Lokalsport

Pflichtaufgabe gegen den ehemaligen Klassenkameraden

Basketball-Oberliga: Spitzenreiter VfL erwartet morgen Abend den TSV Eriskirch – Kader reduziert sich auf elf Spieler

Anfang des Jahres war es noch der Landesliga-Hit, mittlerweile Oberliga-Spitzenreiter gegen Schlusslicht: Am Samstag um 19.30 Uhr empfangen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer in der Sporthalle Stadtmitte den TSV Eriskirch.

Sagt zum Abschied nicht mal leise „Servus“: Damien Morrow hat den VfL-Basketballern unter der Woche grußlos den Rücken gekehrt u
Sagt zum Abschied nicht mal leise „Servus“: Damien Morrow hat den VfL-Basketballern unter der Woche grußlos den Rücken gekehrt und sich der SV Böblingen angeschlossen. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Anfang der Woche hatte TSV-Abteilungsleiter Ahmad Dadgar noch um eine Verlegung gebeten, da er nicht genügend Spieler zur Verfügung hätte. Staffelleiter Jürgen Unger (Sinsheim) wies ihn allerdings darauf hin, dass auf dem Mannschaftsmeldebogen 26 Spieler stünden und es so wohl möglich sein müsse, fünf bis acht Akteure aufzubieten. Aber auch VfL-Coach Bekim Kukiqi wollte von einer Verlegung nichts wissen: „Das ist die Oberliga. Da tritt man eben mit denen an, die da sind.“ Im dicht gedrängten Spielplan im neuen Jahr wäre es zudem schwer gewesen, einen Alternativtermin zu finden.

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Womöglich hat der Wunsch des TSV ja auch damit zu tun, dass die Zwillingsbrüder Damir und Denis Smajlagic seit Anfang November zu ihrem Stammverein TSB Ravensburg zurückgekehrt sind und bisher noch kein Ersatz gefunden werden konnte.

Schwer hat es der Aufsteiger so oder so. Nach dem Aufstieg über die Relegation klappte nicht mehr allzu viel, namhafte Verstärkungen blieben aus – bis auf den Kirchheimer Marsel Sibinovic (24), der in Biberach studiert und nach den Sommerferien zu den Friedrichshafener Vorstädtern stieß. Sibinovic, immerhin mit ein bisschen Regionalliga-Erfahrung bei der TS Göppingen und etwas mehr Oberliga-Erfahrung beim VfL, führt auch die interne Korbjägerliste an – mit allerdings gerade mal 13,6 Punkten pro Spiel vor den altgedienten Damir Kovacevic (13,4), Robin Ewert (12,7) und Dominik Fischer (10,4).

Diese Truppe war bisher gerade mal gut genug für einen Sieg, das 74:70 im Oktober bei Kirchheim-Bezwinger TV Konstanz. Danach gab es fünf Niederlagen in Folge, am vergangenen Wochenende das bittere 75:90 zu Hause gegen den SV Tübingen II. Marco Bjelosevic (Jahrgang 1999), früher auch einmal beim VfL, erledigte mit 37 Punkten den TSV fast im Alleingang.

Aber auch der Spitzenreiter Kirchheim ist nicht völlig sorgenfrei. Am Mittwoch verließ Damien Morrow das Team, grußlos. Nach einer indiskutablen Leistung in Söflingen erschien er am Dienstag nicht zum Training, am Mittwoch kam der Freigabe-Wunsch vom Oberliga-Konkurrenten SV Böblingen per E-Mail bei VfL-Geschäftsführer Uli Tangl an. Nach Rücksprache mit dem Coach wurde dem Wunsch entsprochen – Kukiqi: „Das war nicht die feine Art. Andererseits ist das kein großer Verlust.“ Mit acht Punkten in sieben Spielen zählte Morrow gewiss nicht zu den Leistungsträgern.

Andererseits ist der Kader, nachdem zehn Tage zuvor Raffaele Pas­cucci auf Wiedersehen gesagt hatte, auf elf Spieler geschrumpft. Da darf in der Rückrunde nicht allzu viel schiefgehen. Für das Spiel gegen das Schlusslicht am Samstagabend ist mit Auswirkungen dagegen auf keinen Fall zu rechnen. „Wir nehmen jeden Gegner ernst. Aber wir sind Tabellenführer und spielen zu Hause, dementsprechend werden wir auftreten“, betont Kukiqi.ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Scott, A. Sengül, E. Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke