Lokalsport
Ohne Druck zur Hammerleistung

Leichtathletik Lukas und Hannah Melzer von der LG Teck unterstreichen bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften in Halle ihr Talent im Hammerwerfen. Von Martin Moll

Viertbester deutscher Winter-Nachwuchs-Hammerwerfer: Lukas Melzer von der LG Teck. Foto: Ralf Görlitz

Bei den deutschen Winterwurfmeisterschaften in Halle hat Wurfspezialist Lukas Melzer von der LG Teck mit dem vierten Platz im Hammerwerfen das für ihn bestmögliche Ergebnis erzielt – einen Medaillenplatz hatte der 15-jährige Kirchheimer angesichts der starken nationalen Konkurrenz sowieso nicht eingeplant. Ins Finale der besten acht zu kommen, war das realistisch gesteckte Ziel des deutschen U 16-Vizemeisters des vergangenen Jahres, der sein erstes Jahr in der männlichen U 18 bestreitet und noch dabei ist, sich an das ein Kilogramm höhere Gewicht zu gewöhnen.

Doch gleich im ersten Durchgang ließ Lukas Melzer das fünf Kilo schwere Wurfgerät auf eine neue persönliche Bestweite von 52,34 Metern segeln (bisher 49,63). Dieser gelungene Einstand in den Wettkampf nahm den großen Druck, erhöhte aber auch den Mut, ans Limit zu gehen. Die Quittung folgte auf dem Fuße: Die Drehungen waren nicht optimal, und so flogen die nächsten drei Wurfhämmer ins Netz oder aus dem Sektor hinaus. Im fünften Durchgang war Melzer dann wieder in der Spur, steigerte sich auf 53,11 Meter und ließ mit dem letzten Wurf nochmals 52,55 Meter folgen. Mit diesen Weiten hat er bereits früh die DM-Norm für den Sommer sowie die Kader-Norm für das nächste Jahr geschafft.

Den Titel sicherte sich der haushohe Favorit Max Baier (TV Fränkisch Crumbach) mit der Weltjahresbestweite von 71,35 Metern vor André Rommel (SC Berlin/69,81) und dem Drittplatzierten Alexander Brehm (Erfurter LAC/56,64).

Mit ihrem Wettkampf zufrieden war auch Hannah Melzer, die in der U 20 ihre Hammerwurf-Bestleistung um eineinhalb Meter auf 48,11 Meter steigern konnte. Mit dieser Weite aus dem dritten Durchgang zog die 18-Jährige Kirchheimerin zunächst als Viertbeste in das Finale der besten acht Werferinnen ein. Allerdings konnte sich Melzer in den verbliebenen drei Versuchen nicht mehr steigern und rutschte noch um drei Plätze nach hinten. Doch auch sie hat die DM-Norm für die Sommerwettbewerbe in der Tasche und kann nun unbeschwert zu den Landesmeisterschaften Mitte März ins badische Oberkirch reisen. Deutsche Meisterin der U 20 wurde Johanna Marrwitz (LG München) mit 58,12 Metern vor Luise Herrmann (VfL Sindelfingen/54,41) und Yasmin Amasheh (LG Nord Berlin/53,42).

Für die deutsche Juniorenmeis­terin des vergangenen Jahres, Aileen Kuhn aus Wendlingen (LAZ Ludwigsburg), lief es noch nicht ganz rund, obwohl ihre Würfe alle konstant innerhalb eines Meters lagen. Einzig die große Weite fehlte, mit der sie die Seriensiegerin der vergangenen Jahre, Samantha Borutta (Eintracht Frankfurt), hätte gefährden können. Gleich im ersten Durchgang schleuderte die 21-Jährige im Frauenwettbewerb den Hammer auf 64,01 Meter, was immerhin zu Bronze reichte hinter Borutta (67,38) und Michelle Döpke (Bayer Leverkusen/65,92).

Im Diskuswerfen der männlichen U 20 kam der Frickenhausener Konstantinos Pindonis mit 48,58 Metern auf den sechsten Platz. Es siegte mit neuer deutscher Jahresbestweite von 58,46 Metern Kelson De Carvalho (LG Steinlach-Zollern).