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Lokalsport

Piloten genießen den Winterzauber über der Alb

Segelfliegen Die Fliegergruppe Wolf Hirth nutzt dynamische Aufwinde für Lustflüge rund um die Hahnweide.

Perfektes Wetter mit Sicht bis zu den Alpen - Grund genug, der klirrenden Kälte von bis zu minus zwölf Grad im Cockpit zu trotze
Perfektes Wetter mit Sicht bis zu den Alpen - Grund genug, der klirrenden Kälte von bis zu minus zwölf Grad im Cockpit zu trotzen.

Kirchheim. Auch frostige Temperaturen halten die Fliegergruppe Wolf Hirth nicht davon ab, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Am vergangenen Samstag nutzten die Piloten das sonnige Wetter für ausgedehnte Flüge.

Im Gegensatz zum Sommer, wenn die Segelflugzeuge Thermik zum Höhengewinn nutzen, sind sie im Winter auf dynamische Aufwinde angewiesen. Der starke Ostwind bot dafür am Wochenende ideale Bedingungen. So konnten die Piloten zum einen an den Ostseiten der Alb-Erhebungen wie beispielsweise dem Teckberg oder der Ostseite des Lenninger Tals an Höhe gewinnen, weil der Wind an den Flanken nach oben abgelenkt wurde. Weiterhin hielt das Albvorland eine besondere meteorologische Erscheinung bereit: Leewellen. Diese Aufwinde entstehen, wenn starke Winde am Boden mehrfach über Erderhebungen strömen. Dadurch werden die Luftmassen nach oben gelenkt, sinken dann wieder ab und steigen bei einer erneuten Ablenkung wieder nach oben - durch eine Art Resonanzeffekt höher als zuvor.

Am Wochenende reichten diese Aufwinde, die in wenigen Hundert Metern Höhe extrem turbulent, mit zunehmender Höhe aber immer ruhiger werden, bis auf etwa 1 400 Meter über Grund. Mitunter reichen Leewellen bis in die Stratosphäre, Segelflugzeuge sind darin schon auf Höhen von 8 000 Meter und mehr gestiegen. Mit guter meteorologischer Vorbereitung sind in Leewellen auch weitere Streckenflüge möglich, die Kirchheimer beließen es jedoch bei ausgedehnten Lustflügen in der Umgebung der Hahnweide.

Wenige Tage zuvor hatte der Verein seine erfolgreichen Grand-Prix-Teilnehmer mit einem kleinen Empfang geehrt. Sebastian Nägel hatte in Chile hinter dem Polen Sebastian Kawa mit nur zwei Zählern Rückstand die Silbermedaille gewonnen (wir berichteten), Mario Kießling flog auf Rang drei. Tilo Holighaus komplettierte mit Rang neun das Kirchheimer Top-Ten-Trio.

Bis zum Saisonstart Ende März widmet sich der Verein der Pflege seiner Technik: Flug- und Fahrzeuge müssen gewartet werden, damit sie für den Flugbetrieb topfit sind. Und auch die wichtigste Sportveranstaltung im Wolf-Hirth-Kalender wirft ihre Schatten voraus: vom 4. bis 12. Mai erwarten die Kirchheimer zum 52. Hahnweide-Wettbewerb wieder Segelflieger aus aller Welt.Lars Reinhold

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