine Meldung wegen Personalmangels zurück. Der TSV Weilheim hatte schon früh abgewinkt, und die SG Lenningen ist schon seit Jahren nebenan in Köngen Stammgast.

Beim zeitgleich stattfindenden Vesalius-Cup meldete nun auch der VfL Kirchheim, nachdem das eigene Turnier beerdigt war. Ein Ärgernis nun ausgerechnet für jene Mannschaft, die beim Teckbotenpokal dabei gewesen wäre: Der TSV Owen, der schon im Frühjahr auf die Karte Köngen gesetzt hatte, verwarf seine Pläne aus Rücksicht auf den Nachbarn. Als vom VfL nun die Absage kam, war beim Vesalius-Cup der Schalter allerdings schon dicht. Dumm gelaufen. Owens Trainer Sinisa Mitranic bleibt trotz der verschenkten Gelegenheit, Spielpraxis zu sammeln, locker: „Wir werden am Wochenende trainieren, das wirft uns nicht aus der Bahn.“

Wie es weitergeht in Kirchheim, weiß auch VfL-Abteilungsleiter Uwe Hamann nicht. Die Probleme sind seit Jahren zahlreich: Terminkollisionen mit HVW- und Bezirkspokal, Turnierkonkurrenz, Nachbarvereine, die kurz vor Saisonbeginn den direkten Vergleich scheuen, und über allem das leidige Thema Harzverbot in den Kirchheimer Hallen. Ein Umstand, der die Teckstadt unter Handballern seit Jahren als einen Ort brandmarkt, den es zu meiden gilt. „Mit der Stadt war ein vierwöchiger Testlauf mit wasserlöslichem Harz vereinbart“, sagt Uwe Hamann. „Doch dazu kam es nicht, weil die Verwaltung den Rückzieher machte.“

Weil die Frauen der Mangel an Kleister offenbar weniger stört, lässt sich am Wochenende trotzdem Pokalluft atmen. Das Frauenturnier um den Teckbotenpokal findet wie gewohnt am Sonntag statt, allerdings nicht in der Stadtmitte, sondern draußen in der Walter-Jacob-Halle. Dabei ist alles so, wie es sich der Veranstalter auch am Vortag gewünscht hätte: Mit Gastgeber VfL und den beiden Bezirksligisten TSV Weilheim und TSV Owen ist das Turnier lokal gefärbt. Als Favoriten gelten die beiden Landesligisten VfL Waiblingen II und der SV Vaihingen, der gleichzeitig Pokalverteidiger ist. Neben der SG Deizisau-Denkendorf III, die wie der VfL in der Bezirksklasse antritt, ist vor allem die Bezirksliga stark vertreten. Außer den Teckteams trifft man auch die SG Hegensberg-Liebersbronn und die SG Esslingen im Ligabetrieb wieder. Mit verdeckten Karten spielen? Frau – so scheint es– hat das nicht nötig.

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