Lokalsport

Pfäffle rollt Richtung Schweiz

Mountainbike Der 23-jährige Neuffener unterschreibt beim Team Möbel Märki seinen ersten Profivertrag. Von Erhard Goller

Vor zwölf Monaten war Christian Pfäffle froh, dass er beim Stevens MTB Team einen Vertrag unterzeichnen konnte. Der Sportsoldat aus Neuffen hatte zwei durchwachsene U 23-Jahre hinter sich und damit beim Übertritt vom Nachwuchs-Team Lexware in die Elite-Kategorie nicht viele Argumente vorzuweisen. Jedenfalls nicht genügend, um ein internationales Top-Team zu überzeugen. So war der Vertrag mit Stevens ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Profi-Kontrakt, ein Jahr, in dem er sich empfehlen wollte. Der Plan ist aufgegangen, die Hoffnung hat sich erfüllt: Christian Pfäffle tritt 2017 für das Team des Schweizer Möbel-Unternehmers Roger Märki in die Pedale.

Für Stevens war Pfäffle ein „Glücksgriff“, wie Florian Schröder von der Hamburger Bike-Schmiede im Nachhinein sagt. Auf einem Prototypen von Stevens wurde er bei der WM in Nove Mesto 15. „Christian hat uns bei der Entwicklung des Carbon-Fullys mit seinen Tipps vorangebracht“, sagt Schröder.

Die WM war sicher das he­rausragende Resultat, aber längst nicht das einzige überzeugende. Mehrfach raste er 2016 beim Weltcup aus einer hinteren Startposition weit nach vorne und setzte die Bestmarken in Sachen Überholvorgänge. Bei der DM in Wombach wurde er Dritter, in der Weltrangliste machte das Mitglied des MTB Teck einen Sprung von Position 552 auf 73.

Mit diesem Pfund konnte der 23-Jährige wuchern. Einfach war es allerdings trotzdem nicht, ein Team zu finden. Zumal drei Profi-Teams zur nacholympischen Saison 2017 von der Bildfläche verschwanden, sodass viele gute Athleten auf der Suche nach einer neuen Formation waren.

Dass Pfäffle bei Möbel Märki („Hier bekomme ich alles, was ich wollte und brauche“) landete, ist aber eher einem Zufall geschuldet. Als sich Verhandlungen mit einem anderen Team zerschlugen, baute jemand von dort die Brücke zur Schweizer Equipe. Es kam zehn Minuten darauf zum Kontakt, und zwei Tage später unterschrieb Christian Pfäffle einen Vertrag.

Team-Chef Roger Märki legt Wert darauf, dass es charakterlich passt. Der bodenständige Christian Pfäffle sieht etwas Besonderes an der eidgenössischen Crew. „Das Team tanzt etwas aus der Reihe, ich finde das cool“, sagt Pfäffle und bezieht sich darauf, dass es für den Unternehmer Märki eher ein Liebhaber-Projekt ist, denn ein Marketing-Instrument.

Man darf gespannt sein, wie der junge, seriöse Sportsmann mit der neuen Unterstützung durch das Jahr 2017 kommt. Die Sprünge nach vorne werden sicher kleiner werden, aber wenn sich der 23-Jährige unter den verbesserten Bedingungen etwas steigern kann, könnte auch im Weltcup die erste Top-20-Platzierung fällig sein.

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