Lokalsport

Obacht vor Blausteiner Beton

Fußball-Landesligist TSV Weilheim erwartet „angekommenen“ Aufsteiger

Sieben Punkte, aber nicht auf Wolke sieben: Beim Landesliga-Tabellenzweiten TSV Weilheim sind die Verantwortlichen nach dem ersten Remis der Saison nur bedingt zufrieden. Das Wohlbefinden fördern würde ein klarer Heimsieg morgen über Neuling TSV Blaustein.

Schulterklopfen in Rot - ob Weilheims Landesligakicker auch gegen Blaustein Grund zum Jubeln haben werden, hängt nicht zuletzt v
Schulterklopfen in Rot - ob Weilheims Landesligakicker auch gegen Blaustein Grund zum Jubeln haben werden, hängt nicht zuletzt von der Defensivarbeit des Gegners aus Blaustein ab. Foto: Markus Brändli

Weilheim. Der Montagabend dient bei den Weilheimer Fußballern während der Punktrunde zum Aufbereiten des vergangenen Spieltages. Gesprächsbedarf gab es nach dem 1:1 in Nürtingen reichlich. Nach zwei glatten Siegen zum Rundenauftakt fehlte am Neckar der letzte Prozentpunkt Siegeswillen. „Nach dem 1:0 hätten wir einfach das 2:0 nachlegen müssen“, konstatierte Co-Trainer Christopher Eisenhardt, „weil dem nicht so war, hat Nürtingen dies ausgenutzt.“ In Sorge verfällt der einstige Oberligaspieler trotzdem nicht. „Wir werden unsere Spielsysteme noch mehr mit Leben füllen“, verspricht Eisenhardt, „und wir müssen mehr Ordnung in die Abläufe bringen, als zuletzt in Nürtingen.“

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Mittelfeldspieler Emrah Polat und Kapitän Daniel Heisig werden dazu in den kommenden Wochen noch nicht beitragen können. „Wir rechnen damit, dass beide noch mindestens drei bis vier Wochen ausfallen“, so Eisenhardts Einschätzung über die Rekonvaleszenzzeit des Duos. Neuzugang Robin Rueff hat sich derweil in den Urlaub verabschiedet.

Wenn morgen Nachmittag der 19-jährige Philipp Salver, Sohn des Fifa-erprobten Schiedsrichter-Assistenten Jan-Hendrik Salver, die Partie im Lindachstadion anpfeift, dürften die Weilheimer zügig Richtung Richtung Blausteiner Tor drängen. „Ein frühes 1:0 würde uns gegen einen defensiv ausgerichteten Gegner in die Karten spielen“, vermutet Eisenhardt, der 2003 beim VfL Kirchheim im DFB-Pokalspiel gegen Hannover debütierte und danach gegen mehr als 100 verschiedene Clubs kickte – an ein Match gegen den TSV Blaustein kann er sich dabei auch nach längerem Nachdenken nicht erinnern: der TSVB als große Unbekannte.

Im Geburtsort von 5 000-Meter-Olympiasieger Dieter Baumann ist der Aufstieg in die Landesliga der größte sportliche Erfolg der örtlichen Kickerzunft aller Zeiten. Und der Anpassungsprozess läuft immer besser. Das jüngste 2:0 gegen den TSGV Waldstetten brachte nicht nur die ersten Punkte, sondern war laut TSVB-Trainer Peter Passer „der Lohn für die Anstrengungen in den ersten Partien“. Dass es für die Weilheimer ungemütlich werden könnte, ist durchaus möglich. „Wir sind jetzt in der Liga angekommen“, so Passer.

Ein Fakt dürfte Passers Gegenüber Alexander Hübbe ganz besonders interessieren: Die Blausteiner rührten beim 2:0 in der Defensive so viel Beton an, dass dem Widerpart in 90 Minuten kein nennenswerter Torschuss gelang. Passer ließ zudem mit drei Stürmern spielen. Den Weilheimern winkt bei einem Sieg die Kurzzeit-Tabellenführung, denn Spitzenreiter SV Ebersbach muss erst am Sonntag ran – in Waldstetten.

Die Prognose von Calcio-Trainer Cataldo Diletto unmittelbar vor dem Saisonstart („wir werden drei bis vier Wochen benötigen, bis alle Automatismen greifen“) scheint sich zu bestätigen. Beim 4:1-Auswärtstriumph gegen die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach habe seine Mannschaft „ein Level erreicht, das wir jetzt halten wollen“. Das klingt nach einer klaren Ansage für die Konkurrenz. Am Sonntag trifft der Tabellenfünfte im Sportpark Goldäcker auf Ex-Oberligist SF Dorfmerkingen.

Bereits heute Abend wird der vierte Landesliga-Spieltag eröffnet – und beide Partien haben es in sich. Ab 18.15 Uhr versucht der SV Bonlanden gegen Aufsteiger SC Stammheim, nach nur drei von möglichen neun Zählern aus den ersten drei Begegnungen die Kurve zu kriegen. SVB-Trainer Klaus Fischer geht das Verletzungspech gewaltig auf den Geist. „Wir müssen so langsam einmal unsere Grundformation finden“, sagt er vor dem Match gegen die mit sechs Punkten gestarteten Kicker aus dem Stuttgarter Norden. „Die 1:3-Niederlage gegen den TSV Bad Boll wirft uns nicht um“, ist sich Stammheims Coach Thomas Oesterwinter vor dem Auftritt in Filderstadt sicher.

Derby-Flair gibt es heute Abend in der Köngener Fuchsgrube. Nicht Neuling FV 09 Nürtingen, sondern der etablierte TSV Köngen steht ab 19.30 Uhr mehr unter Druck. Nach dem ernüchternden Null-Punkte-Start setzt das Schlusslicht beim Lokalduell auch auf die eigenen Fans: Über das Internet wurden die TSVK-Sympathisanten aufgerufen, in den grün-weißen Vereinsfarben zu erscheinen. Mit Jan Horeth und David Lamberti sind zwei Köngener Stammspieler wieder fit, fraglich sind noch die Einsätze von Manuel Horeth und Sven Römer. Migel Horeth und Julian Schröder stehen urlaubsbedingt nicht zur Verfügung. Köngens Trainer Ralf Rueff muss sich also etwas einfallen lassen, um den totalen Fehlstart zu vermeiden.