Lokalsport

Planlos, harmlos, unkonzentriert

Basketball Die Knights verschenken beim 72:75 nach Verlängerung gegen Nürnberg Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit einen möglichen Sieg.

Mehr Krampf als Kampf: Kapitän Andreas Kronhardt war noch einer der Besseren in einer erschreckend schwachen Kirchheimer Mannsch
Mehr Krampf als Kampf: Kapitän Andreas Kronhardt war noch einer der Besseren in einer erschreckend schwachen Kirchheimer Mannschaft.Foto. Tanja Spindler

Dass so ein Spiel womöglich nötig sein würde, um die Sinne wieder zu schärfen, hatte sich schon vor Wochen angedeutet. Nach sechs Siegen in Serie, in denen die Knights nicht durchweg überzeugten, war gestern Schluss. Gegen keinesfalls überragende Gäste aus Nürnberg erwischte der Tabellendritte aus Kirchheim einen rabenschwarzen Abend und stand am Ende einer Verlängerung, die man sich leicht hätte ersparen können, mit leeren Händen da. Der Tabellenzwölfte aus Franken überraschte mit einer konsequenten Zonenverteidgung und erwies sich in der Verlängerung als die deutlich geordnetere Mannschaft. In einer insgesamt schwachen Partie war Jonathon Williams mit 19 Punkten erneut treffsicherster Kirchheimer.

Jede Serie endet einmal. Dass dies ausgerechnet gegen eines der vermeintlich schwächeren Teams der Liga geschehen würde, hatte wohl niemand der 830 Zuschauer in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte erwartet. Bereits in den ersten Minuten konnte man jedoch spüren, dass die Falcons von Coach Ralph Junge hervorragend auf den Gegner eingestellt waren. Von Beginn an variierte Junge die Verteidigungsvarianten seiner Mannschaft und unterband dadurch das gewohnt schnelle Kirchheimer Spiel. Nach wenigen Minuten führten die Franken bereits zweistellig und gingen mit 25:13 in die erste Viertelpause.

Das zweite Viertel gehörte dann jedoch den Kirchheimern. Suchten die Ritter zu Beginn des Spiels ihr Glück hauptsächlich aus der Distanz, wurde nun die Zone ein ums andere Mal erfolgreich attackiert. Seth Hinrichs nutze dies zu einigen schön herausgespielten Punkten. In die Kabine ging es mit einer 39:38-Führung für die Gastgeber.

Auch in der zweiten Hälfte egalisierten sich beide Teams. Häufige Fehler auf beiden Seiten boten den Zuschauern schwere Basketballkost, und dies sollte im Schlussviertel noch schlimmer werden. Sowohl Kirchheim wie auch die Nürnberger überboten sich gegenseitig mit Unkonzentriertheiten und leichten Ballverlusten. Eine ewig erscheinende Phase ohne einen einzigen Punktgewinn auf beiden Seiten beendete schließlich Jonathon Williams per Freiwurf.

Die Knights schienen Spiel und Gegner nun im Griff zu haben und erkämpften sich erstmals eine Sechs-Punkte-Führung. Der Sieg schien zum Greifen nahe, doch wie schon über die gesamte Spielzeit gaben die Knights die Führung fahrlässig wieder aus der Hand. Die Gäste nahmen die Einladung dankend an. Immer wieder trieben die beiden Guards Diante Watkins und Josh Young ihre Mannschaft mit blitzschnellen Aktionen und vom Gegner weitgehend ungehindert an. Center Moritz Sanders erzielte per Freiwurf schließlich den Ausgleich. Bei noch 18 Sekunden auf der Uhr hatte Spielmacher Carrington Love alle Zeit der Welt, um das entscheidende Foul zu ziehen. Doch nach einem Pass auf Andreas Kronhardt setzte der den letzten Wurf in Bedrängnis neben den Korb.

In der Verlängerung waren die Franken dann hellwach: Watkins und Calvin sorgten mit zwei Dreiern für die erneute Führung, die die Nürnberger von der Freiwurflinie sicher bis zum Schluss verteidigten. „Nürnberg war heute besser. Wir haben sehr schlecht gespielt und ich weiß nicht woran es gelegen hat,“ zeigte sich Kirchheims Coach Michael Mai ratlos. Bereits am Sonntag kann die Mannschaft eine Antwort geben. Ab 17 Uhr sind die Wohnbau Baskets aus Essen zu Gast.tb/cs

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