Lokalsport

Ötlinger Umweg scheint sich zu lohnen

Ein Bezirksligist, der den Kopf nicht hängen lässt, ein temporeiches Kreisliga-A-Spitzenspiel sowie ein B-Ligist, der über Umwege aufsteigen will: Die SGEH, der VfL Kirchheim und der TSV Ötlingen liefern an einem Hitzespieltag mit die heißesten Geschichten.

Abklatschen: Hakan Yurtseven (li.) und Hayri Eren haben den TSV Ötlingen II auf Platz zwei der B-Staffel 5 geschossen. Foto: Den
Abklatschen: Hakan Yurtseven (li.) und Hayri Eren haben den TSV Ötlingen II auf Platz zwei der B-Staffel 5 geschossen. Foto: Deniz Calagan

Erkenbrechtsweiler. Der Fußball-Abteilungsleiter gibt sich kämpferisch. „Auch wenn wir die ersten drei Partien verloren haben, dürfen wir nicht den Kopf hängen lassen.“ Sven Laderer präsentierte sich nach der 2:3-Niederlage alles andere als demoralisiert. „Was mir Mut macht ist die Beobachtung, dass wir diesmal ein durchaus gleichwertiger Gegner waren“, erklärte der SGEH-Frontmann, der mit ansehen musste, wie sein Team beim Stande von 2:3 noch eine hochkarätige Chance zum Ausgleich vergab.

Kurios: Trotz der Heimpleite ist die Sportgemeinschaft den letzten Tabellenplatz los – dank des neuen Schlusslichts TSV Berkheim (1:5 gegen den FC Eislingen). Ist der Eislinger Triumph schon bemerkenswert deutlich, gilt dies für jenen des Landesliga-Absteigers FC Frickenhausen noch viel mehr. Beim 9:0 gegen bemitleidenswerte Rechberghausener lieferte das Team von Trainer Martin Mayer trotz 33 Grad im Schatten ein regelrechtes Fußball-Feuerwerk ab. Nach 40 Minuten stand es bereits 7:0.

An der Tabellenspitze arbeiteten der FC Donzdorf, TV Nellingen und TSV Neckartailfingen ihre jeweilige Aufgabe fein säuberlich ab, das Trio hat somit aus drei Partien die Idealpunktzahl von neun geholt.

Das Kreisliga A-Duell zwischen dem VfL Kirchheim und den SF Dettingen erfüllte in kämpferischer und phasenweise auch spielerischer Weise die hoch gesteckten Erwartungen. Mentale Höhen und Tiefen durchlebte dabei VfL-Spielertrainer Markus Schweizer. Zunächst als 3:2-Torschütze in der 52. Minute gefeiert, präsentierte ihm Schiedsrichter Andreas Blersch (Bernstadt) kurze Zeit später Gelb-Rot. Schweizer ist somit für die kommende Partie in Altdorf gesperrt. „Eine 50:50-Situation in einem Zweikampf“, blickte VfL-Co-Trainer Frank Posch auf die besagte Szene zurück, „vielleicht hätte der Schiedsrichter auch die Karten stecken lassen können.“

Großartige Stimmung herrschte gestern bei den Holzmadener Kickern nach einem nicht unbedingt erwarteten 3:1-Sieg in Grafenberg. Nach dem Abpfiff stürmten die abgekämpften Spieler in der prallen Sonne aufeinander zu, bildeten einen Kreis und feierten lautstark den ersten Sieg in der neuen Runde. „Da ging es richtig ab“, kommentierte Holzmadens Trainer und Ex-Weilheimer Jürgen Fritsch die Szenen schmunzelnd. Und noch ein ehemaliger Limburgstädter Fußballer hatte Grund zum Jubilieren. Angreifer Timo Bühler, in den vergangenen Jahren oft von Verletzungen zurückgeworfen, schloss als Joker einen Konter zum 3:1-Endstand ab – sein erstes Punktspieltor für seinen neuen Klub.

Exakt vier Wochen nach der unglücklichen Niederlage im Teckbotenpokal-Finale schauten die Neidlinger Fußballer gegen den TSV Jesingen beim 1:3 erneut in die Röhre. TSVJ-Trainer Klaus Müller hatte von seinen Fußballern Wiedergutmachung für die 0:2-Auftaktpleite in Altdorf verlangt. Und die Spieler taten was verlangt. „Gegen Neidlingen haben wir das Spiel kontrolliert und viele Kontermöglichkeiten der Neidlinger rechtzeitig unterbunden“, bilanzierte ein auch aus taktischer Sicht zufriedener Jesinger Trainer.

In der Kreisliga B, Staffel 6 trennten sich die TG-Zweite und der TSV Holzmaden II 1:1. Für die spektakulärsten Szenen sorgten dabei Kicker aus dem Kirchheimer Flüchtlingsheim. Erst schoss Karamba Fatty das 1:0 für die TG. Der bei den Holzmadenern spielende Dhia Al Chirmenti egalisierte zum 1:1. Just Al Chirmenti scheiterte dabacg mit einem Elfmeter an seinem Unterkunftskollegen, TG-Torwart Musa Jameh. Nach dem Schlusspfiff gab es so neben Shakehands und Schulterklopfen auch viel Gesprächsstoff.

Selbigen liefert auch der TSV Ötlingen ab, der bekanntlich mit seiner etatmäßigen ersten Mannschaft als TSVÖ II in der B-Staffel 5 mitmischt. „Ganz klar, wir versprechen uns von diesem Schritt, vorne mitspielen zu können und den Aufstieg zu schaffen“, sagt Ötlingens Funktionärsurgestein Klaus Geißler über die Entscheidung, die besten Spieler nicht in der angestammten Staffel 6 auflaufen zu lassen. Der Erfolg gibt den Rübholzkickern Recht: Nach zwei Siegen aus den ersten beiden Spielen ist der TSVÖ Zweiter in der Staffel 5, schoss dabei gestern beim 10:2 Marsonia Frickenhausen zurück ins Neuffener Tal. Drei Tore gingen auf das Konto von Torjäger Hayri Eren (im Bild links neben Mit-Torschütze Hakan Yurtseven/Foto: Calagan), vergangene Saison mit 40 Einschüssen treffsicherster Mann der Staffel 6 – bei ähnlich guter Bilanz von Eren in dieser Saison könnte die Rechnung der Rübholzverantwortlichen am Ende also durchaus aufgehen.

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