Lokalsport

Optimistisch ins Abenteuer Landesliga

Handball Nach vier Jahren Abstinenz will sich die kaum veränderte Mannschaft des VfL Kirchheim um Trainer Engelbert Eisenbeil auf Verbandsebene etablieren. Von Klaus Schlütter

Kirchheims Ballwerfer lauschen Engelbert Eisenbeil: Der VfL-Trainer geht in seine sechste Saison als Kommandogeber. Foto: Markus
Kirchheims Ballwerfer lauschen Engelbert Eisenbeil: Der VfL-Trainer geht in seine sechste Saison als Kommandogeber. Foto: Markus Brändli

Die Handballer des VfL Kirchheim haben mit einem Remis und nur drei Niederlagen in 24 Bezirksliga-Spielen erreicht, wovon die VfL-Fußballer noch träumen - die Rückkehr in die Landesliga. Nun wollen sie sich dort auf Dauer etablieren. Coach Engelbert Eisenbeil ist guter Dinge: „Wir werden auf keinen Fall ganz hinten landen.“ Abteilungsleiter und Co-Trainer Uwe Hamann meint einen Tick forscher: „Wir sind in der Breite gut aufgestellt. Ich rechne mit einem Platz im Mittelfeld oder weiter oben.“

Die Voraussetzungen dafür, dass die Blauhemden mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden, sind gegeben: Der Spielerkader ist, mit wenigen Ausnahmen, seit vier Jahren fast unverändert. Das Team eingespielt. Der Trainer seit 2013 immer derselbe. Jeder weiß, wie der andere tickt. Alle Spieler beherrschen die Abwehr- und Angriffsvarianten aus dem Effeff. Ein unschätzbarer Vorteil.

Nur schade, dass für Torwart Kim Osswald nach einem Kreuzbandriss im ersten Vorbereitungsspiel beim TV Plochingen das Jahr 2018 gelaufen ist. Eisenbeil (38), einst Torwart beim TSV Wolfschlugen in der Württemberg-Liga und beim TSV Neuhausen in der Oberliga, kann nach zwei Kreuzbandrissen und einem Meniskusschaden nicht mehr in die Bresche springen. Osswalds Aufgabe bis zu dessen Rückkehr übernehmen Oliver Latzel oder David Pisch.

Verzichten muss der Coach in der neuen Saison auch auf Marcel Metzger. Der erfahrene Mann im rechten Rückraum wird im Oktober zum dritten Mal am Kreuzband operiert. Comeback fraglich. Vielleicht in der Rückrunde. Simon Latzel hat seine Laufbahn ausklingen lassen. Zwei 22-jährige Zugänge ersetzen die beiden Routiniers: Josua Schenk vom TSV Wolfschlugen und Jonas Hesener vom TuS Derschlag aus der Oberliga Mittelrhein, der bis März im Schwäbischen studiert.

Die Vorbereitungen auf das Abenteuer Landesliga laufen seit Mitte Juni. „Wir sind körperlich auf einem sehr guten Weg“, bescheinigt Eisenbeil seiner Truppe. Die Leistungen in den Testspielen unterstreichen seinen Optimismus. Obwohl ersatzgeschwächt wurde beispielsweise das stärker eingeschätzte Team Esslingen knapp geschlagen und Ostfildern mit elf Toren Unterschied überrannt. Seine Favoriten in der Landesliga heißen Vizemeister TV Altenstadt, SC Vöhringen und Bad Saulgau, der Auftaktgegner am 22. September. Am 29. geht‘s nach Vöhringen, am 6. Oktober kommt die TSG Söflingen II nach Kirchheim.

Mit dem Aufstieg in die Landesliga werden die Wege weiter. Der weiteste führt den VfL nach Österreich. 430 Kilometer sind es hin und zurück bis nach Feldkirch in Vorarlberg zum verbandsinternen Länderspiel. Dem steht das Nachbarschafts-Derby mit dem TV Reichenbach als kürzeste Reise gegenüber. „Wir müssen im Schnitt weniger als 200 Kilometer pro Spiel zurücklegen, also alles im Rahmen“, gibt sich Uwe Hamann gelassen.

Die Heimspiele finden nach wie vor in der Walter-Jacob-Halle statt - Stichwort für ein leidiges Thema. Fast überall ist das Harzen des Balles erlaubt, nur in Kirchheim herrscht Harzverbot. Der Reinigungsaufwand für den Hausmeister sei zu groß, heißt es bei der Stadtverwaltung. Für die VfL-Handballer bedeutet das, sich ständig umzustellen. Zu Hause haben sie einen Vorteil, denn auch der Gegner muss sich immer erst auf harzfreie Bälle einstellen. Auswärts ist das ein Nachteil, weil nicht mit klebrigen Bällen trainiert werden kann. Was bleibt, ist die Hoffnung auf die Industrie. Angeb­lich ist ein harzfreies Mittel, das die Bälle trotzdem pappig macht, in der Testphase.

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