Lokalsport

Podiumsanwärter dank Rekordflug

Tilo Holighaus gilt bei der Segelflug-DM in Erbach als Mitfavorit – Auftakttag neutralisiert

Quasi-Heimspiel für die Segelflugpiloten aus Kirchheim und Dettingen: Vor den Toren Ulms in Erbach kämpfen die Thermikjäger zehn Tage lang um DM-Meriten in der Standard- und Rennklasse. Der gestrige Auftakt musste jedoch witterungsbedingt neutralisiert werden.

„Man kann nur gut sein, wenn einem etwas richtig Spaß macht“: Tilo Holighaus vor der DM. Foto: Markus Brändli
„Man kann nur gut sein, wenn einem etwas richtig Spaß macht“: Tilo Holighaus vor der DM. Foto: Markus Brändli

Erbach. Bei den deutschen Meisterschaften in der Standard- und Rennklasse sind die Piloten aus der Teck­region zahlreich vertreten. Von der Hahnweide sind dies Sebastian Nägel und Tilo Holighaus (Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim), Michael Eisele und Thomas Wettemann (FLG Köngen) und Cornelia Schaich (SCS Stuttgart). Von der FLG Dettingen ist Andreas Belz mit von der Partie. Thomas Wettemann geht als Titelverteidiger in der Rennklasse an den Start der auf zehn Tage angesetzten Meisterschaft. Für die 73 Piloten geht es auch um die begehrte Qualifikation für Europa- und Weltmeisterschaften. Begonnen hat die Meisterschaft jedoch mit einem Tag des Wartens auf Thermik – am gestrigen Dienstag kam kein Wertungsflug zustande.

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Zahlreiche DM-Teilnehmer waren zur Vorbereitung bereits vor zwei Wochen beim Hahnweid-Wettbewerb am Start. Unter ihnen die Gewinnerin der Rennklasse, Stefanie Mühl aus Regensburg. Andere Teilnehmer bevorzugen intensives Einzeltraining.

So auch Tilo Holighaus, der am thermikstarken Freitag vergangener Woche mit einem Flug von der Hahnweide nach Dresden und zurück einen neuen deutschen Klassenrekord aufgestellt hat. Auf dem 917 Kilometer langen Flug war der Kirchheimer neun Stunden und 20 Minuten in seinem Ventus 2 unterwegs. „Eine bessere Vorbereitung hätte ich mir für die Meisterschaften nicht wünschen können“, so der 45-jährige Familienvater nach dem Rekordflug.

Neben den rein fliegerischen Anforderungen war für Holighaus auch der „Luftraumsalat rund um Nürnberg“ eine echte Herausforderung. „Aber die Controller der Flugsicherung haben mir viele Optionen offen gelassen, sodass ich diese Engstelle gut und schnell passieren konnte.“ Mit Blick auf die anstehenden Meisterschaften sieht Tilo Holighaus auch nicht so sehr die Jagd nach guten Platzierung als Motivationsgrundlage. „Bei mir steht die Freude an unserem schönen Sport im Vordergrund. Ich bin überzeugt, dass man nur gut sein kann, wenn einem etwas richtig Spaß macht. Und je mehr ich fliege, desto mehr ist das bei mir der Fall.“

Aufbauen kann der Kirchheimer dabei auf eine eingespielte Helfer-Crew, seine Familie und intensive mentale Vorbereitung im Winter bei Seminaren mit der österreichischen Nationalmannschaft. So viel konzentrierte Leidenschaft hat sich im Vorjahr in seinen sportlichen Erfolgen widergespiegelt. Mit einem Sieg beim Qualifikations-Grand Prix in den Pyrenäen hat sich der Kirchheimer für das Welt-Grand-Prix-Finale im Herbst in Italien bereits qualifiziert. Vor diesem Hintergrund darf man den leidenschaftlichen Thermikjäger bei der DM sicher zu den Anwärtern auf das Podium hinzuzählen.