Lokalsport

Rambazamba im Heininger Krautgarten

Fußballszene Acht Tore, neunmal Gelb und einmal Rot – Schiedsrichter als Weilheimer Spielverderber.

, Fußball - Landesliga : FC Heiningen (gelb) - TSV Weilheim (rot)
, Fußball - Landesliga : FC Heiningen (gelb) - TSV Weilheim (rot)

Heiningen. Es gibt bedeutende Spiele, die man nie vergisst. Wie das irre 6:1 von Barcelona gegen Paris in der Champions League. Und es gibt weniger wichtige Spiele, die ebenfalls tagelang für Gesprächsstoff sorgen. Wie das Rambazamba zwischen Heiningen und Weilheim. Acht Tore, neun Gelbe Karten, ein Platzverweis und ein sensationeller Spielverlauf. Ein Spektakel im Sportzentrum „Krautgarten“. Ein Happening für die Zuschauer.

Nach dem vernichtenden 2:5 gegen Bad Boll brannten die Weilheimer auf Wiedergutmachung. Sie führten 1:0. Doch dann wurde Andreas Wieczorek zum Spielverderber. Der Schiri übersah ein Foul an Torwart Ben Brenken, und im Getümmel fiel der Ausgleich. Die Spieler haderten, die Konzentration ging verloren. Die Folge: erst 1:3, dann 2:4 im Rückstand. „So etwas darf uns nicht passieren. Wir müssen lernen, mit solchen Situationen besser umzugehen“, so Chris Eisenhardt (Foto: Brändli).

Später hatte der Trainer trotzdem Grund zur Freude. „Die Mannschaft hat Moral bewiesen. Alles ist gut“, lobte er nach dem verrückten 4:4. Fast hätte es sogar zum Siegtreffer gereicht. Aber Michael Neumann rettete bei einem Schuss von André Kriks auf der Torlinie. Der Heininger nach der verpassten Aufholchance gegenüber dem Zweiten: „Dieses Unentschieden ist für uns wie eine Niederlage.“

Umgekehrt kann der TSV Weilheim das Remis positiv bewerten. Bedenklich nur die Flut von Gegentoren, nach fünf vor einer Woche nun vier. Das entspricht so gar nicht den Gepflogenheiten eines Teams, das sich in der Vergangenheit immer durch seine sattelfeste Deckung auszeichnete. „Wir dürfen nicht vergessen, dass uns zurzeit drei routinierte Abwehrspieler nicht zur Verfügung stehen“, gibt der Sportliche Leiter Günther Friess zu bedenken. Daniel Heisig, Georgios Natsis und Christoph Bauer sind verletzt. Hinzu gesellt sich für die nächsten Spiele der gesperrte Domenic Brück, der Ball und Benjamin Kern auf Kunstrasen humorlos abräumte und dafür folgerichtig Rot kassierte. Friess: „Gut, dass wir mit jungen Spielern die Lücken schließen können.“ Er bescheinigte den drei eingesetzten Junioren Can Kanarya, Felix Stolz und Samuel Lopes Silva gute Leistungen. Gut bis überragend auch die Auftritte der beiden Bezirksligateams aus der Teckregion. Die SGEH setzte ihren positiven Trend weiter fort, landete mit 3:1 auf der Deizisauer Halde den nächsten wertvollen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt. „Die Mannschaft arbeitet hart, ist läuferisch und spielerisch top“, so ein optimistischer Trainer Dieter Hiller für den weiteren Verlauf der Runde.

Jenseits von Gut und Böse lässt sich‘s unbeschwert spielen. Der VfL Kirchheim, gesichert im Niemandsland der Tabelle, trumpfte in Wiesensteig mächtig auf und schenkte dem TSV Obere Fils ein halbes Dutzend ein. „Wir waren einfach eine Klasse besser“, meinte Abteilungsleiter Oliver Klingler. Herausragend aus einer Mannschaft aus einem Guss Timo Webinger. Mit zwei selbst erzielten Toren und zwei Torvorlagen verdiente er sich den Titel „Spieler des Tages“.

Klaus Schlütter

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