Lokalsport

Reizklima auf der Alb – Drama in Altdorf

Verfolger TSV Jesingen siegt in Unterzahl und rückt Spitzenreiter SGEH auf die Pelle – Weilheimer Pech in der Schlussminute

Dramatische Schlussphase mit einem glücklichen Ende für den TSV Jesingen: Dem Team von Trainer Klaus Müller glückte gestern in Altdorf in der Nachspielzeit der spielentscheidende Treffer. Die Jungs aus den Lehenäckern machen nun dem schwächelnden Kreisliga A-Spitzenreiter SGEH mächtig Druck.

Zum niederknien war der Auftritt der Sportfreunde aus Dettingen, die im Hardtwald Tabellenführer SGEH entzauberten.Foto: Genio S
Zum niederknien war der Auftritt der Sportfreunde aus Dettingen, die im Hardtwald Tabellenführer SGEH entzauberten.Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang patzte auf heimischem Gelände gegen die SF Dettingen und hat somit nur noch einen Zähler Vorsprung auf die Jesinger. Im Abstiegskampf mussten der TV Unterlenningen und der TSV Holzmaden bittere Niederlagen hinnehmen. Der TSV Weilheim II hat mit einem Remis gegen den SV Nabern die vorzeitige Sicherung des Ligaverbleibs ebenso verpasst.

SGEH – SF Dettingen 1:3 (0:1): Auf der Alb herrschte nach dem Abpfiff ein Reizklima – zumindest bei Spielern und Funktionsträgern des Gastgebers. SGEH-Trainer Georgios Karatailidis richtete nach der Niederlage noch auf dem Spielfeld lautstarke Worte in Richtung der Mannschaft. Die Sportfreunde nutzten den schwachen Tag des Spitzenreiters genüsslich aus und holten sich auch dank einer starken Schlussphase die drei Zähler ab. „Wir haben überzeugt und wollen jetzt natürlich den dritten Tabellenplatz noch anpeilen“, sagte Dettingens scheidender Trainer Isidro Garcia nach dem Coup im Hardtwaldstadion. Die SGEH könnte mit einem Sieg beim Nachholspiel in Grafenberg am 19. Mai den gestrigen Fauxpas allerdings wieder ausbügeln und den Punkteabstand wieder auf vier Zähler gegenüber dem Verfolger TSV Jesingen schrauben. Ein Extralob gab es von Garcia für Schiedsrichter Roland Groner (Blautal). „Der frühere Oberliga-Schiedsrichter hat cool und ruhig gepfiffen“, lobte der SFD-Trainer den Unparteiischen. Tore: 0:1 Benjamin Hubert (11.), 1:1 Marc Weger (65.), 1:2 Benjamin Hubert (68.), 1:3 Simon Waldenmaier (90.).

TSV Altdorf – TSV Jesingen 2:3 (0:2): Mit dem letzten Angriff sicherten sich die Gäste das volle Punktepaket. Toptorjäger Christian Dangel eroberte nach einem langen Abschlag den Ball und markierte das viel umjubelte Siegtor. „Für uns war dieser Treffer ganz bitter, weil wir nicht einmal zwei Minuten zuvor das 2:2 gemacht hatten“, kommentierte TSVA-Sprecher Guido Cosentino den aus Altdorfer Sicht unglückseligen Ausgang der Partie. Die Jesinger agierten ab der 65. Minute in Unterzahl, hatten danach auch einige Probleme, aber holten sich letztendlich doch den Sieg. Tore: 0:1 Christian Dangel (15., 0:2 Kevin Rieke (45.), 1:2, 2:2 Jannik Wenzelburger (48., 89.), 2:3 Christian Dangel (90.). Gelb-Rot: Nico Büttner (TSVJ, 65.).

