Lokalsport

Pflichtsieg mit Schreckmoment

Basketball-Oberliga: VfL nach 110:83-Heimsieg Herbstmeister – Ex-Kirchheimer Sibinovic verletzt

Per Pflichtsieg zur Herbstmeisterschaft: Der am Ende erwartet klare 110:83-Sieg der VfL-Oberliga-Basketballer gegen den Tabellenletzten TSV Eriskirch wurde überschattet von der schweren Verletzung des Ex-Kirchheimers Marsel Sibinovic.

Versenkte im ersten Viertel vier Dreier und verhinderte so eine Eriskircher Führung: Arber Shabani. Foto: Genio Silviani
Versenkte im ersten Viertel vier Dreier und verhinderte so eine Eriskircher Führung: Arber Shabani. Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Tatsächlich hatten die Eriskirchener dann doch sechs Spieler zusammengebracht, was Anfang der Woche ja noch gar nicht sicher gewesen war (wir berichteten). Dass die Partie Erster gegen Letzter dadurch weiter an sportlichem Wert verlor, focht die Kirchheimer am allerwenigsten an – Coach Bekim Kukiqi: „Wir sind die Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit angegangen. Dass nicht immer 100 Prozent möglich waren, ist verständlich.“

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Vor allem im ersten Viertel hielten die Gäste sehr gut dagegen, trafen fast aus allen Lagen, während beim VfL die Scharfschützen öfters vor Verwunderung, wie frei sie von außen werfen konnten, das Ziel verfehlten. Ausnahme: Arber Shabani. Alle seine vier Dreierversuche im ersten Viertel saßen, sodass dem VfL beim 24:23 die Blamage erspart blieb, nach zehn Minuten zurückzuliegen.

Kurz vor Ende des ersten Viertels passierte dann das, was das Spiel fast zur Nebensache machte: Marsel Sibinovic, der Ex-Kirchheimer in Reihen des TSV Eriskirch, geriet im Gewühl unter dem Korb ins Straucheln und brach mit schmerzverzerrtem Gesicht zusammen. Er wurde später vom Notarzt abgeholt, war dann glücklicherweise zum Spielende wieder zurück aus dem Krankenhaus. Vorläufige Diagnose: Verdacht auf Kreuzbandriss. Es wäre nicht sein erster. Auf die Frage, warum er schon wieder stehen könne, antwortete der 24-Jährige: „Beim ersten Mal habe ich sogar noch weitergespielt.“ Eriskirch war danach also zu fünft, ohne Auswechselmöglichkeit – und hielt weiter tapfer dagegen. Zur Pause führte der VfL lediglich 49:40.

Wenigstens die Punkteproduktion war einigermaßen konstant beziehungsweise leicht ansteigend: 24, 25, 27, 34. Hauptverantwortlich für die Zunahme in der zweiten Hälfte war Shkelzen Bekteshi. Sechs Viertel lang – das komplette Spiel in Söflingen, am Samstag die erste Halbzeit – hatte der sonst so zuverlässige Scorer gerade mal vier Pünktchen zustande gebracht, jetzt explodierte er förmlich. Über ein Drittel der 61 Punkte nach der Pause gingen auf sein Konto, und logischerweise war es dann auch er, der den dritten „Hunderter“ des VfL in dieser Saison perfekt machte. Stark im Aufwind auch Center Akant Sengül, der mit 18 Punkten eine neue persönliche Oberliga-Bestmarke aufstellte.

Coach Kukiqi hatte an diesem Abend die Möglichkeit, alle zwölf Spieler aufs Feld zu bringen. Fast zehn Minuten bekam dabei auch einer, der schon weg war: Raffaele Pascucci wurde von Kukiqi nach dem Abgang von Damien Morrow gebeten, seine Entscheidung zu überdenken – mit Erfolg. Kukiqi: „Ich konnte ihm natürlich jetzt mehr Minuten anbieten. Dazu kommt: Raffa ist so eine positive Erscheinung, er ist im Team sehr beliebt. Wir sind deshalb alle froh, dass er wieder da ist.“

Einen Spieltag vor Abschluss der Hinrunde hat der VfL übrigens die Herbstmeisterschaft sicher. Die TSG Reutlingen verlor zu Hause 64:72 gegen die SV Böblingen und hat nun zwei Niederlagen auf dem Konto.ut

VfL: Auerbach (11/3), S. Bekteshi (24/3), Gibbs (15), Kraft, Lawson (3), Pas­cucci (5/1), Scott (6), A. Sengül (18), E. Sengül, Shabani (18/4), Strickland (10/2), Wanzke

TSV Eriskirch: Ewert (13/1), Kovacevic (23/2), Rado (25/2), Sibinovic (4), Spitale (16/3), Zick (2)