Lokalsport

Pfäffle überrascht alle

Mountainbike: Neuffener als 15. bester Deutscher bei WM vor Fumic

Ein sensationeller 15. Platz: Nicht Manuel Fumic, sondern Teck-Biker Christian Pfäffle war bei der Mountainbike-WM in Tschechien bester Deutscher.

Für den einen ging‘s hoch hinaus, für den anderen eher bergab: Christian Pfäffle wurde bei der WM 15. vor Manuel Fumic auf Platz
Für den einen ging‘s hoch hinaus, für den anderen eher bergab: Christian Pfäffle wurde bei der WM 15. vor Manuel Fumic auf Platz 17. Fotos: Küstenbrück/Sigel

Nove Mesto. „Ohne Worte“ – Bundestrainer Peter Schaupp schüttelte den Kopf über die Leistung von Christian Pfäffle. Und wenn es eine Ehrung für den „Man of the Day“ geben würde, der Neuffener hätte sie verdient. Der 23-Jährige war mit Startnummer 100 ins Rennen gegangen und lieferte als 15. eine spektakuläre Leistung ab.

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Niemand hätte ihn bei seiner ersten Elite-WM in diesen Regionen erwartet. Auch er selbst nicht. „Ich hatte gehofft, unter die besten 40 zu fahren, das haben meine Rundenzeiten zuletzt angedeutet. Wenn es super läuft, auch Top 30, aber dass ich 15. werden kann, hätte ich niemals gedacht“, war der Neuffener selber völlig überrascht von seiner Leistung.

Basis dafür war ein gelungener Auftakt. Bereits in der 2,8 Kilometer langen Startrunde machte er 50 Positionen gut und fuhr dann ein konstant hohes Tempo weiter. „Da wollte ich eigentlich erst mal bleiben, weil ich dachte, das kann ich halten. Aber dann war es mir zu langsam, und ich bin einfach weiter gefahren. Als dann die großen Namen auftauchten, hat mich das noch mehr motiviert.“

Die Großen, das waren Leute wie der Australier Daniel McConnell, 2013 in Albstadt Weltcup-Sieger. Oder Lars Forster, der für die Schweiz die Olympischen Spiele bestreiten wird. Trotz dieser Euphorie überzog Pfäffle zu keinem Zeitpunkt. Der Stevens-Fahrer knackte bereits in der zweiten Runde die Top 30, und Beobachter fragten sich, ob das wohl gut gehen würde. Es ging gut und noch weiter. Auch Manuel Fumic, der nach einem Defekt zurückgefallen war, schüttelte er ab. Auf der letzten Runde schnappte er sich noch den Olympiadritten Marco Fontana und den Niederländer Rudi van Houts. „Die Stimmung hier war so krass, ich war komplett im Tunnel, das ist unglaublich“, kommentierte ein überglücklicher Christian Pfäffle, der mit 4,29 Minuten Rückstand auf den alten und neuen Weltmeister Nino Schurter (1.28:20) auf Platz 15 ins Ziel rollte.

Zwei Positionen hinter dem MTB Teck-Fahrer landete Manuel Fumic. „Sprich mal lieber mit dem“, zollte der Kirchheimer dem Neuffener mit einem Grinsen Respekt. Er selbst hatte das WM-Rennen mit dem Zielstrich „abgehakt“, wie er sagte. Im Grunde sei am Anfang alles nach Plan gelaufen. Er wollte sich eine gute Ausgangsposition schaffen und in der zweiten Rennhälfte in die Top Ten vordringen. „Ich bin das Rennen

dosiert angegangen, habe mich gut positioniert. Ich wollte mich am Anfang nicht verrückt machen lassen und das machen, was ich derzeit kann. Aber dann hat mich der Defekt 15 Positionen gekostet, und es war schwer, wieder nach vorne zu kommen“, erklärte Fumic, der im Ziel 4,44 Minuten Rückstand aufwies. „Im Grunde hatte ich ein gutes Gefühl, und ich denke, es hätte auch in Richtung Top Ten gehen können“, meinte Fumic. Dazu fehlte knapp eine Minute, insofern mag das keine falsche Einschätzung sein.

Im U23-Rennen kam der Reuderner Luca Schwarzbauer derweil nicht über den 38. Platz hinaus. Wenn man es nicht gewusst hätte, man hätte beim U23-Rennen denken können, dass jemand die Startnummern verwechselt hatte. Der junge Mann, der da auf dem Bike mit der Nummer 57 saß, erinnerte nur entfernt an Luca Schwarzbauer. Ohne die übliche Dynamik, ohne diesen bekannt stabilen Tritt rollte er durch die vielen technischen Schwierigkeiten und mühte sich die Anstiege nach oben. Grund: Schwarzbauer hatte eine Woche zuvor ein Magen-Darm-Infekt erwischt. Da braucht es eigentlich keine Erklärung mehr für diesen 38. Platz, mit 8,10 Minuten Rückstand auf den Neuseeländer Sam Gaze (1.17:57).

„Es ging gar nichts, ich kam noch nicht mal richtig ins Schnaufen. Die Hitze hat mir vermutlich auch zugesetzt, und gestürzt bin ich auch noch“, meinte er nach seiner U23-WM-Premiere tief enttäuscht.

Immerhin konnten drei andere Deutsche überzeugen. Schwarzbauers Lexware-Teamkollege Georg Egger sorgte als Vierter für eine faustdicke Überraschung, Ben Zwiehoff aus Essen als Fünfter und Lukas Baum aus Neustadt als Neunter für ein gutes Mannschaftsergebnis.