TSV Weilheim II – SV Nabern 2:2 (0:1): Weilheims Trainer Timo Ascherl haderte nach dem Schlusspfiff mit der Elfmeterentscheidung in der 90. Minute zu Ungunsten der Limburgstädter. „Für mich war das ein normaler Zweikampf zwischen unserem Akteur Dennis Klein und einem Naberner, deshalb war es auch kein Elfer.“ Naberns Marco Hiller blieb die Ruhe in Person und verwandelte den Strafstoß humorlos zum Endstand. Ascherl konnte zumindest mit den anderen Resultaten weitgehend zufrieden sein. „Dadurch, dass viele andere Konkurrenten im Abstiegskampf auch nicht gewonnen haben, hat sich unsere Lage nicht verschlechtert“, analysierte der einstige Oberligakicker. Tore: 0:1 Max Knöfel (45.), 1:1 Tim Sternemann (55.), 2:1 Lars Wiest (62.), 2:2 Marco Hiller (90., Foulelfmeter). Gelb-Rot: Davor Messerschmidt (TSVW, 48.), Denis Weigand (SVN, 89.).

TV Unterlenningen – TSV Grafenberg 2:4 (1:2): Es sollte der große Befreiungsschlag für den TVU im Abstiegskampf werden, doch nun muss im Bühl weiter gezittert werden. „Wir brauchen noch einen Sieg aus den letzten drei Spielen, dann sind wir wohl durch“, hofft Unterlenningens Sprecher Marc Schmohl. Der TVU-Funktionär erkannte gestern die Leistung des Gegners neidlos an. „Grafenberg war die bessere Mannschaft, es war eben nicht unser Tag“, bilanzierte Schmohl das Geschehen. Lediglich nach dem 1:2 machten die Gastgeber verstärkt Druck, der allerdings nicht lange anhielt. „Wir müssen uns steigern, um uns endgültig zu sichern“, gab Marc Schmohl die Devise für den Schlussakkord in der Liga aus. Tore: 0:1 Marco Berenyi (18.), 0:2 Steffen Thurner (21.), 1:2 Philipp Hanke (38.), 1:3 Kevin Schwarz (55.), 1:4 Carmelo Sessa (70.), 2:4 Daniel Deuschle (73.). Gelb-Rot: Peter Müller (TVU, 87.).

TV Bempflingen – TSV Holzmaden 2:1 (0:1): Die vorzeitige Sicherung des Klassenerhalts war für die Holzmadener nach dem 1:0 kurz vor der Pause zum Greifen nah. „Doch wir haben anschließend unsere allerletzte Chance auf dem Ligaverbleib genutzt und das Spiel noch gedreht“, erklärte Bempflingens Spielleiter Vladimir Plesa nach dem Kunstrasen-Match erleichtert. Die Bempflinger müssen trotzdem weiter auf ein Wunder hoffen. Die Holzmadener wirkten nach dem Ausgleichstor gehemmt, die Gastgeber imponierten dagegen durch eine engagierte Spielweise. Das Siegtor resultierte aus einem Fernschuss in den Torwinkel. Holzmadens Keeper Daniel Zirn war noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte der Kugel allerdings keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben. Tore: 0:1 Stefan Wilhelm (36.), 1:1 Felix Arendt ( 48.), 2:1 Erol Tatlici (75.).

VfB Neuffen - FV 09 Nürtingen II 1:1 (0:0): In Neuffen droht erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert der Fall in die tiefste Fußball-Liga. „Diese Partie hätten wir unbedingt gewinnen müssen“, kommentierte folglich der VfB-Vorsitzende Ralf Nuffer die Situation unterm Hohenneuffen. Dabei sah es nach dem 1:0 für die Gastgeber ganz passabel aus, doch in der 86. Minute folgte der Schock in Form des Ausgleichs. „Unsere Abwehr war vor dem 1:1 nicht genügend herausgerückt, und so wurde den Nürtingern der Treffer vereinfacht“, beklagte sich Nuffer, „nun müssen wir in unseren letzten Partien in Nabern und gegen Weilheim die volle Punktzahl holen.“ Tore: 1:0 Markus Lude (57.), 1:1 Michael Schäfer (86.).

TSV Grötzingen – TSV Neckartenzlingen 2:0 (0:0): In der ersten Halbzeit verzettelten sich beide Teams in

vielen undurchdachten Aktionen im Mittelfeld – es war wenig Augenschmaus für die Zuschauer dabei. Nach dem Seitenwechsel offenbarten die Gastgeber mehr Zug zum Tor und wurden letztendlich dafür belohnt. Grötzingens Fußball-Boss Olav Sieber: „In der zweiten Halbzeit haben wir geordneter und weniger hektisch agiert“. Tore: 1:0, 2:0 Tobias Fischer (68., 89. - Foulelfmeter).

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