Lokalsport

Ohrfeige im Schönbuch

Handball-Landesligist SG Lenningen bezieht beim Tabellenführer eine 22:43-Klatsche

Nichts zu holen gab es für die Landesliga-Handballer der SG Lenningen am Sonntagabend im Auswärtsspiel bei der HSG Schönbuch. Die Lenninger verloren gegen den Tabellenführer deutlich mit 22:43 (10:22).

Ratlos: SG-Trainer Markus Hornung verstand bei der heftigen Auswärtsklatsche stellenweise die Welt nicht mehr. Foto: Deniz Calag
Ratlos: SG-Trainer Markus Hornung verstand bei der heftigen Auswärtsklatsche stellenweise die Welt nicht mehr. Foto: Deniz Calagan

Holzgerlingen. Auch wenn die Vo­raussetzungen ungünstig waren, hatte man auf Lenninger Seite nicht ein solches Debakel erwartet. Neben dem verletzten Max Bächle (Sehnenriss im Daumen, wir berichteten) und dem verreisten Matthias Carrle musste auch Kapitän Marc Bächle aufgrund von Knieproblemen auf einen Einsatz verzichten. Zudem gingen Robin Renz, Florian Dieterich und Adrian Schmid angeschlagen in die Partie. Nichtsdestotrotz wollte der Aufsteiger den Titelaspiranten aus dem Schönbuch eigentlich solange es geht ärgern.

Zu Beginn konnten die Lenninger Jungs auch noch gut mithalten. Nach zwei Toren von Chris Rieke und Marc Pisch stand es gleich 2:0 für die SG. Doch die agilen Gastgeber fanden durch Marks und Förch postwendend die richtige Antwort.

Bis zum 7:9 aus Lenninger Sicht waren die Verhältnisse noch ausgeglichen. Dann nahm das Elend seinen Lauf. Nach einer desolaten Überzahlsituation der SG Lenningen, in der kein einziges Tor gelang, und drei HSG-Treffern durch Schuler per Tempogegenstoß gerieten die Lenninger vollkommen aus dem Konzept. In den folgenden zehn Minuten gelang den Gästen lediglich ein einziges Tor, wobei es im eigenen Kasten zehnmal einschlug.

Die Abwehr, im bisherigen Saisonverlauf eigentlich Lenninger Prunkstück, funktionierte an diesem Abend überhaupt nicht. Folge: Christoph Reichle im Tor stand zu oft allein auf weiter Flur. Auch eine Auszeit von Trainer Markus Hornung vor der Halbzeit konnte dem SG-Spiel keine Wende mehr bringen. Während sich die HSG Schönbuch in einen Rausch spielte, war bei der SG Lenningen der Wurm drin. Viele Fehler und Pech im Abschluss sorgten beim 10:22 noch vor der Pause für die Vorentscheidung.

In der zweiten Hälfte hieß es dann aus Lenninger Sicht, nur noch Schadensbegrenzung zu betreiben. Die Gäste wollten nochmals zeigen, was sie eigentlich zu leisten imstande sind um die wieder zahlreich anwesenden Lenninger Fans für ihre Reisemühe zumindest ein wenig zu entschädigen. Doch eine desolate Abwehrleistung zerschlug an diesem Tag alle Bemühungen. Die Gastgeber fanden immer eine Lücke, und auch Abpraller fanden viel zu oft wieder den Weg zurück in die Reihen des Spitzenreiters. Dies brach den Lenningern endgültig das Genick.

Zehn Minuten vor Schluss wurde auf Lenninger Seite nur noch auf den Abpfiff gewartet, während die Schönbucher sich selbst feiern ließen. Am Ende wuchs der Vorsprung beim 22:43 sogar auf 21 Tore an, und die SG wurde mit einer heftigen Ohrfeige wieder nach Hause geschickt.

An diesem Abend gab es gegen einen sehr starken Gegner absolut nichts zu holen, und am Ende konnten die Lenninger sich auch nur selbst eingestehen, dass die HSG Schönbuch als Aufstiegsaspirant an diesem Abend mindestens eine Klasse besser war.

Chance zur Wiedergutmachung hat die durch diese Klatsche von Platz sieben auf neun abgerutschte SG bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Tabellendritten VfL Pfullingen II, der sich am Sonntag gegen Schlusslicht VfL Herrenberg II zu einem 31:31 mühte.as

HSG Schönbuch: Weihling, Herz – Wolf (3), Schmid (4), Starke (3/3), Zegledi (4), Huber (5), Förch (5/3), Appelrath (4), Schuler (6), Großmann (3), Marks (5), S. Weihling, S.  Schmid (3)

SG Lenningen: Reichle – Dieterich (5/2), K. Ringelspacher, Schweikert (1), Rieke (1), Renz (7), Schmid, O. Ringelspacher (3), Haid (1), L. Bächle, Pisch (2)

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